Seestadt Aspern

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f1f0f1

Aspern Seestadt (Stadtentwicklungsprojekt)
Logo von aspern – Die Seestadt Wiens
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Seestadt Aspern (Wien)
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Basisdaten
Bundesland Wien (W)
Gerichtsbezirk Donaustadt
Gemeindebezirk Wien 22.Bezirk:Donaustadt  (KG Aspern)
Koordinaten 48° 13′ 33″ N, 16° 30′ 13″ O48.22583333333316.503611111111157Koordinaten: 48° 13′ 33″ N, 16° 30′ 13″ O
Höhe 157 m ü. A.
Statistische Kennzeichnung
Bild
Blick von Norden auf das Stadtentwicklungsgebiet Seestadt Aspern, 2012
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; ViennaGIS

Die Seestadt Aspern (amtlich auch Aspern Seestadt,[1] Projektname: aspern – Die Seestadt Wiens) ist ein in Bau befindlicher Stadtteil im 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt und eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas der 2010er Jahre. Über einen Zeitraum von rund 20 Jahren soll ein neuer Stadtteil entstehen, in dem über 20.000 Menschen wohnen und arbeiten sollen. Die erste von drei Entwicklungsetappen konzentriert sich bis etwa 2017 auf den Süden des Stadtteils.

Lage[Bearbeiten]

Seestadt Aspern mit See, 2012

Die geplante Seestadt liegt etwa sieben Kilometer östlich der Innenstadt, am anderen Donauufer schon am Rande des Marchfelds.

Das Areal wird folgendermaßen umgrenzt:


Lagen der benachbarten Stadtteile:
Hirschstetten Breitenlee

Lackenjöchl

Neuessling
Stadtrandsiedlung Nachbargemeinden Essling
Aspern

Geschichte[Bearbeiten]

Das Areal nordöstlich des historischen Dorfes Aspern im Marchfeld wurde nach einem künstlichen See in der Mitte des Entwicklungsgebiets benannt.

Auf dem ehemaligen Flugfeld Aspern, Wiens Flugplatz der Zwischenkriegszeit, sollen bis zum Jahr 2028Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren rund 240 Hektar verbaut werden.[2] Dies entspricht der Fläche des 7. und des 8. Wiener Gemeindebezirks. Geplant sind etwa 10.500 Wohnungen für 20.000 Menschen und Betriebsstätten für 15.000 Büroarbeitsplätze sowie 5.000 Arbeitsplätze in Gewerbe, Wissenschaft, Forschung und Bildung.[3]

Für die Entwicklung und Verwertung ist die Wien 3420 Aspern Development AG zuständig, eine Immobilienentwicklungsgesellschaft, die im Dezember 2004 als Tochterfirma der Wirtschaftsagentur Wien, eines Fonds der Stadt Wien (73,6 %), und der Bundesimmobiliengesellschaft (26,4 %) gegründet wurde.[4] Die Planung erfolgt im Einvernehmen mit den zuständigen Magistratsabteilungen der Stadtverwaltung und den Wiener Linien, der Verkehrsgesellschaft der Stadt Wien.

Stadtplanung[Bearbeiten]

Das städtebauliche Konzept[1] der Seestadt ist auf die Durchmischung von Funktionen ausgerichtet, es soll keine reine Wohnnutzung oder Gewerbenutzung geben. Dadurch soll eine Schlafstadt vermieden und im Tagesverlauf durchgehende Belebung erzielt werden. Der Masterplan für die Seestadt wurde vom schwedischen Architekten Johannes Tovatt erstellt und am 25. Mai 2007 vom Wiener Gemeinderat einstimmig beschlossen. Wesentliche Inhalte sind die funktionale Anordnung von Nutzungen und die räumliche Ausgestaltung kleiner wie auch großer städtebaulicher Gesten zu einem urbanen Gesamtkonzept.

Öffentlicher Raum[Bearbeiten]

Die geografische Mitte der Seestadt wird ein fünf Hektar großer See, der großteils bereits besteht, in einem zusammen neun Hektar großen Park bilden. Der See wird aus Grundwasser gespeist.[5] Der öffentliche Raum – also Straßen, Plätze und Parks – nimmt 50 % der Gesamtfläche der Stadtentwicklung ein.

Um den öffentlichen Raum für die Menschen, die in der Seestadt wohnen und arbeiten sollen, attraktiv zu gestalten, wurden die dänischen Freiraumplaner Gehl Architects von der Wien 3420 AG und der Magistratsabteilung 19 (Architektur) mit der Erstellung eines Planungshandbuchs für den öffentlichen Raum (einer „Partitur des öffentlichen Raums“) beauftragt.[6] Dem Planungshandbuch liegt der Gedanke zugrunde, dass öffentliches Leben ein kostbares Gut ist, das es zu konzentrieren gilt.[7] Deshalb haben Gehl Architects besonders wichtige Achsen in der Seestadt herausgearbeitet: die Ringstraße als Hauptverkehrsachse, die den Namen Sonnenallee erhalten hat, die Rote Saite (Einkaufsstraße, Kultur), die Blaue Saite (Seepark und Promenade) und die Grüne Saite (Grünflächen, Naherholungsflächen).[8]

