Sergier

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Die Sergier sind ein altes römisches Patriziergeschlecht, die gens Sergia, deren Gentilnomen Sergius lautet. Die Sergier stellten zahlreiche römische Konsuln und waren in den Fasten von der Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. bis in die zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. häufig vertreten.

Wahrscheinlich sind die Sergier etruskischen Ursprungs und näher mit den Serviliern, gens Servilia, verbunden und eventuell verwandt gewesen[1], da in beiden gentes das Cognomen Fidenas auftaucht.[2] Nach den Sergiern ist die gentilizische Tribus Sergia benannt.[3]

Der früheste Vertreter der gens Sergia, ein Marcus Sergius Esquilinus, taucht für das Jahr 450 v. Chr. in den Fasti Capitolini auf.[4] Das Cognomen Esquilinus bleibt völlig isoliert, die anderen frühen Vertreter der gens Sergia trugen das Cognomen Fidenas. Folgende Sergier erreichten das Amt des Konsuls oder des Konsulartribunen:

Nachdem das Geschlecht in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. an politischem Einfluss verloren hatte, gelangten kurz nach dem Zweiten Punischen Krieg noch einmal Mitglieder der gens bis zum Amt des Prätors.

  • Gaius Sergius Plautus: Prätor urbanus 200 v. Chr.
  • Marcus Sergius Silus: Prätor urbanus 197 v. Chr.

Um 110 v. Chr. gelangte ein Manlius Sergius zur Prätur und war Pronkonsul in der Provinz Hispania ulterior.[6]

Der berühmteste Sergier war Lucius Sergius Catilina: Prätor 68 v. Chr.[7]

Für das Alter und das Ansehen der Sergier spricht, dass Vergil ihnen über ihren sagenhaften Stammvater Sergestus eine trojanische Abstammung andichtet.[8] Nach den Sergiern war in Rom eine Olivenart, die Sergia bzw. Sergiana, benannt.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert Werner geht davon aus, dass es sich um zwei Zweige einer Familie gehandelt habe. Robert Werner: Der Beginn der römischen Republik. Historisch-chronologische Untersuchungen über die Anfangszeit der libera res publica. München / Wien: Oldenbourg Verlag, 1963, S. 268
  2. Friedrich Münzer: Sergius. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Zweite Reihe. Band II.2 = Vierter Halbband: Selinuntia bis Sila. (RE II A,2) Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1923, Sp. 1690 - Die Annahme R. M. Olgilvies, das Cognomen „Fidenas“ lasse den Schluss zu, die gens stamme aus der Stadt Fidenae, erscheint zu spekulativ; siehe: R. M. Ogilvie: Early Rome And The Etruscans. 2. Aufl. Glasgow: Williams Collins Sons & Co, 1979, S. 142f
  3. Andreas Alföldi: Das frühe Rom und die Latiner. Aus dem Englischen übersetzt von Frank Kolb. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1977, S. 278
  4. Fasti Capitolini, Livius III 35,11, Diodor XII 24,1 mit dem Praenomen Lucius
  5. siehe Friedrich Münzer: Sergius 24) bis Sergius 28). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Zweite Reihe. Band II.2 = Vierter Halbband: Selinuntia bis Sila. (RE II A,2) Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1923, Sp. 1711-1713
  6. T. Robert S. Broughton: The Magistrates of the Roman Republic. Vol. II: 99-31 B.C.. Cleveland, Ohio: Press of the Case Western Reserve University, 1952. Unveränderter Nachdruck 1968. S. 465 (Philological Monographs, Bd. XV, Teilband 2. Hrsg. von der American Philological Association)
  7. Matthias Gelzer: Sergius 23). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Zweite Reihe. Band II.2 = Vierter Halbband: Selinuntia bis Sila. (RE II A,2) Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1923, Sp. 1693-1711
  8. Vergil Aeneis V 121ff
  9. Cato, De agri cultura 6, 1

Literatur[Bearbeiten]