Seerosen

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Seerose ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Seerose (Begriffsklärung) aufgeführt.
Seerosen
Weiße Seerose (Nymphaea alba)

Weiße Seerose (Nymphaea alba)

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung: Seerosenartige (Nymphaeales)
Familie: Seerosengewächse (Nymphaeaceae)
Unterfamilie: Nymphaeoideae
Gattung: Seerosen
Wissenschaftlicher Name
Nymphaea
L.

Die Seerosen (Nymphaea) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae). Die weltweit verbreitete Gattung umfasst etwa fünfzig Arten.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Illustration von Nymphaea rudgeana' 'aus H. S.Conardvon: The waterlilies: a monograph of the genus Nymphaea. Publ. Carnegie Inst. Wash., 4, 1905, S. 172.
Frucht der Weißen Seerose (Nymphaea alba).

Seerosen-Arten sind selten einjährig, meist ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Wasserpflanzen bilden langgestreckte oder knollenförmige Rhizome aus, mit denen sie im Schlamm von Flüssen, Teichen, Seen und anderen Gewässern verankert sind.

Bei den meisten Seerosen-Arten liegt Heterophyllie vor. Es werden zwei Typen von wechselständig und spiralig angeordneten Laubblättern ausgebildet: Schwimmblätter und Unterwasserblätter. Die einfachen Laubblätter sind lang gestielt. Die Blattspreite ist oft schildförmig (peltat), herzförmig oder pfeilförmig. Der Blattrand ist glatt oder gezähnt. Nebenblätter sind vorhanden oder fehlen.

Die einzeln stehenden, zwittrigen Blüten sind schraubig aufgebaut und duften oft. Das Spektrum der Blütenfarben reicht von Weiß über Gelb und Rot bis Blau; Sorten können auch orange, grün, violett oder lila blühen. Die meist vier (selten drei oder fünf) freien Kelchblätter sind meist grünlich. Es sind sechs bis 50 freie Kronblätter vorhanden. Die 20 bis 750 freien Staubblätter sind alle fertil oder zeigen als Staminodien morphologische Übergänge zu den Kronblättern. Die fünf bis 35 Fruchtblätter sind zu einem oberständigen oder teilweise unterständigen Fruchtknoten teilweise oder ganz verwachsen. Die Griffel enden in der Zahl der Fruchtblätter entsprechenden, breiten und konkaven Narben. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie). Es gibt nacht- und tagblühende Arten.

Die fleischigen, schwammigen, beerenartigen Früchte sind von den haltbaren Narben gekrönt. Nach der Befruchtung werden die heranreifenden Früchte meist unter Wasser gezogen und reifen unter Wasser. Die reifen Samen sind bis zu 5 mm groß. Sie bilden Schwimmsäcke, mit denen die Samen zunächst an die Wasseroberfläche treiben, wo Wind und Strömung sie zwei bis drei Tage ausbreiten. Danach löst sich der Schwimmsack auf, die Samen sinken nach unten und beginnen mit der Keimung.[1]

Große Seerose (Nymphaea gigantea)
Zeitrafferfilm einer sich öffnenden Seerosen-Blüte

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Nymphaea wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 510–511 aufgestellt. Typusart ist Nymphaea alba L.. Synonyme für Nymphaea L. sind: Castalia Salisb., Leuconymphaea Ludw. ex Kuntze.[2]

Zu der weltweit verbreiteten Gattung Nymphaea gehören über 50 Arten, sie wird in zwei Gruppen mit insgesamt fünf Untergattungen eingeteilt.[1][3]

