Senegalamarant

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Senegalamarant
Senegalamarant (Lagonosticta senegala), Männchen

Senegalamarant (Lagonosticta senegala), Männchen

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
Gattung: Amaranten (Lagonosticta)
Art: Senegalamarant
Wissenschaftlicher Name
Lagonosticta senegala
(Linnaeus, 1766)

Der Senegalamarant (Lagonosticta senegala) ist eine afrikanische Vogelart aus der Familie der Prachtfinken (Estrildidae), der einen großen Teil der Afrotropis besiedelt. Die Art wird heute in sechs Unterarten unterschieden. In älterer Literatur finden sich auch mehr Unterarten aufgeführt.[1]

Der Senegalamarant zählt zu den am häufigsten gehaltenen afrikanischen Prachtfinkarten. Entsprechend haben sich eine Reihe deutscher Trivialnamen eingebürgert. Er wird unter anderem Kleiner Amarant, Roter Amarant, Roter Astrild und Zwergblutfink genannt. Die Unterart Laganosticta senegala brunneiceps trägt die deutsche Bezeichnung Braunkopfamarant und die Unterart L. s. ruberrima wird Prachtamarant genannt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Weiblicher Senegalamarant

Der Senegalamarant wird zwischen 9,5 und 11 Zentimeter lang. Die Männchen sind einschließlich des Schnabels an Kopf und Rumpf rot gefärbt, haben einen schwarzen Schwanz und braune Flügel. Die Brustseiten, bei einigen Unterarten auch die Brustmitte, weist wenige bis zahlreiche winzige weiße Pünkten auf. Die Augenfarben ist braun bis dunkelrot. Der Lidrand ist auffallend gelb. Der Schnabel ist blassrot mit einem schwärzlichen First.

Die Weibchen sind je nach Unterart gelblich erdbraun bis graubraun. Die Kopfseiten und bisweilen auch die Brust und der Rücken sind bei einigen Unterarten rötlich überwaschen. Auf der Körperunterseite ist das Gefieder heller und bei manchen Unterarten gelblicher. Sie haben genau wie die Männchen Brustseiten mit einer variablen Anzahl an weißen Pünktchen. haben einen roten Schnabel und eine rötliche Brust.

Jungvögel sind fahl bräunlichgrau, wobei der Ton je nach Unterart heller oder dunkler ist.

Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise[Bearbeiten]

Senegalamarant, Weibchen

Die Art kommt in großen Teilen Afrikas südlich der Sahara als Brutvogel vor. Das Areal wird auf rund 10 Millionen Quadratkilometer geschätzt. Ihr Lebensraum sind überwiegend trockene Savannen- und Buschlandschaften. Er kommt hier bevorzugt in dichten Akazienbüschen vor, die sich an den Ufern von Flüssen befinden. Er ist allerdings auch am Wüstenrand sowie auf Lichtungen im Regenwald zu beobachten. In einzelnen Regionen kommt er auch in größeren Höhenlagen vor. So wird er in Addis Abeba in Höhen von 2.200 Meter angetroffen und kommt im südlichen Afrika noch in Höhen von 1.700 Meter über NN. vor. Er ist außerdem ein Kulturfolger und kommt auch in Dörfern in der Sahelzone vor, einem Gebiet, das er ansonsten nicht besiedelt.[2] Er besiedelt auch das Randgebiet von Städten. Generell ist er sehr wenig scheu und sucht beispielsweise auch inmitten von Haushühnern nach Nahrung. Er lebt paarweise und ist nach der Brutzeit in kleinen Schwärmen zu beobachten. Gelegentlich vergesellschaftet er sich mit Rosenamaranten, Schmetterlingsastrilden, Atlasfinken sowie Sperlingen. Eine saisonale Wanderung wurde für diese Art ebenfalls nachgewiesen.[3]

Der Senegalamarant ernährt sich hauptsächlich von Grassamen und Getreidekörnern. Der Nestbau erfolgt in Gebüschen. Es werden drei bis sechs Eier gelegt.

Der Ruf klingt wie ein ansteigendes „chick-pea-pea-pea“.

Haltung[Bearbeiten]

Der Senegalamarant gehört zu den beliebtesten afrikanischen Prachtfinkenarten. Er ist deswegen seit Beginn der europäischen Prachtfinkhaltung im 18. Jahrhundert im Vogelhandel erhältlich gewesen. Vermutlich war es der Ornithologe Vieillot, dem bereits vor 1790 die Erstzucht gelang, denn er erwähnt in seinem Werk Les oiseaux chanteurs nicht nur Balz und Nestbau der Senegalamaranten, sondern berichtet auch davon, dass für die erfolgreiche Aufzucht der Jungvögel höhere Raumtemperaturen nötig sind.[4]

Belege[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Svensson, Grant, Mullarney, Zetterström: Vögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08401-9
  • Jürgen Nicolai (Hrsg), Joachim Steinbacher (Hrsg), Renate van den Elzen, Gerhard Hofmann, Claudia Mettke-Hofmann: Prachtfinken - Afrika, Serie Handbuch der Vogelpflege, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4964-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Senegalamarant – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Nicolai et al., S. 154
  2. Nicolai et al., S. 155
  3. Nicolai et al., S. 156
  4. Nicolai et al., S. 157