Seeschleuse Wilhelmshaven

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Seeschleuse Wilhelmshaven
Luftbild der Seeschleuse Wilhelmshaven von Süden her

Luftbild der Seeschleuse Wilhelmshaven von Süden her

Lage
Seeschleuse Wilhelmshaven (Niedersachsen)
Seeschleuse Wilhelmshaven
Koordinaten 53° 31′ 44″ N, 8° 9′ 32″ O53.5288888888898.1588888888889Koordinaten: 53° 31′ 44″ N, 8° 9′ 32″ O
Land: Niedersachsen, Deutschland
Ort: Wilhelmshaven
Gewässer: Innenjade - Wilhelmshavener Häfen
Daten
Eigentümer: Deutschen Marine
Betreiber: WSA Wilhelmshaven
Zuständiges WSA: WSA Wilhelmshaven
Planungsbeginn: 1917
Bauzeit: 1936 - 1945 bzw. 1957 – 1964
Betriebsbeginn: 1964
Schleuse
Typ: Seeschleuse
Wird gesteuert von: Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven
Nutzlänge: 390,00 m
Nutzbreite: 60,00 m
Durchschnittliche
Fallhöhe:
tideabhängig (je nach Wasserstand in der Jade) m
Obertor: Stahlschiebetor
Untertor: Stahlschiebetor
Sonstiges

Die Seeschleuse Wilhelmshaven in Wilhelmshaven – auch „4. Einfahrt“ genannt – ist eine Doppelschleuse und die zweitgrößte Schleuse der Welt. Sie verbindet die Innenjade über den Neuen Vorhafen mit den inneren Hafenbereichen in Wilhelmshaven und dem Ems-Jade-Kanal. Über die Anlage wird der Wasserstand im gesamten inneren Hafenbereich geregelt. Die Schleusenanlage gehört gleichzeitig zur Deichlinie und dient so dem Hochwasserschutz.

Als Schleusentore dienen vier selbstschwimmende Stahlschiebetore, die jeweils auf einem auf Schienen rollenden Unter- und Oberwagen gelagert sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Seeschleuse Wilhelmshaven (im Vordergrund: Nordhafen)

Einfahrten zu den inneren Hafenbereichen in Wilhelmshaven und dem Ems-Jade-Kanal gab es seit Ende des 19. Jahrhunderts. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden drei Einfahrten gebaut, die jedoch bald nicht mehr den Erfordernissen entsprachen (Details siehe unter Wilhelmshavener Häfen). So gab es bereits 1917 erste Planungen für den Bau der 4. Einfahrt mit der Seeschleuse.[1]

1936 wurde mit dem Bau der Seeschleuse begonnen. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges konnte nur eine Kammer der Doppelschleuse fertiggestellt werden. Die Schleuse erhielt zu diesem Zeitpunkt den Namen „Raeder-Schleuse“ nach dem zu der Zeit amtierenden Großadmiral Erich Raeder. Raeder hatte die Schleusenkammer 1941 mit der Passage des Leichten Kreuzers Emden offiziell eingeweiht. Die vollständige Schleusenanlage konnte kriegsbedingt nicht mehr in Betrieb genommen werden.[1] Die Schleusenanlage wurde zwischen 1947 und 1949 von den Siegermächten demontiert und teilweise gesprengt.[1][2]

Im Zusammenhang mit der Stationierung von Einheiten der zu gründenden Bundesmarine in Wilhelmshaven wurden 1955 Überlegungen angestellt, die Schleusenanlage wieder aufzubauen. Zwischen 1957 und 1964 wurde die Doppelschleuse mit einem überschaubaren Aufwand wieder aufgebaut,[1] da die Fundamente der Schleusenanlage durch die alliierten Sprengungen nicht beschädigt worden waren.

Die Seeschleuse sowie der davor liegende „Neue Vorhafen“ sind Anlagen des Marinestützpunktes Heppenser Groden der Deutschen Marine. Der Betrieb und die Unterhaltung der Seeschleuse sind der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes übertragen worden. Vor Ort nimmt die Aufgabe das Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven wahr.

Abmessungen[Bearbeiten]

Die beiden Kammern der Seeschleuse verfügen über die folgenden Abmessungen:[1]

 
Länge 390 Meter
Breite der Kammern 60 Meter
Durchfahrtsbreite (zwischen den Fendern) 57 Meter
Drempeltiefe 13,65 Meter (unter NN)
Wassertiefe über Drempel 14,75 Meter (unter mittlerem Hafenwasserstand)
11,45 Meter (unter SKN)
Kammerwandhöhe 19,10 Meter
Kajenhöhe 3,45 Meter (über NN)

Die Schleusentore sind jeweils 60 Meter lang, 20 Meter hoch und 10 Meter breit. Sie haben ein Gewicht von 1700 Tonnen.

Die Schleuseninsel zwischen der Ost- und Westkammer ist 90 Meter breit. Auf ihr befindet sich unter anderem das Schleusendienstgebäude.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Seeschleuse, Website des Wasser- und Schifffahrtsamtes Wilhelmshaven. Abgerufen am 9. September 2011
  2. Impressionen der 4. Einfahrt / Raederschleuse in Wilhelmshaven, Bunker-WHV.de. Abgerufen am 19. Februar 2014.