Bis 2015 werden drei Parks errichtet, der zentrale Seepark, der Yella-Hertzka-Park und der Hannah-Arendt-Park, zusammen mit acht Hektar (Spatenstich 26. Mai 2014).[9]

Bauphasen[Bearbeiten]

Die Wohnhausanlage in der Maria-Tusch-Straße war die erste, die im September 2014 den Mietern übergeben wurde

Die Errichtung der Seestadt Aspern soll bisVorlage:Zukunft/In 5 Jahren 2028 in drei Etappen erfolgen:

  • Etappe 1 (2009 bisVorlage:Zukunft/In 3 Jahren 2017): Die Entwicklungsgesellschaft Wien 3420 Aspern Development AG errichtet die Grünräume sowie die technische Infrastruktur (Straßen, Kanal usw.) und leistet damit den Anschub für die Entwicklung der Seestadt. Im ersten großflächigen Ausbau im südwestlichen Teil der Seestadt entsteht ein gemischtes Quartier mit ca. 2.600 Wohneinheiten, Büros, Handels- und Dienstleistungsunternehmen sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Das große Volumen soll die Nahversorgung und den angestrebten Nutzungsmix von Beginn an sicherstellen. Im Oktober 2013 sind die U-Bahn-Stationen Aspern Nord am Nordrand des Gebiets und Seestadt als Endstation der Linie U2 im Süden eröffnet worden. In diese Etappe fällt ebenso der Aufbau eines F&E-Parks (Forschung und Entwicklung). Als erstes Impulsprojekt entsteht dort ein Innovationsquartier (Technologiezentrum), für das ein Realisierungswettbewerb gestartet wurde. Mit dem aspern IQ wurde 2012 ein erster Ansiedlungskern erstellt. Im September 2014 wurden die ersten Wohnungen den Mietern übergeben.[10]
  • Etappe 2 (2017 bis 2022): Der Bahnhof Aspern Nord sowie die Verbindung durch eine leistungsfähige Stadtstraße an die Autobahn A 23 und die Spange S 1 werden fertiggestellt. Weitere Wohn- und Mischquartiere und das Bahnhofs- und Büroviertel entstehen.
  • Etappe 3 (ab 2022): An den Bahnhof, die Einkaufsstraße und die U-Bahntrasse angrenzende Gebiete werden weiter verdichtet, der Nutzungsmix wird weiter verbessert.[11]

Besiedlung[Bearbeiten]

Am 4. September 2014 zogen die ersten Bewohner der Seestadt ein. An diesem Donnerstag wurden 18 Wohneinheiten an Mitglieder der Baugruppe „JAspern“, die unter Architekt Fritz Oettl den Wohnblock von Anfang an mitplanten,[12] übergeben. Da außer der U-Bahn-Anbindung und provisorischen Straßen die Infrastruktur noch komplett fehlt, können Einkäufe zu gewissen Zeiten bei einem mobilen Greißler getätigt werden.[13]

Kulturelles und Mediales[Bearbeiten]

Beleuchtete Kräne der Kunstaktion Kranensee, 2014

Am 15. Februar 2014 fand auf der Baustelle der Seestadt Aspern die Kunstaktion Kranensee - ein Ballett der Kräne statt. Es wurden einige der 42 damals aufgebauten Turmdrehkrane und eine Betonpumpe mit verschiedenfarbigen Scheinwerfern bestückt, die zu eigens komponierter orchestraler Musik leuchteten, 15 Krane waren mit Kranführern besetzt, die die Ausleger zur Musik passend drehten.[14][15]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seestadt Aspern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b ViennaGIS → Flächenwidmungs- und Bebauungsplan – dort auch die Grundpläne teils noch ungebauter Areale
  2. Aspern: Start klar für Seestadt, wien-heute.at, 3. Juli 2009.
  3. Seestadt Wien: Die Arbeiten haben begonnen, ORF Wien, 3. Juli 2009.
  4. Start klar für aspern Die Seestadt Wiens, Presseaussendung APA OTS0186, 3. Juli 2009.
  5. Eindrücke von der Baustelle Seestadt Aspern, derStandard.at, 18. Mai 2011.
  6. Präsentation der Partitur des öffentlichen Raums, Presseaussendung APA OTS0055, 29. Oktober 2009.
  7. Seestadt oder Schlafstadt. In: Falter, Wien, Nr. 45 / 2009.
  8. aspern Seestadt Partitur, Download auf aspern-seestadt.at
  9. Spatenstich für drei neue Parks in aspern Die Seestadt Wiens, wien.at, Umwelt & Klimaschutz, abgerufen 1. Juni 2014.
  10. aspern Seestadt - Erste Wohnungen wurden an MieterInnen übergeben
  11. aspern Seestadt Facts & Figures, aspern-seestadt.at, abgerufen 2014.
  12. JAspern Projektentwicklung für eine Baugruppe in Wien Aspern-Seestadt. pos architekten ZT-KG, abgerufen am 4. September 2014 (enthält Plan und Bilder).
  13. Aspern: Erste Bewohner ziehen in die Seestadt. diePresse.com, 4. September 2014, abgerufen am 4. September 2014.
  14. 14.000 bei „Kranensee“, wien.orf.at, 15. Februar 2014
  15. Kranensee, ein Ballett-der Kräne in der Seestadt, aspern-seestadt.at (Link nicht mehr verfügbar)