Gruppe Apocarpiae Caspary
Sie enthält zwei Untergattungen:
  • Untergattung Anecphya Conard: Sie enthält etwa elf Arten in Australasien:
  • Nymphaea alexii S.W.L.Jacobs & Hellq.: Es ist ein Endemit in einem kleinen Gebiet in Queensland.
  • Nymphaea atrans S.W.L.Jacobs: Sie kommt nur im nördlichen Queensland vor.
  • Nymphaea carpentariae S.W.L.Jacobs & Hellq.: Sie kommt nur im nördlichen und zentralen Queensland vor.
  • Nymphaea elleniae S.W.L.Jacobs: Sie kommt im westlichen Papua Neuguinea und nördlichen Queensland vor.
  • Nymphaea georginae S.W.L.Jacobs & Hellq.: Sie kommt in Northern Territory und Queensland vor.
  • Große Seerose (Nymphaea gigantea Hook., Syn.: Castalia gigantea (Hook.) Britten, Leuconymphaea gigantea (Hook.) Kuntze, Nymphaea gigantea var. hudsoniana F.Henkel et al., Nymphaea gigantea f. hudsonii (anon.) K.C.Landon, Nymphaea gigantea var. hudsonii anon., Nymphaea gigantea var. media F.Henkel et al., Nymphaea gigantea var. neorosea K.C.Landon, Victoria fitzroyana hort. nom. inval.): Sie kommt in New South Wales, Northern Territory und Queensland vor.
  • Nymphaea hastifolia Domin: Sie kommt im nördlichen Northern Territory und nördlichen Western Australia vor.
  • Nymphaea immutabilis S.W.L.Jacobs: Sie kommt mit zwei Unterarten in Irian Jaya und im nördlichen Northern Territory, nördlichen Queensland sowie nördlichen Western Australia vor.
  • Nymphaea macrosperma Merr. & L.M.Perry: Sie kommt im östlichen Irian Jaya, Papua Neuguinea und nördlichen Northern Territory, nördlichen Queensland sowie nördlichen Western Australia vor.
  • Nymphaea ondinea Löhne et al.: Die zwei Unterarten sind Endemiten in einem kleinen Gebiet in Western Australia.
  • Nymphaea violacea Lehm. (Syn.: Nymphaea brownii F.M.Bailey, Nymphaea casparyi Rehnelt & F.Henkel, Nymphaea gigantea var. violacea (Lehm.) Conard, Nymphaea holtzei Rehnelt & F.Henkel, Nymphaea holtzei var. albiflora Rehnelt & F.Henkel nom. inval., Nymphaea holtzei var. eleonorae Rehnelt & F.Henkel, Nymphaea rehneltiana F.Henkel, Nymphaea violacea var. coerulea Lehm.): Sie kommt in Papua Neuguinea und nördlichen Northern Territory, nördlichen Queensland sowie nördlichen Western Australia vor.
  • Untergattung Brachyceras Caspary: Sie ist pantropisch verbreitet und enthält etwa 18 Arten:
Gruppe Syncarpiae Caspary
Sie enthält drei Untergattungen:
  • Untergattung Hydrocallis: Sie enthält etwa 14 Arten:
  • Untergattung Lotos DC.: Sie enthält nur vier Arten:
  • Untergattung Nymphaea
  • Sektion Chamaenymphaea
  • Sektion Eucastalia Planchon: Mit vier Arten:
  • Sektion Xanthantha: Sie enthält nur eine Art:
  • Mexikanische Seerose (Nymphaea mexicana Zucc.): Sie ist in Mittel- und dem südlichen Nordamerika verbreitet.

Nutzung[Bearbeiten]

Von einigen Arten wurde eine große Anzahl an Sorten gezüchtet. Sie werden als Zierpflanzen verwendet.

Quellen[Bearbeiten]

  • John H. Wiersema: Nymphaea: Nymphaea - Online, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 3 - Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 1997. ISBN 0-19-511246-6. (Abschnitt Beschreibung und Verbreitung)
  • Dezhi Fu, John H. Wiersema & Donald Padgett: Nymphaeaceae: Nymphaea, S. 116 - Online., In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 6 - Caryophyllaceae through Lardizabalaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2001. ISBN 1-930723-05-9. (Abschnitt Beschreibung und Verbreitung)
  • Nymphaea im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 22. Juni 2013. (Die Datenbank gibt einen aktuellen Überblick über alle derzeit wissenschaftlich akzeptierten Arten und deren Verbreitung. Der Bearbeiter der Datenbank, John Wiersema, ist ein international anerkannter Experte für diese Gattung.)
  • Nymphaea in der Western Australian Flora. (Abschnitt Beschreibung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Perry D. Slocum: Waterlilies and Lotuses. Timber Press 2005, ISBN 0-88192-684-1 (Online-Version bei Google Books) Nymphaea auf S. 77-214.
  2. Nymphaea bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 22. Juni 2013.
  3. Nymphaea im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 22. Juni 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seerosen (Nymphaea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Seerose – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen