Selbstbestäubung

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Mangels Bestäuber im zeitigen Frühjahr bestäubt sich das Kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) häufig selbst.

Der Begriff Selbstbestäubung oder Autogamie (von altgr. αὐτός autós „selbst“ und γάμος gámos „Hochzeit, Vermählung; Ehe“) bedeutet, dass eine Pflanze von ihrem eigenen Pollen bestäubt wird. Dabei kann es sich um eine hermaphroditische oder einhäusige Pflanze handeln. In der Landwirtschaft werden die Selbstbestäuber Selbstbefruchter genannt; typische Vertreter sind Gerste, Bohne und Erbse.

Die Selbstbestäubung geschieht häufig beim Schließen einer Blüte, falls die Staubblätter die Narbe dann berühren. Der Transport von den Staubblättern zur Narbe derselben Pflanze kann aber auch durch Wind, Wasser oder Tiere (z. B. Insekten, Fledermäuse, Vögel) vermittelt werden. Findet die gezielte Selbstbestäubung schon vor dem Öffnen der Blüte statt, so spricht man auch von Kleistogamie.

Das Gegenteil der Selbstbestäubung ist die Fremdbestäubung.

Vorteile[Bearbeiten]

Die Selbstbestäubung kann besonders für Pionierpflanzen, die durch Ferntransport ausgebreitet werden, von Vorteil sein. Dies bietet den Pflanzen die Möglichkeit, auch als einzelnes Individuum eine große Population aufzubauen. Lebensräume, an denen selbstbestäubende Pflanzen sehr verbreitet sind, sind vor allem Inseln (Inselflora) und Extremstandorte mit fehlenden Bestäubern (Wüste/Arktis). Dabei ist der Anteil selbstbestäubender Pflanzen besonders auf Inseln sehr hoch. Einige dieser Pflanzen lassen in einem frühen Stadium ihrer Blüte Fremdbestäubung zu und gehen erst im Endstadium der Blütezeit zu Selbstbestäubung über.

Nachteile[Bearbeiten]

Selbstbestäubung reduziert die genetische Variabilität und kann durch Inzuchtdepression zu weniger oder weniger fittem Nachwuchs führen.

Deshalb besitzen viele Pflanzenarten Mechanismen, die Selbstbestäubung unwahrscheinlicher machen oder gar ausschließen:

Siehe auch[Bearbeiten]