Seeschlacht bei Kamperduin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seeschlacht bei Kamperduin
Teil von: Erster Koalitionskrieg
Seeschlacht bei Kamperduin von Thomas Whitcombe, gemalt 1798.
Seeschlacht bei Kamperduin von Thomas Whitcombe, gemalt 1798.
Datum 11. Oktober 1797
Ort vor der niederländischen Küste bei Alkmaar
Ausgang Britischer Sieg
Konfliktparteien
Großbritannien KonigreichKönigreich Großbritannien Großbritannien Flag of the Batavian Republic.svg Batavische Republik
Befehlshaber
Großbritannien KonigreichKönigreich Großbritannien Adam Duncan # Jan Willem de Winter
Truppenstärke
16 Linienschiffe und
8 kleinere Schiffe
16 Linienschiffe und
9 kleinere Schiffe
Verluste
193 Tote und
622 Verwundete
520 Tote und
952 Verwundete
11 Linienschiffe

In der Seeschlacht bei Kamperduin während des Ersten Koalitionskrieges traf am 11. Oktober 1797 eine Flotte Großbritanniens auf Schiffe der Batavischen Republik in der Nordsee vor der niederländischen Küste bei Alkmaar. Im Englischen wird diese Schlacht Seeschlacht bei Camperdown genannt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Franzosen planten eine Landung in Irland, die von der niederländischen Flotte unter Vizeadmiral Jan Willem de Winter gedeckt werden sollte. Doch die Vorbereitungen verzögerten sich, bis es zu spät im Jahr war, um das Unternehmen noch zu starten. Trotzdem bestand die niederländische Regierung gegen den Willen von de Winter darauf, dass die Flotte Anfang Oktober in See stach.

Der Großteil der britischen Flotte unter Admiral Adam Duncan lag zu dieser Zeit zur Proviantaufnahme im Hafen von Yarmouth, während vor Texel nur ein kleines Geschwader lag. Als Duncan die Nachricht vom Auslaufen der Niederländer erhielt, ließ er sofort Anker lichten und segelte mit einem starken Wind im Rücken zur holländischen Küste. Die Flotte nahm Kurs nach Süden und sichtete den niederländischen Verband (16 Linienschiffe) am Morgen des 11. Oktober 1797, ungefähr sieben Seemeilen vor der Küste zwischen Egmond und Kamperduin.

Die Schlacht[Bearbeiten]

Der Wind blies landeinwärts. Die Niederländer bildeten eine nordwärts gerichtete Schlachtlinie, und Duncan war klar, dass sie schnell seichtes Gewässer erreichen würden – wohin die Briten mit ihren schwereren Schiffen nicht hätten folgen können, wenn er nicht unverzüglich angriff. Er plante, den Niederländern den Rückzug abzuschneiden, indem er zwischen ihre Linie und die Küste segelte. Zunächst versuchte er, seine Flotte in eine Schlachtordnung zu bringen, erkannte aber schnell, dass dazu keine Zeit mehr war und setzte das Signal, die feindliche Schlachtreihe zu durchbrechen und von Lee anzugreifen – darauf vertrauend, dass seine Kapitäne die Lage meistern würden.

“I made the signal to bear up, break the enemy’s line, and engage them to leeward, each ship her opponent, by which I got between them and the land, whither they were fast approaching.”

– 13. Oktober, ADM 1/524, zitiert nach Crimmin, 2004

Die Briten griffen in zwei Kolonnen an, und ihre beiden Spitzenschiffe durchbrachen die gegnerische Schlachtlinie. Die restlichen Schiffe legten sich neben niederländische, und in einem erbitterten Nahkampf konnten die Briten elf niederländische Linienschiffe erobern oder versenken und dabei Admiral de Winter gefangennehmen. Der Rest konnte entkommen, da auch die britischen Schiffe schwer beschädigt waren. Insgesamt hatte die britische Seite 193 Tote und 622 Verwundete zu beklagen, die niederländische 520 Tote und 952 Verwundete. Die Invasionspläne der Franzosen wurden damit vereitelt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seeschlacht bei Kamperduin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien