Senonen

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Die Senonen (lateinisch: Senones) waren ein keltischer Stamm des Altertums, der möglicherweise aus zwei gleichnamigen Zweigen eines Volkes bestand. Sie siedelten in Gallien und später in Norditalien südlich des Flusses Po.

Die Senonen in Gallien[Bearbeiten]

Die gallischen Senonen bewohnten das Gebiet der heutigen französischen Départements Seine-et-Marne, Loiret und Yonne. Ihr Hauptort war Agendicum (später Senonus, heute Sens).

Sie waren 54 bis 51 v. Chr. an den Kämpfen gegen Gaius Iulius Caesar beteiligt und wurden von diesem unterworfen. Nach der Darstellung Caesars siedelten die Senonen südlich von den Belgern an der Seine und an der Loire.[1]

Die Senonen in Italien[Bearbeiten]

Im 5. Jahrhundert v. Chr. setzten sich keltische Völker vom heutigen Frankreich aus in Bewegung. Eine Gruppe der Senonen überquerte die Alpen und ließ sich gemeinsam mit Insubrern, Boiern und Cenomanen in der Poebene nieder, wo sie mehrfach die Etrusker besiegten. Sie bewohnten dort die Gegend bei Ariminum (Rimini) und Ancona.

Zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. drangen die norditalienischen Senonen unter König Brennus („Vae Victis!“) in Italien ein und eroberten 387 v. Chr. Rom mit Ausnahme des Capitols – die heiligen Gänse der Juno sollen durch ihr Geschnatter die Verteidiger gewarnt haben – und zogen nur gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder ab. Ihre Beteiligung am Zug gegen Rom ist umstritten, nicht jedoch ihre jahrhundertelange Feindschaft Rom gegenüber.[2]

285 v. Chr. griffen sie das etruskische Arretium (Arezzo) an. Die zu Hilfe eilenden Römer erlitten dabei eine Niederlage. Der Senonische Häuptling Britomaris verbündete sich anschließend mit den Etruskern gegen die Römer, doch der Consul Publius Cornelius Dolabella führte eine starke Streitmacht in ihre Gebiete.[3] Im Jahre 283 v. Chr. unterwarf Rom die Senonen, besetzte ihr Gebiet und gründet die Kolonie Sena Gallica (heute Senigallia). Die Senonen wurden unmittelbar anschließend aus Italien vertrieben.

Die Besiedlung Italiens durch Senonen konnten durch Funde in den Gräberfeldern bei Montefortino d’Arcevia und in Santa Paolina di Filottrano nachgewiesen werden.[1][4][5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Senonen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Bernhard Maier: Kelten, Etrusker und Römer: Das Zeugnis der Schriftquellen. In: Die Kelten: ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46094-1, S. 96.
  2. Brennus auf mein-italien.info, abgerufen am 24. Februar 2014.
  3. Theodor Mommsen: Römische Geschichte. Band 1: Bis zur Schlacht von Pydna. Weidmann, Leipzig 1854, OCLC 312042771, S. 259–260. (online)
  4. Montefortino d’Arcevia auf pisaurus.it, abgerufen am 24. Februar 2014. (italienisch)
  5. Daniele Vitali: Die keltische Kunst und die Boier in Italien. auf academia.edu, abgerufen am 24. Februar 2014.