Senatspräsident

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Der Senatspräsident ist der Vorsitzende einer als Senat bezeichneten Institution. Da der Begriff Senat vielfältige Ausprägungen hat, unterscheidet sich die Bedeutung des Senatspräsidenten von Fall zu Fall.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland ist Senatspräsident eine frühere Amtsbezeichnung für die Vorsitzenden Richter an den oberen Landesgerichten und den Bundesgerichten. Bei den Landgerichten hießen die Vorsitzenden Richter Landgerichtsdirektoren. Mit der Reform der Amtsbezeichnungen im höheren Justizdienst in den 1970er Jahren wurde der Titel Senatspräsident abgeschafft und durch die Dienstbezeichnung Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht bzw. am Oberverwaltungsgericht, Finanzgericht, Landgericht oder einem anderen Obergericht auf Landesebene und Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof oder einem anderen Gerichtshof des Bundes ersetzt.

Die Bezeichnung der Regierungschefs der Freien und Hansestadt Hamburg und der Freien Hansestadt Bremen lautet Präsident des Senats.

Danzig[Bearbeiten]

In der Freien Stadt Danzig war der Senatspräsident von 1920 bis 1939 der Vorsitzende des Senats (Regierung und Kommunalbehörde).

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

Gemäß der Verfassung der Vereinigten Staaten ist der Vizepräsident gleichzeitig Präsident des Senats. Dieses Amt ist allerdings hauptsächlich zeremonieller Natur, die täglichen Amtsgeschäfte führt der Präsident Pro Tempore des Senats. Der Vizepräsident nimmt sein Amt als Senatspräsident gewöhnlich nur wahr, um während der State of the Union Address vorzusitzen und bei Stimmengleichheit die entscheidende Stimme abzugeben.

In den US-Bundesstaaten haben die jeweiligen Staatssenate ebenfalls einen Senatspräsident. Häufig handelt es sich um den Vizegouverneur des jeweiligen Staates. Auch diesem steht ein Präsident pro tempore zur Seite.

Argentinien[Bearbeiten]

Dem Argentinischen Senat sitzt der argentinische Vizepräsident vor. Aktuell ist dies Julio Cobos. Allerdings wird der argentinische Vizepräsident die meiste Zeit durch den Provisorischen Präsidenten des Argentinischen Senats vertreten. Dieser folgt auch dem Präsidenten nach, wenn der Vizepräsident verstorben ist oder bereits zuvor zurückgetreten ist. Dies geschah zuletzt im Dezember 2001 als Ramón Puerta dem zurückgetretenem Fernando de la Rúa nachfolgte.