Selfkant
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Köln | |
| Kreis: | Heinsberg | |
| Höhe: | 69 m ü. NN | |
| Fläche: | 42,08 km² | |
| Einwohner: |
10.208 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 243 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 52538 | |
| Vorwahlen: | 02456, Saeffelen 02455 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HS | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 70 024 | |
| LOCODE: | DE SKT | |
| NUTS: | DEA29 | |
| Gemeindegliederung: | 16 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Am Rathaus 13 52538 Selfkant |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Herbert Corsten (parteilos) | |
| Lage der Gemeinde Selfkant im Kreis Heinsberg | ||
Der Selfkant (niederländisch Zelfkant) ist die westlichste Gemeinde Deutschlands. Sie liegt bei 5° 55' östlicher Länge im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg. Die Gemeinde ist Mitglied im Zipfelbund, der Vereinigung der vier in der jeweiligen Haupthimmelsrichtung am äußersten Rande Deutschlands gelegenen Kommunen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Die Gemeinde Selfkant liegt in der Landschaft Selfkant zwischen den Flüssen Wurm im Osten und Maas im Westen. Das Gemeindegebiet grenzt im Südwesten unmittelbar an die niederländische Stadt Sittard an.
In der nordwestlichen Ecke des Gebiets des Ortsteils Isenbruch befindet sich der westlichste Punkt[2] Deutschlands. Auch schon vor[3] den Grenzverschiebungen nach dem Ersten Weltkrieg bei Eupen und Malmedy galt Isenbruch als der westlichste Punkt der preußischen Rheinprovinz bzw. Deutschlands. Eine Informationstafel[4] an der Straße verweist auf den ca. 60 m entfernten Grenzstein 309B, der in einer Hecke[5] steht. Ab 1949 stand der Selfkant unter niederländischer Auftragsverwaltung, wurde aber 1963 gegen Zahlung von 280 Millionen D-Mark wieder an Deutschland zurückgegeben.
Die Gemeindegrenze zu den Niederlanden ist rund 27 km lang, die Grenzlinie zu anderen deutschen Gemeinden weist nur 6 km Länge auf. Die Westspitze der Gemeinde Selfkant reicht bis auf 4,75 km an die Maas heran, die hier die Grenze zwischen den Niederlanden und Belgien bildet.
Naturschutzgebiete [Bearbeiten]
- Tüdderner Fenn
- Eiländchen
- Hohbruch
- Höngener und Saeffeler Bruch
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
- Gangelt
- Waldfeucht
- Echt-Susteren (NL)
- Sittard-Geleen (NL)
- Schinnen (NL)
- Onderbanken (NL)
Die nächstgelegenen Großstädte sind Aachen, Maastricht und Mönchengladbach. Die Entfernung zum ostnordöstlich gelegenen Mönchengladbach beträgt rund 42 km.
Orte [Bearbeiten]
In der folgenden Tabelle wird die Gemeindegliederung mit den Einwohnerzahlen vom 31. Januar 2008 (Informationen des Einwohnermeldeamtes) angegeben:
| Ortsteil | Einwohner insgesamt |
|---|---|
| Dieck | 10 |
| Großwehrhagen | 148 |
| Havert | 513 |
| Heilder | 248 |
| Hillensberg | 668 |
| Höngen | 1282 |
| Isenbruch | 282 |
| Kleinwehrhagen | 107 |
| Millen | 327 |
| Millen-Bruch | 64 |
| Saeffelen | 950 |
| Schalbruch | 996 |
| Stein | 201 |
| Süsterseel | 1651 |
| Tüddern | 2071 |
| Wehr | 814 |
| Gemeinde Selfkant | 10332 |
Geschichte [Bearbeiten]
Die wichtigste Herrschaft des Selfkants im Mittelalter war zunächst Millen, der Sitz des Geschlechts der Herren von Millen, das im Jahre 1282 in die Herrschaft Heinsberg eingegliedert wurde. Schließlich erwarb im Jahre 1499 der Herzog von Jülich die Herrschaft Heinsberg und Millen wurde zum Sitz eines Jülichschen Amtmannes. Die Orte Tüddern, Wehr, Süsterseel und Hillensberg gehörten zum Amt Born und ab 1709 zum Amt Sittard.
