Senta Berger

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Senta Berger auf der Verleihung des Kinoprogrammpreises NRW 2009

Senta Berger (* 13. Mai 1941 in Wien) ist eine österreichisch-deutsche[1][2] Schauspielerin und Filmproduzentin. Ihre internationale Filmkarriere begann in Österreich und führte sie über Deutschland in den 1960er Jahren nach Hollywood. Seitdem war sie in zahlreichen europäischen Kinofilmen, am Theater und seit den 1980er Jahren vermehrt in Hauptrollen deutscher Fernsehserien und -filme zu sehen.

Leben[Bearbeiten]

Senta Berger wurde 1941 in Wien geboren und wuchs in Lainz, einem Teil des 13. Bezirks, auf.[3] Ihr Vater Josef Berger war Musiker. Ihre Mutter war die Lehrerin Therese Berger, geborene Jany. Mit dem Vater trat sie schon im Alter von vier Jahren auf. Der Vater begleitete dabei die singende Tochter am Klavier. Mit fünf Jahren erhielt sie Ballettunterricht und mit 14 wandte sich Berger der Schauspielerei zu und nahm privaten Unterricht. Zwei Jahre später verließ sie das Gymnasium Wenzgasse, das sie bis dahin besucht hatte.

1957 wurde Berger von Starregisseur Willi Forst für ihre erste, noch kleine Rolle im Film Die unentschuldigte Stunde engagiert. Sie bewarb sich für das Max Reinhardt Seminar und wurde angenommen. Zu ihrem Jahrgang gehörten u. a. Marisa Mell, Elisabeth Orth und Erika Pluhar. Sie musste die Schule verlassen, nachdem sie in dem Film The Journey mit Yul Brynner eine Rolle angenommen hatte, ohne den Direktor um Erlaubnis zu fragen. 1958 wurde Berger das jüngste Mitglied am Wiener Theater in der Josefstadt.

Der Regisseur Bernhard Wicki und der Produzent Artur Brauner wollten mit Berger arbeiten. Brauner produzierte den Film Der brave Soldat Schweijk mit ihr und Heinz Rühmann. Es gelang Brauner, Berger für mehrere Filme zu verpflichten. 1962 übersiedelte Berger nach Hollywood und drehte mit Charlton Heston, Frank Sinatra, Dean Martin, Richard Harris, George Hamilton, Kirk Douglas, John Wayne und Yul Brynner. 1969 kehrte sie nach Europa zurück und war in den 1970er Jahren vor allem in italienischen Produktionen unterschiedlicher Genres zu sehen.

Senta Berger und Michael Verhoeven auf der Berlinale 2013

1963 lernte Berger den deutschen Medizinstudenten Michael Verhoeven kennen, den Sohn des Schauspielers und Regisseurs Paul Verhoeven. Am 26. September 1966 heirateten Berger und Verhoeven in München, nachdem sie im Jahr zuvor zusammen die Sentana-Filmproduktion gegründet hatten. 1967 drehte sie mit Alain Delon den Film Mit teuflischen Grüßen, 1968 spielte Berger in dem dreiteiligen Kriminalfilm Babeck von Herbert Reinecker, in dem sie das von Peter Thomas komponierte Lied Vergiß mich, wenn du kannst sang. 1970 stand sie erstmals in dem von ihrer Firma produzierten und unter der Regie ihres Mannes gedrehten Film Der Graben oder Wer im Glashaus liebt vor der Kamera. Weitere, auch international erfolgreiche Filme ihrer Produktionsfirma waren u. a. Die weiße Rose, Das schreckliche Mädchen und Mutters Courage nach dem gleichnamigen Theaterstück von George Tabori. Zudem baute Berger ihre europäische Karriere in Frankreich und Italien auf.

Die Geburt ihrer beiden Söhne Simon (* 1972) und Luca (* 1979) veranlasste Berger, sich wieder dem Theater zuzuwenden. Zwischen 1974 und 1982 war sie die Buhlschaft im Jedermann bei den Salzburger Festspielen an der Seite von Curd Jürgens und Maximilian Schell und war damit die bis heute am längsten in dieser Rolle zu sehende Darstellerin. Sie spielte am Burgtheater in Wien Tartuffe mit Klaus Maria Brandauer (Regie Rudolf Noelte), am Thalia-Theater in Hamburg und am Schillertheater in Berlin.

