Selbstkontrolle

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Dieser Artikel beschreibt ein psychologisches Konzept. Für die Anwendung des Begriffs in der Wirtschaft oder Politik siehe Selbstverpflichtung, freiwillige Selbstkontrolle

Der Begriff Selbstkontrolle bezeichnet die Einflussnahme höherer Prozesse auf das Selbst, oder aber auch sich gegenseitig kontrollierende Mechanismen innerhalb von biologischen oder sozialen Netzwerken (siehe Selbstorganisation).

Insofern ist der Begriff „Selbstkontrolle“ auch schon in Kritik geraten, da es ein „Selbst“ bzw. ein „Individuum“ vielleicht gar „nicht gibt“, sodass auch eine intra-individuelle Selbstkontrolle (z. B. auch von Kriminellen: siehe auch Willensfreiheit, Selbsterkenntnis) letztlich immer nur auf einer gegenseitigen (reziproken) inter-individuellen Kontrolle durch mehrere sich gegenseitig hemmende (bzw. wachstumslimitierende) Untereinheiten wie Körperzellen, Nervenzellen, Tierarten (siehe z. B. Räuber-Beute-Modell), Parteien etc. beruht, die sehr oft ihrerseits wieder aus kleineren sich gegenseitig kontrollierenden Untereinheiten bestehen (siehe auch Darwinismus, Neuronaler Darwinismus (Gerald M. Edelman), Individuum, Atomismus).

Volitionspsychologie[Bearbeiten]

Volition bezeichnet in der Psychologie den Prozess der Bildung, Aufrechterhaltung und Realisierung von Absichten.

In der PSI-Theorie Julius Kuhls bezeichnet „Selbstkontrolle“ die willentliche Unterdrückung von Selbstrepräsentationen, welche die Ausführung motivational nicht gestützter Handlungen ermöglicht. Selbstkontrolle ist neben Selbstregulation eine von zwei volitionalen Steuerungslagen. In der selbstregulativen Steuerungslage werden die persönlichen Ziele flexibel an die Selbstrepräsentationen angepasst.[1]

Sozialpsychologie[Bearbeiten]

Die Sozialpsychologie beschäftigt sich u. a. mit der wahrgenommenen Selbstkontrolle. „Inwieweit können wir unser Verhalten selbst bestimmen, oder inwieweit haben wir das Gefühl, unser Verhalten zu kontrollieren?“ Dabei unterscheidet man zwei Unterbereiche:

Selbstwirksamkeitserwartung[Bearbeiten]

Die Selbstwirksamkeitserwartung (engl. self-efficacy-belief aber auch engl. perceived self-efficacy, oft fälschlich: engl. self-efficacy oder dt. Selbstwirksamkeit) bezeichnet die Überzeugung, durch eigene Fähigkeiten Handlungen ausführen zu können, die zu den gewünschten Zielen führen.

Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit starkem Glauben an die eigenen Kompetenz und Effizienz eine größere Ausdauer bei Aufgaben, eine niedrigere Anfälligkeit für Angststörungen und Depressionen und mehr Erfolge im Berufsleben aufweisen (Bandura et al.). Zudem ist das Ausmaß der Selbstwirksamkeit ein guter Prädiktor für die Arbeitsleistung. Selbstwirksamkeit und Handlungsergebnisse wirken dabei oft zirkulär: Eine hohe Selbstwirksamkeit führt zu hohen Ansprüchen an die eigene Person, weshalb man eher anspruchsvolle, schwierige Herausforderungen sucht. Eine gute Leistung bei diesen Herausforderungen führt dann wieder zur Bestätigung bzw. Erhöhung der eigenen Selbstwirksamkeit.

Locus of control[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel: Kontrollüberzeugung

Das Ausmaß, in dem Personen Ereignisse eher als internal, also durch eigene Fähigkeiten und Eigenschaften kontrolliert, oder als external, also durch äußere situative Einflüsse kontrolliert wahrnehmen, kennzeichnet den locus of control.

Menschen mit einem eher internalen locus of control weisen im Mittel ein höheres Einkommen, eine stärkere Selbstkontrolle und einen höheren Schulerfolg auf als Menschen mit einem externalen locus of control.

Ein höherer internaler locus of control führt nachweislich beim Lernen zu einer gesteigerten Motivation. Der Transfer des Gelernten wird jedoch von externalem locus of control positiv beeinflusst. (s. Metaanalyse von Colquitt, LePine & Noe, 2000)

Andere Bedeutungen[Bearbeiten]

  • Die Schweizer Eisenbahnen sprechen bei Zügen, in denen die Fahrausweise nur stichprobenweise kontrolliert werden, von „Selbstkontrolle“.[2]
  • In der Pädagogik bedeutet Selbstkontrolle, dass Schüler ihre Arbeitsergebnisse wie auch die einzelnen Teilschritte ihrer Denkprozesse auf die Richtigkeit hin selbst überprüfen und dadurch gegenüber dem Lehrer unabhängiger werden. Die Aufgabe des Lehrers ist es, die Schüler in einem manchmal langwierigen Prozess an die verlässliche Beurteilung der eigenen (Teil-)Arbeitsergebnisse heranzuführen; ebenso muss er diejenigen Schüler ermahnen und unterstützen, die bei der Kontrolle ihrer Arbeit nachlässig sind. Besondere Bedeutung hat die Selbstkontrolle in der Freiarbeit mit didaktischen Materialien. Von der Selbstkontrolle durch den Schüler zu unterscheiden ist die Leistungsüberprüfung für die Benotung, die weiterhin dem Lehrer obliegt.[3]
  • Selbstkontrolle in der Wissenschaft [4]

Quellen[Bearbeiten]

  1. J. Kuhl, A. Fuhrmann, Decomposing Self-Regulation and Self-Control: The Volitional Competencies Inventory, in: J. Heckhausen, C. S. Dweck (Hrsg.), Motivation and Self-Regulation Across the Life Span, Cambridge 1998
  2. SBB Historic: Selbstkontrolle
  3. Willy Potthoff, Methoden des offenen Unterrichts, Freiburg i. Br. 1998
  4. academics.de: [1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helga Schachinger: Das Selbst, die Selbsterkenntnis und das Gefühl für den eigenen Wert. Huber, Bern 2005 ISBN 3-456-84188-4
  • Brian Tracy: Keine Ausreden! Die Kraft der Selbstdisziplin, Gabal, Offenbach 2011, ISBN 978-3-86936-235-9
  • David Watson, Roland Tharp - Einübung in Selbstkontrolle. Grundlagen und Methoden der Verhaltensänderung

Siehe auch[Bearbeiten]