Von 1794 bis 1815 gehörte der Selfkant zum französischen Kanton Sittard. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam der Selfkant an die preußische Rheinprovinz. Zu dieser Zeit wurde die Grenze zum benachbarten Königreich der Niederlande festgelegt und blieb bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bestehen.
Die Niederlande forderten nach dem Zweiten Weltkrieg eine Entschädigung für die Kriegsschäden. Als Faustpfand sollte hierzu der besetzte Selfkant dienen. Hierzu wurde der Selfkant seit dem 23. April 1949 entsprechend der Schlusserklärung der Londoner Deutschland-Konferenz vom 23. Dezember 1948 unter niederländische Auftragsverwaltung gestellt. Dies bedeutete zugleich aber auch den Verlust der Anbindung des Selfkantes an das westdeutsche Eisenbahnnetz, da die Geilenkirchener Kreisbahnen ihren Betrieb im Selfkant einstellen mussten (vgl. hierzu Bahnhöfe im Selfkant).
In der folgenden Zeit wurde in den jetzt niederländischen Selfkant viel investiert, z. B. in den Bau von Wohnungen und Straßen. Im März 1957 begannen die offiziellen Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Niederlanden über die Rückgabe des Gebietes. Daraufhin wurde die den Selfkant durchquerende Straße N 274 mit Über- und Unterführungen kreuzungsfrei angelegt, um nach der Gebietsrückgabe eine schnelle Transitverbindung ohne Grenzabfertigung zwischen den niederländischen Städten Heerlen und Roermond zu ermöglichen.
Seit dem 1. August 1963 gehört das Gebiet nach Zahlung von 280 Mio. DM an das Königreich der Niederlande wieder uneingeschränkt zur Bundesrepublik. Aus dem bestehenden Amt Selfkant wurden die alten Gemeinden Havert, Hillensberg, Höngen, Millen, Süsterseel, Tüddern und Wehr gebildet. Zwei Monate später, am 21. Oktober 1963, wurden die ersten Wahlen der Gemeinderäte unter deutscher Verwaltung abgehalten.
Die einzelnen Gemeinden sowie die Gemeinde Saeffelen aus dem Amt Waldfeucht wurden am 1. Juli 1969 zur Gemeinde Selfkant zusammengeschlossen.[6]
1971 fand im Selfkant das jährliche Intercamp der Pfadfinder statt.
Der im Selfkant liegende Abschnitt der Straße zwischen Heerlen und Roermond wurde 2002 in deutsche Verwaltung übergeben, da die Transitregelung durch das Schengener Abkommen gegenstandslos geworden war. Die Straße wurde daraufhin, nach Herstellung einiger Kreuzungsanschlüsse, als L 410 in das deutsche Straßennetz einbezogen.
Politik [Bearbeiten]
Bürgermeister [Bearbeiten]
- 1969–1984: Paul Heynen, CDU
- 1984–2004: Willi Otten, CDU (ab 1. Januar 1996 hauptamtlich)
- 2004–heute Herbert Corsten, WGR 2
Gemeinderat [Bearbeiten]
Ab dem 21. Oktober 2009 verteilen sich die Sitze des Gemeinderates wie folgt:
(Stand Kommunalwahl am 30. August 2009)
Wappen und Banner [Bearbeiten]
Blasonierung:„Im silbernen Felde ein s-förmig geschwungener grüner Zweig mit acht roten Rosen, deren Kelchblätter und Butzen golden sind.“ Bedeutung: Das Wappen basiert auf einem alten Siegel der ehemaligen Gemeinde Millen, welches einen Rosenzweig zeigte. Die acht Blüten stehen für die ehemaligen Gemeinden.
Banner: "Das Banner der Gemeinde Selfkant ist geteilt von Rot nach Weiß im Verhältnis 2:1:2:1:2 mit dem Wappen ohne Schild im weißen Bannerhaupt."
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Partnergemeinden der Gemeinde Selfkant sind die anderen Zipfelgemeinden der Bundesrepublik Deutschland, also die Gemeinden, die am weitesten nördlich, östlich und südlich liegen. Dabei handelt es sich um das schleswig-holsteinische List auf der Insel Sylt, um das sächsische Görlitz und um das bayerische Oberstdorf.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
- Bauernmuseum Selfkant in Tüddern
Musik [Bearbeiten]
Der Selfkant ist geprägt durch seine Musikkultur, die sich insbesondere in der jährlichen Ausspielung der Selfkantplakette unter den Spielmannszügen zeigt.