1985/86 gelang ihr das TV-Comeback vor dem deutschsprachigen Publikum in der Fernsehserie Kir Royal an der Seite von Franz Xaver Kroetz, Dieter Hildebrandt und Billie Zöckler. Danach folgen weitere Serien wie Die schnelle Gerdi und Lilli Lottofee, beide unter der Regie ihres Mannes Michael Verhoeven. 2000 stand sie für die österreichische Fernsehproduktion Probieren Sie’s mit einem Jüngeren unter der Regie von Michael Kreihsl vor der Kamera. Seit 2002 spielt sie Dr. Eva-Maria Prohacek, eine Polizeirätin in der ZDF-Reihe Unter Verdacht, wofür sie mit dem Grimme-Preis (2003) ausgezeichnet wurde. Daneben trat Berger auch als Chansonsängerin und bei Leseabenden (etwa mit Fräulein Else) auf. Für den französischen Film 8 Frauen (8 femmes) lieh sie 2002 Catherine Deneuve ihre Stimme.

1971 beteiligte sich Senta Berger an der von Alice Schwarzer initiierten Medien-Aktion „Wir haben abgetrieben!“. Von 2003 bis 2010 war sie an der Seite von Günter Rohrbach die erste Präsidentin der Deutschen Filmakademie. 2009 erklärte sich Senta Berger bereit, als Botschafterin sowohl für die Tierschutzorganisation Pro Wildlife für den Schutz von Menschenaffen[4] als auch für die José Carreras Leukämie-Stiftung[5] tätig zu werden. Berger, die sich bereits 1972 im Wahlkampf für Willy Brandt eingesetzt hatte,[6] wurde von der SPD als Delegierte für die deutsche Bundespräsidentenwahl 2012 nominiert.[7][8] Sie wohnt seit vielen Jahren im Grünwalder Ortsteil Geiselgasteig südlich von München, seit einiger Zeit auch in Berlin.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Hörbücher (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ehrung auf dem Boulevard der Stars (2011)

Würdigung[Bearbeiten]

Im Jahr 2013 wurde von der österreichischen Post eine Sonderbriefmarke der Reihe Österreicher in Hollywood, gestaltet von Adolf Tuma aufgelegt.[9]

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Senta Berger engagiert sich seit vielen Jahren aktiv im Kampf gegen Blutkrebs. Im Rahmen der DKMS Life trat sie 2010 als Sprecherin bei dem DKMS Life Ladieslunch auf.[10]

Literatur[Bearbeiten]

Filmdokumentationen[Bearbeiten]

  • Die Verhoevens. Dokumentarfilm von Felix Moeller, Deutschland 2003, 75 Minuten.
  • Frankreich – Wild und schön, Arte Dokumentation, Frankreich 2011, 90 Minuten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Senta Berger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Österreichische Nationalität gemäß Senta Berger im Munzinger-Archiv, abgerufen am 4. März 2012 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Berger sieht sich als deutsche Künstlerin (vgl. Deutschland, deine Künstler - ARD – Senta Berger) und wurde für die Wahl des deutschen Bundespräsidenten 2012 als Wahlfrau aufgestellt.
  3. Lore Brandl-Berger u. a.: Frauen in Hietzing. Wien 2014, Dokumentation auf der Website der Wiener Stadtverwaltung.
  4. Senta Berger hilft den Gorillas. Bei: monstersandcritics.de. 18. November 2008.
  5. José Carreras gewinnt Promis für Leukämie-Stiftung. Bei: schwarzwaelder-bote.de. 25. September 2009.
  6. Andreas Zemke: Interview mit Senta Berger – Februar 2008. Auf: dw.de. Abgerufen am 4. März 2012.
  7. Bayrischer Landtag: Senta Berger darf wählen. Bei: abendblatt.de. Abgerufen am 4. März 2012.
  8. Bayerischer Landtag: Drucksache 16/11630 vom 29. Februar 2012 (PDF, 100 kB).
  9. Eintrag zu Österreicher in Hollywood – Senta Berger. in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online  (als Briefmarkendarstellung)
  10. Senta Berger zu Gast beim 5. Münchner Ladies’ Lunch. PDF.