Sellajoch

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Sellajoch
Sellajoch, Passhöhe

Sellajoch, Passhöhe

Himmelsrichtung Nordwest Südost
Passhöhe 2240 m s.l.m.
Gröden (Südtirol) Fassatal (Trentino)
Wasserscheide Grödner BachEisackEtsch AvisioEtsch
Talorte Wolkenstein Canazei
Ausbau Strada Statale 242 Italia.svg Strada Statale 242
Erbaut 1872
Gebirge Dolomiten
Karte (Südtirol)
Sellajoch (Südtirol)
Sellajoch
Koordinaten 46° 30′ 31″ N, 11° 45′ 46″ O46.50861111111111.7627777777782240Koordinaten: 46° 30′ 31″ N, 11° 45′ 46″ O

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Das Sellajoch (italienisch Passo Sella, grödner-ladinisch Jëuf de Sela oder Mëisules, fassanisch-ladinisch Jouf de Sela) ist ein 2240 m s.l.m. hoher Alpenpass in Italien. Es verbindet Gröden bei Wolkenstein in Südtirol mit dem Fassatal bei Canazei (italienisch Val di Fassa) im Trentino.

Lage[Bearbeiten]

Das Sellajoch liegt in Luftlinie etwa 33 km östlich von Bozen, die kürzeste Straßenverbindung ist jedoch 53,4 km lang. Es ist umgeben vom 3181 m hohen Langkofel (im Nordwesten), dem 2485 m hohen Col Rodella im Süden und dem 2974 m hohen zum Sella-Massiv gehörenden Piz Gralba im Osten. Jenseits des Fassatals wird im Süden das Marmolata-Massiv mit seinen Gletschern sichtbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde (Pfeilspitzen, Keramikscherben) sprechen für eine steinzeitliche Besiedlung der Gegend. Über die Nutzung des Passes in der Antike und im Mittelalter ist nichts Genaues bekannt.

1872 wurde die Passstraße fertiggestellt. Die erste Herberge am Sellajoch, in der vorwiegend Handelsreisende untergebracht waren, wurde 1884 von Carlo Valentini unterhalb der Passhöhe gebaut. 1903 folgte das Sellajochhaus (erbaut vom Deutschen und Österreichischen Alpenverein) und ein weiterer Gasthof, Maria Flora, wurde 1934 errichtet. Alle drei Fazilitäten bestehen nach Umbau noch und werden heute touristisch genutzt.

Am 14. Juli 1946 war das Sellajoch Schauplatz einer Großkundgebung der Ladiner (mit über 3000 Teilnehmern) zugunsten eines Anschlusses ihrer Täler und ganz Südtirols an Österreich.[1][2]

Die erste Seilbahn aus dem Ersten Weltkrieg diente der Truppenversorgung. Mit dem Aufschwung des Tourismus in den Dolomiten Mitte der 1950er Jahre entstanden weitere Liftanlagen, Wanderwege, Klettersteige sowie Skipisten.

Infrastruktur / Tourismus[Bearbeiten]

Das Sellajoch bildet zusammen mit dem Pordoijoch, dem Grödner Joch und dem Campolongopass die Vierpässefahrt „Sellarunde“ (it: Sella Ronda) rund um den Sellastock.

Im Winter ist das Gebiet angeschlossen an die überregionale Ski-Kooperative Dolomiti Superski. Der Sellastock kann auf präparierten Skipisten in beiden Richtungen umrundet werden.

Vom Sellajochhaus führt eine Stehgondelbahn im Sommer in die Langkofelscharte zur Toni-Demetz-Hütte. Weitere Sessellifte unterhalb der Langkofelgruppe erreichen den Grohmann-Grat. Wanderwege führen westlich durch die Langkofelscharte oder rund um den Langkofel nach St. Christina in Gröden, südlich zum Col Rodella und nach Campitello im Fassatal oder durch das Val Salei nach Canazei sowie nördlich zwischen großen Felsbrocken und Geröllhalden des Langkofels (die so genannte Steinerne Stadt) hindurch nach Wolkenstein. Nach Osten führt der schwierige Pößnecker Klettersteig in die Sellatürme hinein.

Das Skigebiet liegt nicht auf der Passhöhe, sondern rund 2 km weiter nördlich auf Seiten des Grödnertals unterhalb der Passhöhe. Erschlossen ist es durch Seilbahnen und Skilifte am Piz Sella und Piz Seteur, ausgehend von Plan de Gralba, einem Ortsteil von Wolkenstein.

Das Sellajoch (in Bildmitte) vom Pordoijoch aus gesehen, links der Langkofel, rechts der Piz Ciavazes.


Das Sellajoch liegt auch entlang der Strecke des Automobilrennens Coppa d’Oro delle Dolomiti.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sellajoch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Ladins dles Dolomites“ von Giuseppe Richebuono
  2. „Tirols Geschichte in Wort un Bild“, Michael Forcher, Haymon Verlag, Innsbruck 1984, ISBN 3-85218-006-6, Seite 244 (Die Bildlegende spricht zwar vom Grödner Joch, es ist aber deutlich das Sellajoch abgebildet)