Seitenführungskraft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Seitenführungskraft ist die Kraft in der Kontaktzone Rad und „Fahrbahn“ senkrecht auf der Schnittlinie Fahrbahn und Radmittenebene. Sie wirkt auf das Rad. Unter Fahrbahn ist bei luftbereiften Fahrzeugen die Straße, bei Schienenfahrzeugen die Schiene zu verstehen.

Straßenfahrzeuge[Bearbeiten]

Bei Reifen hängt die Seitenführungskraft von Schräglaufwinkel, Radlast, Schlupf, Radsturz sowie dem Reibwert zwischen Reifen und Fahrbahn ab.

Die Seitenführungskräfte werden über den elastisch an die Felge angekoppelten Reifen zum Aufbau übertragen. Die vom Reifen auf die Straße übertragbaren Kräfte stellen dabei ein begrenzendes Element für Kurvenfahrten dar. Die Höhe der maximal möglichen Seitenführungskraft ist neben dem Reibwert zwischen Reifen und Fahrbahn auch von der Beschleunigungs- bzw. Bremskraft abhängig. Die Zusammenhänge lassen sich mit dem Kammschen Kreis veranschaulichen.

Schienenfahrzeuge[Bearbeiten]

Bei Schienenfahrzeugen bestimmt die Auslegung der Schiene (insbesondere die Kurvenneigung) und des Rades die maximale Seitenführungskraft. Dynamische Instabilitäten und der durch die Lage des Schwerpunkts definierte Kippwinkel begrenzen die maximal mögliche Kurvengeschwindigkeit für das betreffende Fahrzeug.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl-Heinz Dietsche, Thomas Jäger, Robert Bosch GmbH: Kraftfahrtechnisches Taschenbuch 25. Auflage, Friedr. Vieweg & Sohn Verlag, Wiesbaden, 2003, ISBN 3-528-23876-3