Serienfertigung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Serienproduktion)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Qsicon Fokus2.svg Dieser Artikel wurde auf den Seiten der Qualitätssicherung eingetragen. Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und beteilige dich bitte an der Diskussion!
Folgendes muss noch verbessert werden: Mehrere Einzelnachweise gehen auf die engl. Wikipedia, was nicht zulässig ist. --Leyo 09:47, 30. Apr. 2013 (CEST)
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Fertigung von optischen Systemen in China
Radioapparatebau in den 1930er-Jahren
KFZ-Produktion in den 1970er Jahren
Industrielle Käseherstellung
Zigarrenfertigung in der Dominikanischen Republik

Die Serienfertigung (lat. serere „aneinanderreihen“, „zusammenfügen“) ist durch die gleichzeitige oder unmittelbar aufeinander folgende Erzeugung mehrerer gleichartiger Produkte (Serie) gekennzeichnet, die auch Serienprodukte genannt werden. Sie ist ein Produktionstyp mit einer großen, aber begrenzten Anzahl von Wiederholungen. Ist der Leistungsumfang einer Serie abgeschlossen, beginnt die Herstellung einer anderen Serie.

Neben der Serienfertigung unterscheidet man als Fertigungsarten die Einzelfertigung, die Massenfertigung, die Sortenfertigung sowie die Chargenfertigung.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines [Bearbeiten]

Bevor es zu einer Fertigung eines Produkts kommt, wird dieses zunächst als Prototypen (handwerkliches Einzelstücke) gefertigt. Anhand dieser ersten Muster wird das Aussehen, die Beschaffenheit, die Zusammensetzung und am Schluss der Ablauf der Herstellung festgelegt. Durch die Festlegung dieser Punkte ist ein Serienprodukt definiert. Vor der Freigabe der Serienproduktion wird oftmals zuerst eine Nullserie angefertigt.

Mit der Einführung der Fließfertigung und des Fließbandes durch Henry Ford hat sich im Automobilbau die Serienfertigung sehr schnell verbreitet. Aufgrund der Globalisierung und des zunehmenden Wettbewerbs bieten heute viele Fahrzeughersteller ihren Kunden die Möglichkeit an, die angebotenen Serienfahrzeuge durch kundenspezifische Ausstattungen zu individualisieren [1]. Neben der Serienfertigung wird dadurch eine mehr oder weniger separate Sonderfertigung erforderlich.

Um Serienfertigungen optimal steuern zu können, stehen verschiedene Software-Tools zur Verfügung, die helfen sollen, den Prozess der Serienfertigung zu optimieren, damit Durchlaufzeiten so kurz wie möglich gehalten werden.

Eine Serie eines Produkts wird in der Regel solange produziert, wie sie sich gewinnbringend am Markt verkaufen lässt. Die Hersteller reagieren hierbei individuell auf unterschiedliche Faktoren: Geschmack der potentiellen Kunden, Jahreszeiten, günstigere oder bessere Ausgangsmaterialien, verbesserte Fertigungsschritte und die Konkurrenzsituation am Markt.

Die ersten Produkte, welche die Grenze von 1000 produzierten Stück pro Monat überschritten, waren wahrscheinlich der Colt Pocket Percussion Revolver, von dem 1847 bis 1873 ganze 364.000 Stück produziert wurden, der Colt 1851 Navy Revolver, von dem von 1850 bis 1873 über 250.000 Stück produziert wurden sowie das Colt Army Model 1860, von dem von 1860 bis 1873 über 200.000 Stück produziert wurden.

Merkmale [Bearbeiten]

Die Merkmale der Serienfertigung sind begrenzte Zahl (Serie) gleichartiger Produkte, qualitativ verwandte Erzeugnisse und fertigungstechnisch unterschiedliche Erzeugnisse (z. B. Möbel). Die Umrüstzeiten und -kosten haben eine hohe Bedeutung. Eine Arbeitsteilung ist vorhanden. Nach der einmaligen Durchführung einer Serie folgt die nächste Serie.

Unterscheidungsarten [Bearbeiten]

Bezogen auf die Menge kann zwischen der Kleinserienfertigung mit geringer Menge gleichartiger Produkte (z. B. Kranbau) und der Großserienfertigung mit großer Menge gleichartiger Produkte (z. B. Automobilindustrie) unterschieden werden.

  • Einzel- und Kleinserienfertigung = unter 20 Stück pro Monat. (Bei 5Tage-Woche = max 1Stk/Tag)
  • Mittelserienfertigung = 20 - 1000 Stück pro Monat.
  • Großserienfertigung = über 1000 Stück pro Monat. [2][3]

Weiters kann zwischen der auftragsorientierten und der marktorientieren Serienfertigung unterschieden werden. Bei der auftragsorientierten Serienfertigung werden teilweise standardisierte Produkte nach einem Kundenauftrag gefertigt. Bei der marktorientierten Serienfertigung werden teilweise standardisierte Produkte für anonyme Abnehmer produziert.

Beispiele für Industrien mit Serienfertigung [Bearbeiten]

  • Automobilindustrie
  • Automobilzuliefererindustrie: Reifen, Felgen, Lack
  • Mode: Kleider, Anzüge, Schuhe
  • Standardmaschinenbau
  • Apparatebau
  • Möbelindustrie
  • Pharmaerzeugnisse
  • Metallindustrie
  • 2012 teilte Siemens mit, seine Windkraftanlagen-Fertigung auf Serienfertigung umzustellen[4]

Vorteile [Bearbeiten]

Die Vorteile der Serienfertigung sind unter anderem die einfachere Herstellung des Produkts, da sich die Abläufe während einer Serie nicht ändern. Das Produkt wird preiswerter, da die erforderlichen Maschinen optimiert und besser ausgelastet werden können. Außerdem ist die Beschaffung der erforderlichen Materialien in großen Stückzahlen deutlich kostengünstiger. Das Produkt steht in relativ großen Stückzahlen auf dem Markt zur Verfügung. Des Weiteren findet sich eine hohe Produktivität, kurze Durchlaufzeiten und tendenzielle geringe Transportkosten und Lagerkosten. Der Einsatz von angelernten Arbeitskräften ist durch die standardisierten Handlungsabläufe möglich. Durch die Fixkostendegression sinken die Stückkosten.

Nachteile [Bearbeiten]

Die Individualität einer Einzelfertigung geht verloren. Kleinere Hersteller und Manufakturen können nur noch Nischenprodukte gewinnbringend herstellen. Anpassungen an Marktänderungen sind mit hohen Umstellungsaufwendungen (z. B. Rüstkosten) verbunden. Die Lagerkosten steigen, wenn mehrere Produkte, die nacheinander auf derselben Maschine hergestellt werden, gleichzeitig abgesetzt werden sollen. Im Gegensatz zur Einzelfertigung ist ein hoher Kapitalbedarf für Fertigungseinrichtung als Nachteil zu verzeichnen.

Moderne Serienfertigung im Automobilbau [Bearbeiten]

Aufgrund der Nachteile der klassischen Serienfertigung und der Vorteile der Einzelfertigung hat sich u. a. in der Automobilindustrie die individuelle Massenfertigung, auch mass customization genannt, herausgebildet. Im Automobilbau werden auf einer Montagelinie die unterschiedlichen Fahrzeuge für die individuellen Kundenaufträge 'in Serie' gefertigt. Besondere Kundenwünsche und Spezialausstattungen werden bei einigen Fahrzeughersteller im Sonderwagenbau, der sich an die 'Serienfertigung' anschließt, umgesetzt [5]. Damit die Serienfertigung reibungslos ablaufen kann, werden die Fertigungsabläufe vorher durch eine oder mehrere Vorserien erprobt.

Literatur [Bearbeiten]

  • Georg Hanen: Produktionsplanungsprobleme in einem Unternehmen mit Serienfertigung. Lösung eines praktischen Falles. Regensburg 1981, (Regensburg, Universität, Dissertation, 1981).
  • Edmund Heinen (Hrsg.): Industriebetriebslehre. Entscheidungen im Industriebetrieb. 9. vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Gabler, Wiesbaden 1991, ISBN 3-409-33152-2.
  •  Wilmjakob Herlyn: PPS im Automobilbau. Produktionsprogrammplanung und -steuerung von Fahrzeugen und Aggregaten. Hanser, München 2012, ISBN 978-3-446-41370-2.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Herlyn: PPS im Automobilbau. 2012, S. 57 ff., S. 88 ff.
  2. Steffen Kinkel: Potenziale der industriellen Automatisierung Studie, vorgestellt auf der VDI/ISI-Pressekonferenz, Tagung "Automation 2009", Baden-Baden, VDI, Diagramm auf S. 5 (PDF; 103 kB)
  3. Andreas Schlegel: Konzeption und Einsatzvorbereitung eines Werkzeugs für die Bestimmung der Prozessqualität mittels Kennzahlenüberwachung und wissensbasierter Simulation Dissertation TU Chemnitz, 2002, Diagramm auf S. 19 (PDF; 2,5 MB)
  4. www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/siemens-windanlagen-bau-kuenftig-am-fliessband/6851502.html
  5. Herlyn: PPS im Automobilbau. 2012, S. 208 ff.