Seeshaupt

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Seeshaupt (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seeshaupt
Seeshaupt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seeshaupt hervorgehoben
47.82444444444411.300833333333597Koordinaten: 47° 49′ N, 11° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-Schongau
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Seeshaupt
Höhe: 597 m ü. NHN
Fläche: 29,97 km²
Einwohner: 3047 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82402
Vorwahl: 08801
Kfz-Kennzeichen: WM, SOG
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 152
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Weiheimer Str. 1–3
82402 Seeshaupt
Webpräsenz: www.seeshaupt.de
Bürgermeister: Michael Bernwieser (PFW)
Lage der Gemeinde Seeshaupt im Landkreis Weilheim-Schongau
Starnberger See Ammersee Landkreis Ostallgäu Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Starnberg Landkreis Landsberg am Lech Wildsteig Wielenbach Wessobrunn Weilheim in Oberbayern Steingaden Sindelsdorf Seeshaupt Schwabsoien Schwabbruck Schongau Rottenbuch Raisting Prem Polling (bei Weilheim) Penzberg Peiting Peißenberg Pähl Obersöchering Oberhausen (bei Peißenberg) Ingenried Iffeldorf Huglfing Hohenpeißenberg Hohenfurch Habach Eglfing Eberfing Burggen Böbing Bernried am Starnberger See Bernbeuren Antdorf Altenstadt (Oberbayern)Karte
Über dieses Bild

Seeshaupt ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. Sie bildet mit der Gemeinde Iffeldorf die Verwaltungsgemeinschaft Seeshaupt.

Geographie[Bearbeiten]

Seeshaupt liegt in der Region Oberland am Südende des Starnberger Sees. Es existieren folgende Gemarkungen: Jenhausen, Magnetsried, Seeshaupt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Seeufer nach Süden zu den Osterseen, deren nördlicher Teil ab dem Stechsee, sowie der Frechensee im Gemeindegebiet liegen. Im Westen zieht sich das Gemeindegebiet auf den Höhenrücken zwischen Starnberger und Ammersee, diese Gebiete sind dem Eberfinger Drumlinfeld zuzurechnen.

Geschichte[Bearbeiten]

Carl Spitzweg: Ankunft in Seeshaupt, um 1880

Seeshaupt wurde angeblich 740 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Bis zur Säkularisation im Jahre 1803 waren die Einwohner von Seeshaupt meist Abhängige der umgebenden Klöster: Polling, Bernried, Benediktbeuern, Beuerberg und Habach. Seeshaupt gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Weilheim des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges am 30. April 1945 kam im Ort ein Eisenbahn-Evakuierungstransport aus dem Dachauer KZ-Nebenlager Mühldorf mit 3.000 Konzentrationslager-Häftlingen zum Stehen, die von US-Truppen befreit wurden. 92 von ihnen starben an den erlittenen Misshandlungen und wurden im Ort begraben. Am 30. April 1995, 50 Jahre später, wurde ein Mahnmal an der Bahnhofstraße errichtet. Jedes Jahr am 30. April findet dort eine Gedenkfeier statt.[2][3] Die zunächst vor Ort begrabenen Toten wurden in den Jahren 1955 und 1956 nach Dachau umgebettet.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1938 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Arnried eingegliedert.[5]

Bei der Gemeindegebietsreform wurde am 1. Mai 1978 die früher eigenständige Gemeinde Magnetsried eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2000 2005 2011
Anzahl der Einwohner[7] 595 694 965 1.326 1.359 2.427 1.993 2.092 2.545 2.764 2.885 2.866

Die Europäische Kommission will das in Seeshaupt verfolgte Einheimischenmodell zur Stabilisierung der Altersstruktur durch Bevorzugung von jungen Familien aus der Region beim Verkauf von Baugrundstücken kippen, da es einer Verletzung des Gleichheitsprinzips gleichkomme.[8]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Michael Bernwieser (PFW). Er wurde am 4. März 2008 offizieller Nachfolger von Hans Kirner (SPD).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
Partei/Liste Wahl 2014[9][10] Wahl 2008
Sitze Sitze
CSU 5 5
SPD 2 4
PfB 5 5
FDP 1
GrAS 3
Sitze gesamt 16 14

Gemeindesteuern[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1903 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 408 T€.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Michael
Anna-Kapelle mit Fresken im Turm aus der Romanik, heutiger Altarraum erbaut 1482, Erweiterung 1909 (mit historischer Weigle-Orgel[11])
  • Seegerichtssäule am Dampfersteg[12]

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Seeshaupt

Fotos[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

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Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1998 insgesamt 749. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es keine, im Bauhauptgewerbe 5 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 42 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1112 ha. Davon waren 93 ha Ackerfläche und 1015 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Seeshaupt liegt an der Staatsstraße 2064 Weilheim – Seeshaupt – Königsdorf – Bad Tölz mit Anschluss an die A 95 sowie an der Staatsstraße 2063 Starnberg – Tutzing – Seeshaupt – Penzberg. Seeshaupt hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke München – Tutzing – Kochel, der Kochelseebahn. Es wird vom RVO-Bus 9614 Tutzing – Penzberg sowie von der MVV-Buslinie 373 Seeshaupt - Wolfratshausen angefahren und von den Schiffen der Bayerischen Seenschifffahrt angelaufen.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 2 Kindergärten mit 75 Kindergartenplätze mit 67 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 8 Lehrern und 147 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]


Quellen[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 193.
  3. Der Film „Endstation Seeshaupt“ von Walter Steffen erzählt die Geschichte des Todeszugs. (Rezension muenchenblogger.de; April 2011).
  4. siehe Seite der Gemeinde Seeshaupt über das Mahnmal.
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 591.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 596.
  7. Kommunalstatistik von Seeshaupt, abgerufen am 6. November 2010.
  8. Einheimischenmodell: Familienstand soll Wohnsitz übertrumpfen – Meldung vom 11. August 2010 bei merkur-online.
  9. Ergebnis der Kommunalwahlen 2014, abgerufen am 18. März 2014.
  10. Weilheimer Tagblatt vom 18. März 2014, Lokalteil S. 8.
  11. Die historische Weigle-Orgel.
  12. Die Seegerichtssäule von Seeshaupt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seeshaupt – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Seeshaupt – Reiseführer