Serhane Ben Abdelmajid

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Serhane Ben Abdelmajid Fakhet, (* 10. Juli 1968 in Tunesien; † 3. April 2004 in Leganés, Spanien) war der mutmaßliche Haupttäter der Madrider Zuganschläge vom 11. März 2004.

Anfang der 1990er Jahre siedelte Abdelmajid aus dem Stadtviertel El Ghazala in Tunis nach Madrid über, um dort Sprachen und Ökonomie zu studieren. Er schloss das Studium nicht ab, lebte aber in besseren Bedingungen als die meisten Migranten aus dem Maghreb in Wohngemeinschaften und hatte eine französische Freundin. In der Moschee von Madrid arbeitete er als Buchhalter und erhielt dort offenbar über das Al Qaida-Mitglied Amer Azizi[1] Zugang zu islamistischen Kreisen. 2002 heiratete er die Schwester des in Madrid lebenenden Islamisten Mustapha Maymuni, dem eine Beteiligung an den Anschlägen von Casablanca 2003 zur Last gelegt wird. Mitte 2003 begann Abdelmajid für eine Immobilienfirma zu arbeiten und einen Anschlag auf spanischem Boden zu planen, wahrscheinlich wegen der spanischen Verwicklung in den Irak-Krieg. Abdelmajid war bis zum 8. März 2004 von der Polizei überwacht worden, ohne dass diese über den konkreten Verdacht informiert war.

Am 31. März 2004 wurde Ben Abdelmajid als Hauptverdächtiger ermittelt. Die Ermittler glaubten zunächst, dass er und seine Gruppe sich bereits außerhalb Spaniens aufhalten würden. Nachdem es bei einer Razzia im Madrider Vorort Leganés zunächst zu einem Schusswechsel mit spanischen Polizisten der Spezialeinheit GEO gekommen war, sprengte sich der Tunesier mit sechs Komplizen in die Luft.[2]

Er wurde Anfang 2006 auf dem Friedhof von Leganés bestattet.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Al Qaeda confirma la muerte de un terrorista clave del 11-M. In: El País, 8. Mai 2010; Fernando Reinares: The Evidence of Al-Qaida’s Role in the 2004 Madrid Attack. In: Combating Terrorism Center at West Point, 22. März 2012.
  2. Madrid ‘Ringleader’ Dies in Blast. In: BBC.co.uk, 4. April 2004.
  3. F. Javier Barroso: El juez ordena enterrar en Leganés 21 meses después del 11-M a seis de los suicidas. In: El País, 17. Januar 2006.