Seni Pramoj

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seni Pramoj (1944)

Mom Rajawongse Seni Pramoj (Thai หม่อมราชวงศ์เสนีย์ ปราโมช, RTGS: Mom Ratchawong Seni Pramot, ausgesprochen [sěːniː praːmôːt]; * 20. Mai 1905 in Bangkok; † 28. Juli 1997 ebenda) war ein thailändischer Jurist, Diplomat und Politiker. Als thailändischer Botschafter in den Vereinigten Staaten war er während des Zweiten Weltkriegs Kopf der Seri-Thai-Bewegung, die gegen die Kollaboration Thailands mit Japan kämpfte. Seni war von 1945 bis 1946, kurzzeitig von Februar bis März 1975 sowie von April bis Oktober 1976 Premierminister von Thailand. Von 1968 bis 1979 war er der Vorsitzende der Demokratischen Partei

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Seni Pramoj mit seiner Frau

Seni Pramoj wurde in Bangkok als Sohn von Prinz Kamrob geboren, seine Mutter war Daeng Bunnag. Er heiratete später Usana Pramoj. Kukrit Pramoj war sein Bruder. Er war er ein entfernter Verwandter von König Phuttaloetla (Rama II.). Sein Titel Mom Rajawongse trägt der Abstammung aus der königlichen Familie Rechnung.

Seine Ausbildung erhielt Seni an der Rajini-Schule, dem Assumption-College, der Debsirin-Schule sowie der Suankularb-Wittayalai-Schule. Er ging dann nach Großbritannien, wo er seine Studien am Trent-College und dem Worcester-College der Universität Oxford fortsetzte. Hier machte er seinen Bachelor-Abschluss in Rechtswissenschaft.

Nachdem er nach Thailand zurückgekehrt war, bildete er sich in der Thailand Bar Society weiter. Nach einer Ausbildungszeit von sechs Monaten am Obersten Gerichtshof des Landes wurde er Zivilrichter. Später wurde er als Richter an den Obersten Gerichtshof und an das Berufungsgericht berufen. Später wurde Seni in das Außenministerium berufen und als Botschafter in die USA entsandt. Als japanische Truppen während des Zweiten Weltkriegs Thailand besetzten, baute Seni eine anti-japanische Bewegung auf und unterstützte heimlich die Alliierten im Namen der Freien Regierung von Thailand (Seri-Thai-Bewegung).

Nachdem er zurückgekehrt war, wurde er am 17. September 1945 Premierminister von Thailand. Seine Regierungszeit war geprägt vom Kampf gegen ein drohendes britisches Protektorat über Thailand. Er arbeitete aktiv an der gesetzlichen Bestrafung von Kriegsverbrechern des Landes.

1968 wurde Seni Vorsitzender der Demokratischen Partei Thailands. Nach dem Wahlsieg der Demokraten im Januar 1975, wurde Seni Ministerpräsident. Seine Viel-Parteien-Koalition zerbrach jedoch bereits im März und das Parlament sprach ihm das Misstrauen aus. Anschließend bildete sein Bruder Kukrit, der die Soziale Aktionspartei führte, eine Koalitionsregierung, die bis April 1976 hielt. Nachdem die Demokratische Partei bei Neuwahlen erneut stärkste Kraft wurde, übernahm Seni Pramoj wieder die Regierungsführung. Während seiner letzten Regierungszeit lösten Studenten der Thammasat-Universität Unruhen aus, nachdem der 1973 entmachtete und exilierte Militärdiktator Thanom Kittikachorn nach Thailand zurückgekehrt war. Die Unruhen wurden am 6. Oktober 1976 blutig niedergeschlagen (Massaker an der Thammasat-Universität). Am selben Abend unternahm das Militär unter der Führung von Admiral Sangad Chaloryu einen Staatsstreich. Nach seinem Rückzug aus dem Amt gab Seni 1979 auch den Vorsitz der Demokratischen Partei ab und zog sich ins Privatleben zurück.

Seni Pramoj starb am 28. Juli 1997 im Bangkoker General Hospital.

Weblinks[Bearbeiten]

Thailand Anmerkung zu thailändischen Familiennamen: Dieser Artikel spricht Personen mit ihrem Vornamen an.