Seiffener Kirche

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Außenansicht der Seiffener Kirche

Die Seiffener Kirche, oder wie sie offiziell heißt, Bergkirche Seiffen, ist die evangelisch-lutherische Kirche in der Gemeinde Seiffen im Erzgebirgskreis in Sachsen. Sie ist das Wahrzeichen des Ortes und ein beliebtes Motiv der Erzgebirgischen Volkskunst.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Aufriss Seiffener Kirche 1776.jpg
Achteckiger Grundriss der Kirche

Die Seiffener Kirche steht auf einem Bergvorsprung in der Ortsmitte. Der Überlieferung nach hat hier erstmals um 1570 eine kleine Kapelle gestanden, die im Frühjahr 1776 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Nach einem Plan des in Kreischa bei Dresden ansässigen Christian Gotthelf Reuther (1742–1795), der sich die Dresdner Frauenkirche zum Vorbild nahm, wurde die neue Kirche von 1776 bis 1779 im Grundriss eines Oktogons errichtet. Die neue Bergkirche wurde am 7. November 1779 durch Superintendent Christoph Gottlob Grundig aus Freiberg geweiht. Über dem Eingang der Kirche, die als ein Zeugnis der Frömmigkeit der Bergleute gilt, befindet sich die Weihinschrift: „Zur Ehre Gottes und zum Heil der Menschen“. Auf der Wetterfahne der Kirche steht eine aus Bronze gegossene Bergmannsfigur, die auf den Zinnbergbau verweist, dem der Ort Seiffen seine Entstehung verdankt.[1]

Innenausstattung[Bearbeiten]

Innenraum der Kirche

Aus der Erbauungszeit stammt der für sächsische Barockkirchen typische Kanzelaltar und die beiden Beichtstübchen links und rechts vom Altar. Aus der Vorgängerkirche übernommen wurden das Trostkreuz an der Säule neben dem Altar und der aus der Glashütte Heidelbach stammende Glasleuchter über dem Taufständer (1670 entstanden). Die anderen drei Glasleuchter stammen aus den Jahren 1784, 1815 und 1884 und wurden in böhmischen Glashütten gefertigt. 1798 erfolgte die Erweiterung der Westempore für die erste Orgel. 1833 wurde die Anzahl der Sitzplätze durch Einbau zweier Logen und der umlaufenden Empore im Altarraum auf heute ca. 500 erhöht. 1873 wurde von den Gebrüdern Poppe aus Roda die heutige Orgel erbaut (2 Manuale, 16 Register). Die Jahreszahlen unter der Orgelempore geben in Kurzform die Baugeschichte der Kirche wider. Über dem Haupteingang der Kirche hängt ein altes Sargauflegekreuz. Mit der rückseitigen Inschrift „Bergknappschaft Seiffen 1688“ verweist es auf die 1686 erstmals urkundlich erwähnte Seiffener Bergknappschaft. Bergmann und Engel mit Lichtern in der Hand am Haupteingang der Kirche erinnern daran, dass der Ort Seiffen von der Weihnachtsfreude lebt. Die beiden Wappen im Altarraum erinnern an die Familie von Schönberg auf Schloss Purschenstein, die lange als Patronen der Kirche wirkten und an das bis 1849 bestehende Seiffener Bergamt.

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Seiffener Kirche als Motiv der Erzgebirgischen Volkskunst

Die Kirche ist zweifellos die am häufigsten in Holz dargestellte Kirche der Welt. Lichterkirche wird sie genannt, weil sie bis 1959 fast ausschließlich von Kerzen beleuchtet wurde. Sie gilt als eine beliebte Hochzeitskirche. 2009 wurde sie von Besuchern aus 27 Ländern besucht.[2] Die Kirche ist eine ausgewählte Stätte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Harzer/Günther Zielke: Ein Heft zur Seiffener Bergkirche für Kinder und Erwachsene, Seiffen 2007
  • Barbara Bechter: Bergkirche Seiffen, Deutscher Kunstverlag 2010
  • Akte über den Bau der Kirche 1772–1779, Pfarramt Seiffen
  • Gästebücher der Kirche, aufbewahrt im Pfarramt Seiffen
  • Richard Steche: Seiffen. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 3. Heft: Amtshauptmannschaft Freiberg. C. C. Meinhold, Dresden 1884, S. 121.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seiffener Kirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Baugeschichte der Kirche (pdf) Seiffener Kirche. Abgerufen am 21. April 2010.
  2. Seiffener Barockkirche. Gemeindeverwaltung Seiffen. 2009. Abgerufen am 21. April 2010.

50.64725277777813.451572222222Koordinaten: 50° 38′ 50,1″ N, 13° 27′ 5,7″ O