Seiser Alm

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Blick über die Seiser Alm zur Langkofelgruppe hin
Blick über die Seiser Alm zum Schlern hin
Compatsch: die größte Siedlung auf der Seiser Alm

Die Seiser Alm (italienisch Alpe di Siusi, ladinisch Mont Sëuc) ist die größte Hochalm Europas. Sie liegt in den Südtiroler Dolomiten in Italien, rund 20 km nordöstlich von Bozen und oberhalb der bekannten Tourismus-Orte Seis am Schlern, Kastelruth und St. Ulrich in Gröden.

Geographie[Bearbeiten]

Blick über die Seiser Alm zur gegenüberliegenden Geisler- und Puezgruppe hin
Die Seiser Alm vom Pizberg aus gesehen

Die Alm hat eine Größe von 57 km², befindet sich auf einer Höhe von 1680 m s.l.m. bis 2350 m s.l.m., und ist eines der größten geschlossenen Hochplateaus mit Mittelgebirgscharakter in den Alpen. Der westliche Teil bildet seit 1975 zusammen mit großen Teilen der Schlerngruppe und des Rosengartens den Naturpark Schlern-Rosengarten.

Der Schlern, die Roterdspitze und die Rosszähne grenzen die Seiser Alm nach Südwesten hin ab. Nach Südosten schließt sich das markante Bergmassiv der Langkofelgruppe an. Nach Norden hin fällt die Seiser Alm hinter den Randerhebungen Puflatsch und Pizberg nach Gröden hin ab. Im Westen sinkt das Gelände über das vorgelagerte Schlerngebiet Richtung Eisacktal.

Die Besiedlung der Seiser Alm gliedert sich in zwei Ortszonen: das touristisch stark erschlossene Compatsch 1860 m s.l.m. am äußersten Westrand der Hochfläche sowie Saltria 1680 m s.l.m., welches 5 km östlich, direkt unterhalb des Plattkofels, liegt.

Von Seis aus ist der Zugang zur Seiser Alm mit regelmäßig verkehrenden Bussen und einer modernen Umlauf-Gondelbahn möglich, welche ihrerseits durch einen Busdienst an das Gebiet um Kastelruth und Völs angebunden ist. Eine weitere Gondelbahn verkehrt von St. Ulrich in Gröden. Saisonweise werden auch Linienbusse von Monte Pana nach Saltria eingesetzt. Mit privaten Fahrzeugen ist eine Zufahrt zur Seiser Alm nur in den Abend- und Nachtstunden gestattet. Das Gebiet ist touristisch intensiv erschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Nutzung der Hochalm reicht weit zurück.[1] Um 1600 beschreibt Marx Sittich von Wolkenstein in seiner „Tiroler Landesbeschreibung“ die Seiser Alm wie folgt:

Es ligt auch ab den dorf Castelreudt die allerschonische und grosse alm, so man nit jr gleichen in landt findt, und man eine teische meil [deutsche Meile] wegs von dorf hinauf ist, genant die Seysser Almb, darauf man jarlichen in sumber in die 1.500 kie [Kühe] und bey 600 ogsen [Ochsen] erhalten und nichgest [nicht weniger als] in die 1.800 futer hey [Fuder Heu] herab gefiert werten und auch etliche heuter zendten [hundert Zentner] schmalz und käs gemacht werten. So solten auch bey 400 heythillen [Heustädel] darauf stein und 100 kaserthillen [Schwaigen] und umb Jacobi [25. Juli] bey 4 oder 5 wochen bey 4.000 man und weib daroben ligen und arbeyten tain in hey und das kroffigist [kräftigste] und peste hey, so man in landt findt, ist.[2]

Sommer[Bearbeiten]

Die Seiser Alm im Sommer

Im Sommer lädt das Gebiet zu Wanderungen und Bergtouren ein. Besonders die vielfältige Flora zieht im Sommer viele Touristen an. Im Frühjahr 2006 wurde der Hans-und-Paula-Steger-Weg fertiggestellt. Dieser Weg führt in Ost-West-Richtung von Compatsch nach Saltria und ist mit Informationstafeln gestaltet, die Einblicke in Landschaft und Kultur der Seiser Alm und Südtirols geben.

Winter[Bearbeiten]

Die Seiser Alm im Winter

Besonders populär sind Skifahren und Snowboarden, denn die Seiser Alm verfügt über 60 km Abfahrtspisten, zahlreiche Liftanlagen und einen Funpark. Darüber hinaus wird ein Loipennetz von fast 60 km angeboten. Weitere auf der Seiser Alm praktizierbare Wintersportarten sind das Rodeln und das Schlittschuhlaufen. Zudem verfügt die Seiser Alm über zwei Skischulen mit mehr als 50 Skilehrern für Ski-, Snowboard- und Langlaufkurse.

Kultur[Bearbeiten]

2008 wurde in der Ortszone Compatsch eine Kirche errichtet, die am 20. September 2009 dem Hl. Franziskus geweiht wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nikolaus Grass: Aus der Rechtsgeschichte der Seiser Alm. In: Der Schlern 60, 1986, S. 293–314.
  2. Seiser Alm: Schlerngebiet

Bibliographie[Bearbeiten]

  • Edgar Moroder: Seiser Alm – Mont de Sëuc. Begleitbuch der Flurnamenkarte. Lia per Natura y Usanzes Urtijëi, St. Ulrich 2001, ISBN 88-86102-27-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seiser Alm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Panorama über die Seiser Alm vom Großen Rosszahn aus: links die Roterdspitze und der Schlern, zentral die Seiser Alm mit den Randerhebungen Puflatsch und Pizberg, rechts der Langkofel (großteils verdeckt durch den Plattkofel)

46.54111111111111.6447222222222000Koordinaten: 46° 32′ N, 11° 39′ O