Seminararbeit

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Eine Seminararbeit ist eine meist schriftliche Studienarbeit, die im Rahmen eines wissenschaftlichen Hochschulstudiums eine (Teil-)Prüfungsleistung darstellt.

Seminararbeiten an Hochschulen[Bearbeiten]

Die Thematik entstammt im Regelfall einem an der Hochschule abgehaltenen Seminar, kann aber auch die Ausarbeitung einer Feldübung oder ähnlichem sein. Ihr Umfang variiert je nach Studiengang und Art der Veranstaltung; in der Regel hat eine Seminararbeit zwischen etwa 10 und 30 Seiten im DIN-A4-Format.

Die Seminararbeit ist als wissenschaftliche Arbeit vor allem eine Übung für das Erlernen der Techniken und Anforderungen, die für die Anfertigung einer Examens- oder Diplomarbeit erforderlich sind. Da bei Seminararbeiten relativ geringe Erfahrung ihrer Verfasser anzunehmen ist, sind sie im Allgemeinen nicht oder nur begrenzt zitierfähig. Dies gilt – unabhängig von der Qualität ihres Inhalts – auch bei öffentlicher oder Internet-Zugänglichkeit, insbesondere im rechtswissenschaftlichen Bereich.

Bei der Anfertigung einer Seminararbeit muss – wie bei jeder anderen wissenschaftlichen Arbeit auch – streng auf eine logische Gliederung, saubere und ehrliche Recherche, schlüssige Gedankengänge und Formulierungen sowie konsistente Zitation und korrekte Zitate und Entlehnungen geachtet werden.[1]

Eine Seminararbeit wird (anders als eine Hausarbeit) entweder während der Vorlesungszeit parallel zu einem Seminar angefertigt oder ist eine umfassende Ausarbeitung eines Referats, das im Rahmen eines Seminars gehalten wurde.

Sonderregelungen für Gymnasien[Bearbeiten]

An baden-württembergischen Gymnasien können Schüler in der elften Klassenstufe einen Seminarkurs besuchen, der anstatt der mündlichen Abitursprüfung gewertet wird. Das Angebot ist den Gymnasien freigestellt; es werden drei Wochenstunden unterrichtet. Neben einer schriftlichen Ausarbeitung muss der SchülerIn eine mündliche Prüfung ablegen.[2]

Sonderregelungen für Oberschulen[Bearbeiten]

An bayerischen Berufsoberschulen und Fachoberschulen müssen Schüler beim Wechsel von der 12. in die 13. Klasse ebenfalls eine „vorwissenschaftliche“ Arbeit erstellen, die als Seminararbeit bezeichnet wird. Diese Bezeichnung rührt daher, dass diese Arbeit im Regelfall in der sogenannten Seminarphase am Ende der 12. Klasse erstellt wird.

In einigen deutschen Bundesländern (z. B. Bayern) muss im Rahmen des wissenschaftspropädeutischen Seminars eine Seminararbeit angefertigt werden.

In Österreich kann als Vorprüfung zur Matura eine Fachbereichsarbeit geschrieben werden, die eine schriftliche Klausurarbeit ersetzt und in Umfang und Wissenschaftlichkeit etwa einer Seminararbeit entsprechen sollte.

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Vgl. hierzu Hans-Otto Schenk: Die Examensarbeit, Göttingen 2005, UTB 2657, S. 83-86, ISBN 3-8252-2657-3.
  2. http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/biologie/medik/seminarkurs/

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thorsten Pohl: Die studentische Hausarbeit – Rekonstruktion ihrer ideen- und institutionengeschichtlichen Entstehung. Synchron Wissenschaftsverlag der Autoren, 1. Aufl. 2009. Rezension siehe [1]