Seestraße (Berlin-Wedding)

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Kreuzung See-/Müllerstraße, Multiplex-Kino Alhambra
Eingang zum Urnenfriedhof
U-Bahnhof Seestraße

Die Seestraße ist eine 3,2 Kilometer lange Hauptverkehrsachse, die von Südwesten nach Nordosten größtenteils im Ortsteil Wedding des Berliner Bezirks Mitte verläuft und ein Zubringer zur Stadtautobahn A100 ist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Straßenverlauf

Die Seestraße ist Teil des offenen Straßenrings um die Berliner Innenstadt der in Neukölln als A100 beginnt und bis nach Friedrichshain führt. Die Straße beginnt im Süden als Fortführung der Berliner Stadtautobahn A100, Abfahrt „Seestraße“ an der Ortsteilgrenze Charlottenburg-NordMoabit. Nach 500 Metern überquert sie den Hohenzollernkanal und erreicht damit den Ortsteil Wedding. Sie führt südlich am Plötzensee, dem sie ihren Namen verdankt, vorbei in Richtung Kreuzung mit der Afrikanischen und der Amrumer Straße.

Auf diesem Abschnitt befinden sich an der nördlichen Seite die St.-Pauls-, Nazareth- und St.-Johannis-Kirchhöfe und gegenüber das Areal des „Rudolf-Virchow-Klinikums“. Am Kreuzungspunkt mit der Müllerstraße liegen der von Heinrich Jennen geplante und 1923 eröffnete U-Bahnhof Seestraße sowie der Haupteingang zum städtischen Urnenfriedhof Seestraße. Weiter verläuft die Straße südlich des St.-Philippus- und des städtischen Urnenfriedhofs sowie des Apostelkirchhofs bis zum Louise-Schroeder-Platz und geht dort an der Grenze zu Gesundbrunnen in die Osloer Straße über.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Straße verläuft durch das Gebiet der früheren Kämmereiheide. Sie entstand im Zuge der Parzellierung dieses Forstgebiets im Jahre 1827. Ihre Bebauung erfolgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Seestraße verlief früher im Süden noch weiter entlang des nördlichen Ufers des „Neuen Verbindungskanals“ bis zum Habsburger Ufer. Auf dieser Trasse verläuft heute die Berliner Stadtautobahn A100, die an der Seestraßenbrücke beginnt.

An ihrem östlichen Ende, dem heutigen Louise-Schroeder-Platz - damals noch Oskarplatz - verlief die Seestraße ursprünglich diagonal weiter bis zur Letteallee. Dieses Ende wurde jedoch am 15. November 1957 in Reginhardstraße umbenannt. Die direkte Verbindung zwischen Oskarplatz und heutiger Reginhardstraße wurde zugunsten einer übersichtlicheren Kreuzungsführung aufgelöst.

Am südlichen Ende der Seestraße befindet sich das Abwasserpumpwerk Seestraße. Hier wurde bereits 1886 das Abwasser zu den nördlich Berlins gelegenen Rieselfeldern nach Schenkendorf, Müllersfelde, Lindenhof und Schönerlinde gepumpt. Das 1997 modernisierte Werk befördert die Abwässer heute zum Klärwerk Ruhleben.

Auf der anderen Straßenseite befindet sich das frühere Strafgefängnis Plötzensee (in Berlin „Die Plötze" genannt) mit der nahe gelegenen Militärbadeanstalt. Heute sind dort die Jugendstrafanstalt und die Jugendhaftanstalt Plötzensee untergebracht. Auf dem Gelände der Strafanstalt findet sich auch die Gedenkstätte Plötzensee. Die ehemalige Militärbadeanstalt ist ein Freibad mit Bootsverleih geworden.

Hier agierte der Schuhmacher Wilhelm Voigt, der am 16. Oktober 1906, in der Uniform eines Hauptmanns auftauchend, die in der Seestraße stationierte Mannschaft der Schwimmschulwache vom Plötzensee seinem Kommando unterstellte, mit ihr nach Köpenick fuhr und dort die Ratsschatulle übernahm. Durch Carl Zuckmayers 1931 geschriebenen Roman „Der Hauptmann von Köpenick. Ein deutsches Märchen“ ging der Streich in die Literaturgeschichte ein.

Die Seestraße ist von Beginn an recht breit mit einem grünen Mittelstreifen angelegt worden. Von der am Südende der Straße gelegenen Beusselstraße über den damaligen Oskarplatz weiter bis nach Prenzlauer Berg fuhren seit Beginn der 1930er auf dem Mittelstreifen Straßenbahnen. Sie dienten unter anderem als Zubringer zur Olympischen Radrennbahn, die 1936 direkt neben der Strafanstalt Plötzensee errichtet wurde.

Nachdem am 15. Januar 1953 der gemeinsame Straßenbahnbetrieb zwischen Ost- und West-Berlin endete und am 2. Oktober 1967 auch die letzte West-Berliner Straßenbahn ihren Betrieb einstellte, wurde erst nach der Wende wieder eine Straßenbahnstrecke auf der Seestraße bis zum Virchow-Klinikum neu erbaut und am 25. Oktober 1997 in Betrieb genommen.

Entlang der Seestraße befinden sich die Gebäude der ehemaligen Bergmann Electricitäts-Werke Aktiengesellschaft; ab 1932 wurden dort im OSRAM-Werk B (wie Bergmann) Glühlampen produziert. Mittlerweile ist die unter Denkmalschutz stehenden Immobilie als „OsramHöfe“ anderweitig vermietet.

OsramHöfe im ehemaligen Osram-Werk B, den früheren Bergmann-Elektricitäts-Werken, Seestraße 64

[Bearbeiten] Gebäude

In der Seestraße befinden sich folgende, erwähnenswerte Gebäude, die alle unter Denkmalschutz stehen:

[Bearbeiten] Kapernaumkirche

Kapernaumkirche

(Hausnr. 34/35 zusammen mit dem Pfarr- und Gemeindehaus)
1900-1902 in damals noch unbebautem Gebiet errichtet. Das Grundstück sowie das Geld zum Bau der Kirche wurde der Kirche geschenkt, um eine Aufwertung des umliegenden Baulandes zu erreichen, das dem Schenker Graf Eduard Karl v. Oppersdorf gehörte.

[Bearbeiten] Mietshaus Hausnr. 99

1899-1900 von Arnold Kuthe errichtet und mit zahlreichem Bauschmuck verziert, der vollständig erhalten geblieben ist.

[Bearbeiten] OsramHöfe

Nutzung als Verwaltungsbau und Glühlampenwerk der Bergmann Electricitäts-Werke Aktiengesellschaft. Ab 1932 Glühlampenwerk B der OSRAM GmbH, Hausnr. 64/65)
In verschiedenen Bauabschnitten ab 1904 errichtet, beherbergen heute die OsramHöfe.

[Bearbeiten] Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie

(Hausnr. 13)
1901-1905 errichtet.

[Bearbeiten] Nachweise und Weblinks

52.54777777777813.346944444444Koordinaten: 52° 32′ 52″ N, 13° 20′ 49″ O

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