- Instrumentalverein St. Cäcilia Tüddern 1912 e.V.
- Instrumentalverein Süsterseel e.V.
- Musikverein „St. Gregorius“ Saeffelen e.V.
- Musikverein „St. Martinus“ Schalbruch e.V.
- Spielmannszug 1920 „Edelweiß“ Havert e.V.
- Spielmannszug Saeffelen 1921 e.V.
- Spielmannszug Wehr e.V.
- Trommler-, Pfeifer- und Fanfarenkorps Höngen e.V.
- Trommler- und Pfeiferkorps „St. Martini“ Isenbruch e.V.
- Trommler- und Pfeiferkorps Selfkant-Schalbruch e.V.
- Trommler- und Pfeiferkorps Hillensberg e.V.
- Trommler- und Pfeiferkorps „Selfkantia“ Süsterseel e.V.
- Trommler- und Pfeiferkorps Millen e.V.
- Jagdhornbläser St. Bavo Grenzland e.V.
- De Büsch Band
- Männergesangverein St. Josef Höngen (Meisterchor)
Selfkantmarsch [Bearbeiten]
Seit der Ausspielung der Selfkantplakette im Jahr 2006 wird zum Abschluss des Wettstreits und vor der Preisverleihung von allen Spielmannszügen gemeinsam der „Selfkantmarsch“ gespielt. Er wurde eigens für diesen Wettbewerb vom Komponisten P.H. Wolters aus Montfort als Auftragskomposition komponiert. Den Gesang, der im Trio gesungen wird, textete Bürgermeister Herbert Corsten.[7]
Bildung [Bearbeiten]
- Realschule des Schulverbandes Selfkant in Gangelt
- Mercator-Schule Selfkant-Gangelt-Geilenkirchen
- Selfkantschule Höngen
- Astrid-Lindgren-Grundschule
- Kath. Grundschule Selfkant II
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter des Selfkants [Bearbeiten]
- Wilhelm Cleven (1893–1983), Weihbischof in Köln
- Josef Dreißen (1910–1984), Monsignore, Theologe und Professor in Aachen
- Johannes Klaßen (1922–1994) Schulrektor, Mitbegründer der Heimatvereinigung Selfkant e.V. und langjähriger Vorsitzender des Vereins, Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Rheinlandtalers
- Funny van Dannen (* 1958) aus Tüddern, Liedermacher, Schriftsteller und Maler
Literatur [Bearbeiten]
- Jakob Cals: Geschichte des Kirchenspiels von Havert. Hrsg.: Schützenbruderschaft St. Johannes Havert. Geilenkirchen 1989.
- Albert Baeumer und Alfred Bekker: Mercator, Mord und Möhren – Hetzjagd durch den Selfkant. Kriminalroman über den Selfkant als erster deutscher Tourismuskrimi. Hrsg: Selfkant-Verlag, 2007.
- Albert Baeumer und Alfred Bekker: Kaffee, Kunst und Kaviar – Letzte Ausfahrt Selfkant. Kriminalroman über den Selfkant als erster deutscher Kunst-Tourismuskrimi. Hrsg: Selfkant-Verlag, 2008.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
- ↑ In openstreetmap: [1]
- ↑ … der westlichste Punkt ist Isenbruch im Kreise Heinsberg, in dem zur preußischen Rheinprovinz gehörigen Regierungsbezirk Aachen, unter 51° 6' n. Br. und 23° 40' ö. L. Nach Andern liegt der westlichste Punkt eine Meile südwestlich von der niederländisch-limburgischen Stadt Weert, am Süd-Wilhelms-Canal, unter 23° 15' ö. L. – S. 4 in S. Steinhard: Deutschland und sein Volk: ein Lese- und Hausbuch für Jung und Alt zur Förderung und Belebung vaterländischen Sinnes und Wissens, Band 1, Friedrich Brandstetter, 1856
- ↑ http://web-toolbox.net/geilenkirchen/sights/21-geilenkirchen-grenzstein.htm
- ↑ http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1251697785345
- ↑ Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
- ↑ http://www.tpfc.telefonunddsl.de/verein/spielleutecorps/selfkantplakette/79-selfkantmarsch
Weblinks [Bearbeiten]
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