Seki Takakazu

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Seki Takakazu (jap. 関 孝和; * 1637/1642? in Fujioka; † 5. Dezember 1708[1]; traditionelles Datum: Hōei 5/10/24), auch Seki Kōwa (die sino-japanische Lesung seines Namens), war ein japanischer Mathematiker. Er entdeckte viele Theoreme und Theorien, die kurz zuvor oder auch erst kurz danach unabhängig in Europa entdeckt wurden, und gilt als der wichtigste Mathematiker des Wasan.

Zeichnung von Seki Takakazu in Tensai no Eikō to Zasetsu von Masahiko Fujiwara

Leben[Bearbeiten]

Für seine Studien griff Seki Takakazu im Wesentlichen auf damals weitgehend unbekannte chinesische Werke aus den Song- und Yuan-Dynastien zurück. Er war ein Vasall der Daimyō des Lehen Kōfu Tokugawa Tsunashige und dessen Sohn Tokugawa Tsunatoyo, dem späteren 6. Tokugawa-Shōgun.

Sein Ruf stammt hauptsächlich von der durch seine Arbeiten begründeten Seki-Schule, die bis zum Ende der Edo-Zeit die einflussreichste in Japan war.

In seinem 1685 erschienenen Werk Kaiindai no Hō (解伏題之法, dt. „Methode, um verborgene Probleme zu lösen“) beschreibt er eine alte chinesische Methode zur Nullstellenberechnung von Polynomen und erweitert sie um das Finden aller reellen Nullstellen. Er entdeckte auch die Bernoulli-Zahlen vor Bernoulli.

Er leistete einen wichtigen Beitrag bei der Entdeckung der Determinanten.[2][3] Zwar behandelte er nur 2×2- und 3×3-Matrizen und schaffte es nicht, die Berechnung auf den allgemeinen Fall zu erweitern, war aber dennoch allgemeiner als Leibniz 10 Jahre später. Der allgemeine Fall wurde von seinen Schülern behandelt, die den Laplaceschen Entwicklungssatz vor Laplace entwickelten. Sie benutzten Determinanten, um Variablen in Gleichungssystemen zu eliminieren.

Bei der Berechnung der Kreisfläche und damit der Kreiszahl \pi verwendete er im Gegensatz zur in Europa benutzten Exhaustionsmethode, die auf der Einbeschreibung einer endlichen Zahl von Polygonen beruht, eine unendliche Reihe. Die verwendete Reihe tauchte in Europa erst 1737 in einem Brief von Euler an Johann Bernoulli auf. Dieses Verfahren, quadratische Gleichungen durch unendliche Reihen zu lösen, wird Enri (円理, dt. „Kreisprinzip“) genannt.

Zeichnung von Seki Takakazu

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite der japanischen mathematischen Gesellschaft mit dem korrekten Todesdatum
  2. H. Eves: An Introduction to the History of Mathematics. Saunders College Publishing, 1990, S. 405.
  3. David Eugene Smith, Yoshio Mikami: A History of Japanese Mathematics. Open Court Publishing, Chicago 1914, S. 124.
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Seki der Familienname, Takakazu der Vorname.