Selenose

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Klassifikation nach ICD-10
T56 Toxische Wirkung von Metallen
T56.8 Sonstige Metalle
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Als Selenose (Syn. Selen-Vergiftung) bezeichnet man ein Krankheitsbild, das durch eine erhöhte Zufuhr von Selen ausgelöst ist. Einer Unterversorgung wird als Selenmangel bezeichnet.

Ursachen[Bearbeiten]

Eine akute Vergiftung mit Selen kann bei Einnahme von 3–7 mg an einem Tag auftreten. In chronischen Fällen ist seine Kumulation durch langfristig übermäßige Aufnahme (über 0,6 mg täglich) z. B. durch selenhaltige Tabletten, Inhalation, Nahrungsmittel (über 2 µg pro Gramm) und Trinkwasser ursächlich. Für letzteres wurde von der WHO der obere Grenzwert auf 10 µg/l festgelegt.[1][2]

Symptome[Bearbeiten]

Als Frühsymptome gelten Übelkeit, Müdigkeit, Muskelschwäche und Durchfall. Im weiteren Verlauf können Parästhesien infolger peripherer Neuropathie, Haarausfall, Hautläsionen, wässriger Durchfall und ein Verlust der Nägel auftreten.[1]

Therapie[Bearbeiten]

Wesentlich ist die Einhaltung der oben genannten Grenzwerte in der Nahrung.[1] Eine spezifische Therapie ist nicht bekannt.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Biesalski H.-K., e.a.: Ernährungsmedizin: Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer, Georg Thieme Verlag, 2004, S. 171ff, 207, 330, ISBN 313100293X, hier online
  2. Leitzmann C., e.a.: Ernährung in Prävention und Therapie, Thieme Verlag, 2003, S. 75ff., ISBN 383045273X, hier online
  3. Selen-Vergiftung, Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinik für Wiederkäuer, 2003, hier online; zuletzt eingesehen am 5. März 2009