Sergej Movsesjan

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Sergej Movsesjan, 2008
Sergej Movsesjan, 2010
Name Sergej Movsesjan
Schreibweisen Sergei Movsesian (Englisch)
Land TschechienTschechien Tschechien
SlowakeiSlowakei Slowakei
ArmenienArmenien Armenien
Geboren 3. November 1978
Tiflis, Georgische SSR
Titel Großmeister (1997)
Aktuelle Elo-Zahl 2663 (September 2014)
Beste Elo-Zahl 2751 (Januar 2009)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Sergej Movsesjan (in englischer Transkription Sergei Movsesian, armenisch Սերգեյ Մովսեսյան; * 3. November 1978 in Tiflis) ist ein slowakischer Schachmeister der Weltelite, der für Armenien spielt und zur armenischen Diaspora in Prag gehört.

Movsesjan kam, wie auch Tigran Petrosjan, als Armenier in Georgien zur Welt. Sein enormes Schachtalent wurde bereits früh gefördert. Er wurde noch vor Zusammenbruch der UdSSR in die Sowjetische Schachschule aufgenommen, doch war eine weitere Unterstützung Anfang der 1990er Jahre, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, zweifelhaft und Movsesjans Eltern siedelten sich mit den beiden Söhnen 1993 in Pardubice an. Movsesjan lernte die Tschechische Sprache und nahm sowohl an der tschechischen (2. Platz 1997, 1. Platz 1998) als auch an der slowakischen Meisterschaft (1. Platz 1995, 2. Platz 2002) teil. Bei der armenischen Meisterschaft 1996 wurde er Fünfter. 1997 siegte er in Hamburg. Bei der FIDE-Weltmeisterschaft nach K.-o.-System, 1999 in Las Vegas, schaltete er im Achtelfinale Péter Lékó nach einem Stichkampf im Schnellschach aus, verlor dann im Viertelfinale gegen den späteren Vizeweltmeister Wladimir Akopjan.

2002 gewann er in Sarajevo vor Alexei Schirow, Ivan Sokolov und Alexei Drejew. 2003 besiegte er in Reykjavík den Isländer Hannes Stefánsson in einem Wettkampf mit 4,5-1,5 (+3, -0, =3). 2003 und 2004 wurde er jeweils Zweiter in Sarajevo. Movsesjan feierte außerdem zahlreiche Siege im Schnellschach: 1999 gewann er den Porzellan-Cup in Dresden, außerdem Schnellschachturniere in Prag 1999 und Warschau 2004. Im Januar 2008 siegte Movsesjan in der B-Gruppe des Corus-Schachturniers in Wijk aan Zee, einem Rundenturnier der Kategorie 15 (Elo-Schnitt 2618), und qualifizierte sich damit für das Hauptturnier im Jahr 2009.

Movsesjan vertrat international zunächst Armenien und spielte dann für Tschechien, doch verweigerte man ihm die tschechische Staatsbürgerschaft, worauf er 2002 Slowake wurde. Movsesjan spielte zweimal (in Jahren 1998 und 2000) für die Nationalmannschaft Tschechiens bei der Schacholympiade, wobei er 14 Punkte aus 22 Partien erzielte, und viermal für die Slowakei (in Jahren 2002, 2004, 2008 und 2010), dabei erreichte er 30 Punkte aus 46 Partien.[1][2] Movsesjan kündigte im Dezember 2010 an, dass er in Zukunft erneut für Armenien spielen will, die slowakische Staatsbürgerschaft aber auf jeden Fall behalten möchte.[3] Er wurde mit der armenischen Mannschaft 2011 Mannschaftsweltmeister[4] und 2012 Olympiasieger.[5] Hierbei spielte er jeweils am 2. Brett.

Seit 1997 spielt Movsesjan in der deutschen Schachbundesliga, zunächst für den Berliner Verein SF Neukölln, zuletzt für die OSG Baden-Baden, mit der er seit 2006 achtmal in Folge deutscher Meister wurde. Mit der tschechischen Schachgroßmeisterin Petra Krupková (* 1976), von der er seit 2008 geschieden ist, hat er drei Kinder. Movsesjan lebt in Prag mit Júlia Kočetková.[6][7][8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Olimpbase
  2. 39th Olympiad Khanty-Mansiysk 2010 Open tournament
  3. Šachový týdeník, Nummer 51, 23. Dezember 2010, Seite 3
  4. [1]
  5. [2]
  6. Movsesian on the Move
  7. Hravá krása logiky
  8. VII. Marx György Emlékverseny

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sergej Movsesjan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien