Sengbe Pieh

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Joseph Cinqué. Portrait von Nathaniel Jocelyn, 1839

Sengbe Pieh, auch Joseph Cinqué, (* um 1815 in Sierra Leone; † um 1879 ebendort) war der Anführer der Sklavenrevolte an Bord des spanischen Schiffes La Amistad.

1839 wurde der verheiratete Reisbauer und Vater von drei Kindern, ein Angehöriger der Mende, in seiner westafrikanischen Heimat von Sklavenhändlern illegal gefangen genommen und an Bord des berüchtigten portugiesischen Sklavenschiffes Teçora nach Amerika ausgeschifft.

In Havanna wurde er verkauft und gelangte so an Bord der La Amistad, wo er eine Rebellion entfachte, in deren Verlauf alle Besatzungsmitglieder bis auf zwei getötet wurden. Den Afrikanern gelang es, die US-amerikanische Küste zu erreichen, wo sie in New Haven, Connecticut der Meuterei und Mordes angeklagt wurden. Nach langen Gerichtsverhandlungen (Amistad-Prozesse, unter anderem aufgrund einer vom damaligen Präsidenten Martin Van Buren betriebenen Berufung und der deshalb notwendigen Verhandlung vor dem Supreme Court, sowie Streitigkeiten über ein Seerechtsabkommen mit Spanien), die über das Schicksal (d. h. den Rechtsstatus) der Afrikaner entschieden, erlangten die Afrikaner 1842 - nach der Feststellung ihres Rechts auf persönliche Freiheit - ihre Freiheit. Ihre Verteidigung übernahmen die amerikanischen Abolitionisten. Vertreten wurden die Afrikaner durch John Quincy Adams.

1842 gelangte Sengbe Pieh wieder nach Sierra Leone, wo damals Bürgerkrieg herrschte. Seine Familie fand er nicht mehr vor, sie ist wahrscheinlich selbst Opfer von Sklavenhändlern geworden.

Über sein weiteres Leben ist wenig bekannt.

Im Film Amistad (1997, Regie: Steven Spielberg) wird Cinqué von Djimon Hounsou dargestellt.