Sengoku-Zeit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Der Kernteil der Burg von Ōsaka heute
Gewehr-Schmiede in Sakai, einem Produktionszentrum der Sengoku-Zeit
Ōzutsu ('Große Röhre')

Die Sengoku-Zeit (jap. 戦国時代 sengoku-jidai, dt. Zeit der [gegeneinander] kriegführenden Lande) ist eines der bewegtesten Zeitalter in der japanischen Geschichte. Der Beginn der Sengoku-Zeit wird auf etwa 1477 (Ōnin-Krieg) auf das Ende des Ashikaga-Shōgunats datiert. Die Sengoku-Zeit ging 1573 in die Epoche der drei Reichseiniger (Azuchi-Momoyama-Zeit) über.

Historische Einordnung[Bearbeiten]

Das Ashikaga-Shōgunat hatte im Verlauf der Muromachi-Zeit ständig an Macht eingebüßt. Mit dem Ōnin-Krieg (146777) verlor das Ashikaga-Shōgunat seine Bedeutung und das Land den letzten Rest einer zentralen Staatsgewalt. In den folgenden etwa 100 Jahren, die in den Geschichtsbüchern als Sengoku-Zeit (戦国時代, Sengoku-jidai, Zeitalter der streitenden Reiche) bezeichnet werden, rangen neue Männer um die Herrschaft über den Archipel.

Unter der Herrschaft der Ashikaga waren die Provinzen von Lokalherren regiert worden, die zumindest formal noch Shugo, also bestellte Provinzgoverneure waren. Mit dem Ende der Zentralstaatlichkeit trat ein neuer Typ Feudalherr auf, der Sengoku-Daimyō. Er legitimierte sich nicht mehr über die Berufung durch eine Zentralregierung, sondern durch Landbesitz und militärische Macht. Japan war in zahllose Territorien zersplittert, deren Herrscher in häufig wechselnden Bündnissen Kriege gegeneinander führten.

Die Zersplitterung wurde durch drei Feldherren, Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu mit militärischer Gewalt überwunden. Mit der Einigung Japans und der Errichtung eines neuen Shōgunats endete die Zeit der streitenden Reiche Anfang des 17. Jahrhunderts.

Die streitenden Reiche[Bearbeiten]

Mit dem Ende des Ashikaga-Shōgunats entstanden schätzungsweise 200 Territorien mit autonomen Herrschern. Etwa dreißig davon waren wirtschaftlich und militärisch mächtig genug, um in den Hegemonialkämpfen eine Rolle zu spielen. In der Mitte des 16. Jahrhunderts hatten sich mit Mōri Motonari, Hōjō Ujitsuna, Imagawa Yoshimoto, Oda Nobunaga, Takeda Shingen und Uesugi Kenshin die Hauptkontrahenten herauskristallisiert. Später kämpften Akechi Mitsuhide, Hashiba Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu um die Macht.

Takeda Shingen und Uesugi Kenshin bekriegten einander heftig. Vier Schlachten bei Kawanakajima verliefen ohne eindeutiges Ergebnis. Imagawa Yoshimoto marschierte im Jahr 1560 gegen Oda Nobunaga. Obwohl seine Armee etwa 20.000 Mann zählte, griffen die Oda (die nur 3000 Krieger in die Schlacht führten) sein Hauptlager an und töteten Yoshimoto in der Schlacht von Okehazama. Im Jahr 1568 gelang es Oda Nobunaga, Kyōto zu erobern, Ashikaga Yoshiaki als Marionetten-Shōgun einzusetzen und mit dieser Legitimation die Eroberung ganz Japans anzustreben. Oda schloss ein Bündnis mit Tokugawa Ieyasu, einem ehemaligen General Imagawa Yoshimotos. Daraufhin marschierte er gegen die bedeutendsten buddhistischen Klöster des Landes, da deren Mönchssoldaten, die Sōhei, seine Feinde unterstützt hatten. Als Beispiel für seine Grausamkeit und Härte wird der Angriff auf das Kloster Enryaku-ji im Jahr 1571 genannt, das er umzingeln und in Brand setzen ließ. Auch in den Kämpfen gegen die Sekten von Osaka kannte er keine Gnade. Im Jahr 1573 entmachtete er Ashikaga Yoshiaki und war damit Herr über Japan.


Gesellschaftliche Auswirkungen[Bearbeiten]

Trotz der unruhigen Zustände war die Endphase der Sengoku-Zeit eine Zeit bedeutsamer Entwicklungen für Japan. Oda Nobunaga reformierte die Verwaltung der Dörfer, die Landvermessung und die Steuererhebung. Eine Reform und Vereinheitlichung von Maßen und Gewichten, sowie eine Befreiung des Handels legten den Grundstein für den Aufstieg der Kaufleute (shōnin), der später prägend für die Edo-Zeit sein sollte.

Toyotomi Hideyoshi begründete mit dem System der Daimyō als Provinzherren, die dem Regenten gegenüber zu Lehnstreue verpflichtet waren, die Basis für das Baku-Han-System der Tokugawa-Shōgune. Er setzte Oda Nobunagas Reformen fort, teilte Japan neu auf und führte eine Steuer in Form von Reis ein. Sein bedeutendster Reformansatz jedoch war die Einführung von Ständen. Gerade er, der sich vom Bauern zum Kriegsherrn hochgedient hatte, zwang die Menschen, nun entweder Bauern oder Krieger (Samurai) zu sein.

Dieser Reformschritt gestaltete sich schwierig, da in den langen Kriegsjahren der Sengoku-Ära riesige Heere aus Bauern aufgestellt worden waren. Bis zum Onin-Krieg hatten allein die Bushi, von alters her Japans Kriegerelite, gekämpft. Für die Massenschlachten der folgenden Jahre waren auch die Bauern bewaffnet worden. Nach Toyotomi Hideyoshis Gesellschaftsreform mussten sie in sogenannten Schwertjagden (katana-gari) wieder entwaffnet werden.

Diese Teilung der Gesellschaft bildete die Grundlage für das spätere Gesellschaftsmodell der Edo-Zeit mit seinen vier Ständen. Tokugawa Ieyasu schließlich vervollkommnete die Ansätze seiner beiden Vorgänger und installierte ein politisches System von bemerkenswerter Stabilität.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sengoku-Zeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien