Serbitz (Treben)

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51.06222222222212.453611111111151Koordinaten: 51° 3′ 44″ N, 12° 27′ 13″ O

Serbitz
Gemeinde Treben
Höhe: 151 m ü. NN
Einwohner: 170 (2010)
Eingemeindung: 1. Mai 1965
Postleitzahl: 04617
Vorwahl: 034343
Im Ort

Im Ort

Serbitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Treben im Landkreis Altenburger Land im Osten des Freistaates Thüringen.

Geographie[Bearbeiten]

Serbitz liegt an der Pleiße, 40 km südlich von Leipzig am südlichen Rand der Leipziger Tieflandsbucht zwischen Borna und Altenburg an der Bundesstraße 93.

Kriegerdenkmal

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Serbitz wurde erstmals 1308 urkundlich erwähnt. Am 26. Februar 1308 eignete Heinricus de Vlogelsberch in seinem Testament, da er keine männlichen Erben hatte, seine Reichslehen in Serbitz (Serewicz) den Brüdern des Deutschen Ordens zu Altenburg mit der Bedingung zu, seiner Gemahlin Kunigunde, geborene von Hersveld auf ihre Lebenszeit jährlich 16 Mark als Leibgedinge (Zinsen) zu geben.

In Serbitz wurden 1581 insgesamt 5 Höfe Opfer einer Feuersbrunst. In den Jahren 1637, 1656, 1766, 1783 und 1813 wurde Serbitz wiederum vom Feuer heimgesucht. Beim letzten Brand starben 2 Menschen.

Im Jahr 1633 wütete die Pest in Serbitz, insgesamt 98 Menschen starben. Manche Familien wurden vollständig ausgelöscht.

Im 19. Jahrhundert war die Viehzucht des Dorfes Serbitz die bedeutendste in weiter Umgegend, da die ergiebigen Wiesen, welche die Hälfte von den Grundstücken der Serbitzer Flur ausmachen, Futter im Überfluss lieferten.

Seit den 1850er Jahren verläuft die Leipzig-Altenburger Chaussee (heute B 93) direkt durch den Ort, vorher folgte sie der Route über Thräna nach Kleintreben.

Im Juli 1954 wurde Serbitz vom Hochwasser bedroht. Familien und Tiere mussten evakuiert werden. Infolge des Hochwassers wurde die Pleiße umgebettet und fließt seitdem nicht mehr direkt durch den Ort.

Am 1. Mai 1965 folgte die Eingemeindung von Serbitz nach Treben.[1] Seitdem ist Serbitz ein Ortsteil von Treben.

Im August 2002 war Serbitz auch vom großen Hochwasser betroffen. Ein Damm drohte zu brechen, deshalb musste die Bundesstraße 93 auf ungefähr 100 Metern aufgebaggert werden, um das Wasser ableiten zu können.

Am 2. Juni 2013 wurden die Bewohner von Serbitz wegen des drohenden Dammbruches aufgrund des Hochwassers evakuiert. Nach dem der Damm auf 50 Metern undicht geworden war, erreichte das Wasser Serbitz in den frühen Morgenstunden des 3. Juni 2013.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1580 - 211
  • 1672 - 162
  • 1806 - 214
  • 1833 - 255
  • 1853 - 297
  • 1871 - 300
  • 1875 - 300
  • 1885 - 295
  • 1900 - 345
  • 1910 - 368
  • 1919 - 379
  • 1925 - 431
  • 1935 - 385
  • 1939 - 374
  • 1946 - 534
  • 1948 - 502
  • 1964 - 338
  • 2005 - 198
  • 2010 - 170
Quelle: Verwaltungsgemeinschaft "Pleißenaue"

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

Katholische Kirche

In Serbitz wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für die vielen Flüchtlinge eine katholische Kirche errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte am 25. September 1949. Bis 1978 waren in Serbitz auch Pfarrer ansässig, danach wurden die Gottesdienste durch Pfarrer aus Altenburg geleitet. Am 31. Mai 2001 wurde durch ein Dekret des Bischofs der Diözese Dresden-Meißen Joachim Reinelt die katholische Gemeinde aufgelöst.

Denkmal[Bearbeiten]

In Serbitz steht ein am 20. Oktober 1922 errichtetes Denkmal aus Elbsandstein zu Ehren der gefallenen und vermissten Gemeindemitglieder im Ersten Weltkrieg. Durch das Absprühen im Zuge einer Restaurierung wurden die vorher schon fast unleserlichen Namen der Gefallenen noch weiter in Mitleidenschaft gezogen. Im August/September 2005 wurden die Namen bzw. Inschriften nach alten Vorlagen und Fotos wiederhergestellt. Bis dato konnten auf dem Denkmal alle Inschriften bis auf einen Vornamen und ein Todesdatum wiederhergestellt werden. Bemühungen, die fehlenden Angaben herauszufinden, liefen ergebnislos über das Krankenbuchlager des Ersten Weltkriegs in Berlin.

Wehr des Hochwasserrückhaltebeckens

Hochwasserrückhaltebecken[Bearbeiten]

Als Schutz für Leipzig wurde das Hochwasserrückhaltebecken Regis-Serbitz mit einer der längsten Kronen in Deutschland errichtet.

Sport[Bearbeiten]

Der heutige Fußballverein wurde 1924 als Turnverein "Deutsche Eiche" gegründet. In den Jahren 1935-1937 wurde der heutige Sportplatz in Serbitz gebaut. Der Spielbetrieb ging Ende 1945 oder Anfang 1946 unter dem Namen Turnverein Serbitz weiter. Ab 1948 wurde der Verein in BSG Union Thräna und 1953 in BSG Aktivist Thräna umbenannt. Am 14. Juni 1990 fand die Gründungskonferenz von SV Eintracht 1923 Thräna e. V. statt. Am 18. November 1993 beschloss die Mitgliederversammlung die Namensänderung in FSV Eintracht 1923 Serbitz/Thräna e. V. Der Verein spielte über die Jahre in der 1. Kreisklasse, kurzzeitig auch in der Bezirksklasse. Der größte Erfolg war der Gewinn der Osterland-Meisterschaft im Jahre 1941.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jedes Jahr findet in Serbitz ein Dorf- und Kinderfest statt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Serbitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien