Senpai

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Senpai (jap. 先輩, nach dem revidierten Hepburn; selten auch Sempai) ist der japanische Begriff für jemanden, der länger bei einer Organisation ist als man selbst. Dies hat Vorrang vor dem Lebensalter: Ein 24-jähriger, der im zweiten Jahr in einer Firma arbeitet, ist der Senpai eines 25-jährigen, der gerade anfängt. Das Gegenteil von Senpai ist Kōhai. Diese Begriffe werden überall verwendet, wo Japaner in hierarchischen Gruppen zusammenkommen, also in der Schule, an der Universität, innerhalb der Abteilung einer Firma und im Sportverein.

Senpai-Kōhai-Beziehung[Bearbeiten]

Die Senpai-Kōhai-Beziehung ist eine Anwendung der konfuzianischen Fünf menschlichen Elementarbeziehungen auf die oben genannten Bereiche und überträgt dem Senpai die Aufgabe, ähnlich wie unter Geschwistern, den Kōhai anzuleiten, gegebenenfalls in Schutz zu nehmen und sich um sein Wohl zu kümmern. Den Neulingen gibt er Orientierung und Ratschläge, übt eine Vorbildfunktion aus und übernimmt Verantwortung für seinen oder seine Kōhai. So wie der Familienvater oder der Freund bei einem unverheirateten Pärchen, kann man vom Senpai erwarten, dass er bezahlt, wenn man gemeinsam trinken geht. Der Kōhai kann sich auf die Hilfe des Senpai verlassen, dem er Respekt und einen gewissen Gehorsam schuldig ist. In Sportvereinen zum Beispiel – nach wie vor auch in traditionellen AGs an Universitäten – übernehmen Kōhai die Aufräumarbeiten, die ihnen die Senpai delegieren.

Die Senpai-Kōhai-Beziehung birgt zwar das Risiko zum Missbrauch und kann dann zum Beispiel an Schikanierung grenzen, doch ist nicht zu übersehen, dass sie in sehr vielen Fällen positiv verbindliche und „produktive“ menschliche Beziehungen schafft.

Senpai als Begriff in den Kampfkünsten[Bearbeiten]

Im Budō bezeichnet Senpai einen Schüler, der früher mit der Ausbildung angefangen hat. Das Wort beschreibt eine subjektive Perspektive: Mitschüler, die vor dem Schüler ihre Ausbildung begonnen haben, werden von diesem mit Senpai bezeichnet, jüngere dagegen mit Kōhai. Schlussendlich werden Schüler, die gleichzeitig mit ihm begannen, als Dōhai bezeichnet.

Ein Senpai hat im Budō eine gewisse Vorbildfunktion und sollte den jüngeren Mitschülern immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, sich ihnen aber auch nie aufdrängen.

Anrede[Bearbeiten]

Die Bezeichnung wird etwa ab der Mittelschule als Anrede verwendet. Anders als bei den meisten anderen japanischen Anreden üblich wird meist nur das Wort Senpai selbst verwendet (wie auch Sensei), seltener eine Kombination aus Name + Senpai. Je nach Vertrautheitsgrad kann Senpai mit Vor- oder Nachname kombiniert sein, jedoch wird in der Regel der Nachname verwendet, da es sich dem Prinzip nach um eine respektvolle Anrede handelt.

In den Kampfkünsten ist der Begriff auch außerhalb Japans gebräuchlich.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]