Seraph

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Engel Seraph. Zu weiteren Bedeutungen siehe Seraph (Begriffsklärung).

Die Seraphim (Plural Seraphim oder Seraphe, Singular: der Seraph; Hebräisch: Plural שְׂרָפִים śərāfîm, Singular שָׂרָף śārāf; Lateinisch: seraphi[m], Singular seraph[us]; Griechisch: σεραφείμ serapheim) sind Engel, die in den Lehren der abrahamitischen Religionen des Judentums, Christentums und Islams von Gott erschaffen wurden und ihm untergeordnet sind.

Das Wort Seraphim,das im Hebräischen „die Brennenden“ bedeutet, ist im Tanach üblicherweise ein Wort für Schlangen. Eine bedeutsame Perikope im Buch Jesaja wendet ihn auf feurige, sechsflügelige Engel an, die Gottes Thron umschweben und immerfort „Heilig, heilig, heilig“ ausrufen. Diese Vision mit der dreifachen Anrufung der Heiligkeit (Trishagion), hatte großen Einfluss auf Theologie, Literatur und Kunst.

Seraphen werden im Buch Henoch und in der Offenbarung des Johannes erwähnt. Die Tradition weist ihnen den fünften Rang in der Hierarchie der Engel des Judentums und den ersten in der Ordnung der neun Chöre der Engel des Christentums zu.

Gestalt[Bearbeiten]

Darstellung eines Seraphen in einem mittelalterlichen Manuskript. Die Flügel sind voller Augen.
St-André-de-Sorède, Türsturz,Seraph (nach 1020)

Nach Jesaja besitzen die Seraphim sechs Flügel sowie ein Gesicht, Hände und Füße. In der Kunst wurden die Seraphim teilweise als sechsflügelige menschenähnliche Wesen dargestellt, teilweise auch als Wesen, die nur aus Flügeln bestehen, so etwa in der Kuppel der Hagia Sophia.

Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. Serafim standen über ihm. Jeder hatte sechs Flügel: Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeckten sie ihre Füße und mit zwei flogen sie. Sie riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt. Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf und der Tempel füllte sich mit Rauch. Da sagte ich: Weh mir, ich bin verloren. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und lebe mitten in einem Volk mit unreinen Lippen und meine Augen haben den König, den Herrn der Heere, gesehen. Da flog einer der Serafim zu mir; er trug in seiner Hand eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. Er berührte damit meinen Mund und sagte: Das hier hat deine Lippen berührt: Deine Schuld ist getilgt, deine Sünde gesühnt. (Jes 6,1-7 EU)

Der Gesang der Seraphim gehört als Teil des Sanctus zu allen traditionellen christlichen Messliturgien, darunter auch zur Feier der Heiligen Messe nach dem römischen Ritus.

Die Apokalypse des Johannes greift die Vision Jesajas auf (vermischt mit der Thronwagenvision aus Ezechiel 1) und spricht ebenfalls von sechsflügeligen Wesen um den Thron Gottes (Offb 4,1-11 EU).

Der hl. Franz von Assisi empfing der Überlieferung nach die Stigmata durch einen Seraphen. Deshalb lautet der Beiname des Heiligen auch „Seraphicus“. Auch werden die Orden der Franziskaner und Klarissen, deren Entstehung auf ihn zurückgeht, seraphische Orden genannt.

Abgeleitete Vornamen[Bearbeiten]

Seraph ist sowohl ein weiblicher als auch ein männlicher Vorname, Seraphina die weiblicher Entsprechung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seraphim – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Seraph – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen