Seven Summits

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Die Lage der Seven Summits. Auf der Weltkarte sind die Positionen der insgesamt neun Gipfel markiert, die je nach Definition der Kontinentalgrenzen in Frage kommen.

Die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente werden als Seven Summits [ˈsevən ˈsʌmɪts] (englisch für Sieben Gipfel) zusammengefasst. Je nach Auffassung der Grenzen Europas bzw. Australiens zum asiatischen Kontinent erfüllen unterschiedliche Berge diese Definition, sodass mindestens neun Gipfel in Frage kommen.

Die Gipfel aller Seven Summits zu erreichen, gilt als besondere Herausforderung des Bergsteigens, die auf eine Idee von Dick Bass zurückgeführt wird. Der US-Amerikaner selbst vervollständigte die Besteigungen der von ihm vorgeschlagenen Seven Summits als Erster durch seinen Gipfelerfolg auf dem Mount Everest am 30. April 1985; dabei zählte er den Mount Kosciuszko als höchsten Berg des australischen Festlands zur Liste. Eine alternative Liste schlug Reinhold Messner vor, die anstelle des Mount Kosciuszko die Carstensz-Pyramide auf der Insel Neu-Guinea als höchsten Berg des australischen Kontinents berücksichtigt. Diese Liste komplettierte der Kanadier Patrick Morrow am 5. August 1986 zuerst, nur vier Monate vor Messner. Die Besteigung aller Seven Summits wird in Fachkreisen heute in beiden Versionen gewürdigt.

Definition[Bearbeiten]

Der Bezeichnung „Seven Summits“ (deutsch: „Sieben Gipfel“) liegt ein Verständnis zugrunde, das die Erde in sieben Kontinente teilt: Afrika, die Antarktis, Asien, Australien, Europa sowie Nord- und Südamerika als einzelne Kontinente. Andere Einteilungen führen zu einer anderen Zahl, siehe Anzahl der Kontinente. Wegen unterschiedlicher Interpretationen der Kontinentalgrenzen – unter geographischen und geopolitischen Gesichtspunkten – gibt es mehrere mögliche Definitionen der Seven Summits. Relevant für die Auswahl der Seven Summits sind die Grenzen Europas und Australiens.

Europa[Bearbeiten]

Satellitenbild des Kaukasus zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Bildet er die europäisch-asiatische Grenze oder die nördlichere Manytschniederung?

Die Frage, welcher der höchste Berg Europas ist, hängt entscheidend davon ab, wo die innereurasische Grenze festgelegt wird. Hierfür gibt es weder eine eindeutige geographische, noch eine allgemein anerkannte historische oder völkerrechtliche Definition. Von manchen wird die Manytschniederung nördlich des Kaukasus als Grenzlinie betrachtet, von anderen der Kaukasus selbst, insbesondere die Wasserscheide zwischen der Nord- und der Südflanke. Folgt man der zweiten Auffassung, wird der 5642 Meter hohe Elbrus, der höchste Berg des Kaukasus, zu Europa gerechnet; folgt man der ersten, liegt der Kaukasus gänzlich in Asien, und der mit 4810 Metern deutlich niedrigere Mont Blanc gilt als höchster Berg Europas.[1] Diese Auffassung war in Europa bis zum Ende des 18. Jahrhunderts unbestritten[2] und ist heute noch die vorherrschende Ansicht – mit Ausnahme des englisch- und französischsprachigen Raums, in dem die Kaukasuswasserscheide als Grenze zwischen Europa und Asien gilt.[3]

Australien[Bearbeiten]

Die australische Hauptlandmasse, hellblau hervorgehoben der Kontinentalschelf, auf dem auch die Inseln Neuguinea im Norden, Timor im Nordwesten und Tasmanien im Süden liegen

Komplizierter ist die Lage in Bezug auf Australien: Die höchste Erhebung der australischen Hauptlandmasse, die im allgemeinen Sprachgebrauch häufig als Kontinent verstanden wird, ist der Mount Kosciuszko mit 2228 Metern. Vereinzelt wird auf den Vulkan Big Ben auf der Heard-Insel abgestellt, der hoheitlich zum Staat Australien zählt, wenngleich er fernab der Landmasse im südlichen Indischen Ozean liegt. Dessen höchster Punkt, Mawson Peak, ist mit 2745 Metern höher als der Mount Kosciuszko.[4] Nimmt man Australien und Neuseeland zusammen, werden beide vom 3754 Meter hohen Aoraki, auch als Mount Cook bezeichnet, überragt. Der australische Kontinent umfasst geographisch allerdings auch die vorgelagerten Inseln Tasmanien und Neuguinea. Auf Neuguinea liegt die Carstensz-Pyramide, in der Landessprache „Puncak Jaya“ und früher „Djalaspitze“ genannt. Sie ist 4884 Meter hoch und damit die höchste Erhebung des Kontinents.

Insbesondere aus kulturellen und politischen Gründen wird Australien mit den anderen Inselstaaten des Pazifiks unter der Bezeichnung „Ozeanien“ zu einem Kontinent zusammengefasst. Die Carstensz-Pyramide gehört zum Staat Indonesien und damit politisch gesehen eher zu Asien. Nach einer politischen Grenzziehung wäre demnach der Mount Wilhelm, der mit einer Höhe von 4509 Metern der höchste Berg Papua-Neuguineas ist, auch der höchste Ozeaniens.[1] Die Idee, den Mount Wilhelm zu den Seven Summits zu zählen, hat jedoch kaum Unterstützung erfahren.[5]

Die Listen von Bass und Messner[Bearbeiten]

Die erste Auflistung der Seven Summits stammt von Dick Bass und enthält neben dem asiatischen Mount Everest (auch als „Sagarmatha“ oder „Chomolungma“ bezeichnet), dem südamerikanischen Aconcagua, dem nordamerikanischen Mount McKinley (alternativ „Denali“ genannt), dem afrikanischen Kibo (umgangssprachlich „Kilimandscharo“) und dem antarktischen Mount Vinson den Elbrus als Vertreter Europas und den Mount Kosciuszko für den australischen Kontinent.[6]

Ein Gegenvorschlag stammt von Reinhold Messner, der den Mount Kosciuszko durch die Carstensz-Pyramide ersetzt. Dieser Vorschlag kann aus alpinistischer Sicht als größere Herausforderung verstanden werden, da die Besteigung der Carstensz-Pyramide als deutlich anspruchsvoller gilt als die des Mount Kosciuszko. Besteigungs-Chronisten wie etwa der Niederländer Harry Kikstra stellen daher primär auf Messners Carstensz-Liste ab, führen aber auch Buch über die traditionelle Kosciuszko-Liste von Bass und sogar über kombinierte Varianten.[7][1]

Die Listen von Bass beziehungsweise Messner können heute zumindest unter Bergsteigern als Referenzpunkte für die Seven Summits angesehen werden. Jedoch enthält keine von beiden den Mont Blanc,[7] der von vielen der Seven-Summit-Sammler dennoch bestiegen wird.

Die Seven Summits[Bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten]

Die folgenden neun Berge werden – je nach Definition – zu den Seven Summits gezählt. In den Spalten LB und LM sind die Berge markiert, die in den Listen von Bass bzw. Messner enthalten sind.

Kontinent Gipfel Höhe Lage Gebirge Land Erstbesteigung LB LM
Afrika Kibo 5895 m Welt-Icon-3.065052777777837.359030555556 Kilimandscharo-Massiv TansaniaTansania Tansania 06. Okt. 1889 durch H. Meyer, L. Purtscheller
Antarktika Mount Vinson 4892 m Welt-Icon-78.525277777778-85.617222222222 Sentinel Range 17. Dez. 1966 durch N. Clinch, B. Corbet, J. Evans, W. Long, P. Schoening
Asien Mount Everest 8848 m Welt-Icon27.98805555555686.925277777778 Himalaya China VolksrepublikChina Volksrepublik China, NepalNepal Nepal 29. Mai  1953 durch E. Hillary, T. Norgay
Australien Carstensz-Pyramide 4884 m Welt-Icon-4.0833333333333137.185 Sudirman-Gebirge IndonesienIndonesien Indonesien 13. Feb. 1962 durch H. Harrer, A. Huizenga, R. Kippax, P. Temple
Mount Kosciuszko 2228 m Welt-Icon-36.455833333333148.26333333333 Great Dividing Range AustralienAustralien Australien 15. Feb. 1840 durch P. de Strzelecki
Europa Mont Blanc 4810 m Welt-Icon45.83256.8643055555556 Alpen FrankreichFrankreich Frankreich, ItalienItalien Italien 07. Aug. 1786 durch J. Balmat, M. Paccard
Elbrus 5642 m Welt-Icon43.35542.439166666667 Kaukasus RusslandRussland Russland 28. Juli 1874 durch F. Gardiner, F. Grove, P. Knubel, H. Walker
Nordamerika Mount McKinley 6195 m Welt-Icon63.069268-151.007767 Alaskakette Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 07. Juni 1913 durch W. Harper, H. Karstens, H. Stuck, R. Tatum
Südamerika Aconcagua 6962 m Welt-Icon-32.653333333333-70.011666666667 Anden ArgentinienArgentinien Argentinien 14. Jan. 1897 durch M. Zurbriggen

Anmerkung

wird von Chile beansprucht, jedoch erkennen nur wenige Staaten territoriale Ansprüche auf die Antarktis an, siehe Politischer Status der Antarktis.

Mount Everest[Bearbeiten]

Die Nordseite des Mount Everest
Hauptartikel: Mount Everest

Der Mount Everest (nepalesisch Sagarmatha; tibetisch Chomolungma) ist mit 8848 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Berg der Erde und damit auch der höchste Asiens. Er ist der einzige Achttausender unter den Seven Summits und überragt den zweithöchsten Berg in der Liste um knapp 1900 Höhenmeter. Seine Lage im Himalaya markiert die Grenze zwischen Nepal und Chinas autonomem Gebiet Tibet; auf nepalesischer Seite liegt er im Sagarmatha-Nationalpark.

Die Besteigungsgeschichte des Mount Everest beginnt in den 1920er Jahren. Die Erstbesteigung gelang dem Neuseeländer Sir Edmund Hillary gemeinsam mit dem nepalesischen Sherpa Tenzing Norgay am 29. Mai 1953. Die Schwierigkeiten seiner Besteigung liegen in geringen Temperaturen, plötzlichen Wetterumschwüngen und der sauerstoffarmen Luft in der sogenannten Todeszone. Dennoch hat sich am Mount Everest ein regelrechter „Besteigungstourismus“ entwickelt. Bis Mitte 2010 ist die Zahl der erfolgreichen Besteigungen auf über 4500 angestiegen. Mehr als 200 Menschen ließen bei Besteigungsversuchen ihr Leben.[8]

Aconcagua[Bearbeiten]

Aconcagua
Hauptartikel: Aconcagua

Der zweithöchste der Seven Summits ist der Aconcagua (mit komplettem Namen: Cerro Aconcagua). Der in den Anden auf argentinischem Territorium gelegene Berg misst 6962 Meter in der Höhe und ist damit die höchste Erhebung Südamerikas. Zugleich ist er der höchste Berg außerhalb Asiens. Seine große Entfernung zum Himalaya verleiht ihm eine Dominanz von 16.520 Kilometern. Der Aconcagua ist dadurch gemessen an Dominanz und Schartenhöhe jeweils der zweithöchste Berg der Erde nach dem Mount Everest.[9] Er ist Namensgeber für den ihn umgebenden Parque Provincial Aconcagua.

Die Besteigungsgeschichte des Aconcagua beginnt im frühen 19. Jahrhundert. Ende des Jahrhunderts konnte erstmals dokumentiert eine Expedition bis zum Gipfel vordringen: Der Schweizer Expeditionsführer Matthias Zurbriggen erreichte am 14. Januar 1897 den höchstgelegenen Punkt Südamerikas, wenige Tage später folgten ihm zwei weitere Expeditionsteilnehmer. Der Aconcagua gilt heute als relativ leicht zu besteigender Berg, der wegen seines sanften Anstiegs je nach Route ohne Verwendung von Klettertechniken bestiegen werden kann. Eine Akklimatisation an die Höhenluft ist auf fast 7000 Metern jedoch unabdingbar. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts machten sich um die 3000 Bergsteiger pro Saison auf den Weg zum Gipfel, in der Saison 2009/2010 waren es über 3700. Die Erfolgsquote liegt bei 40 %.[10][11]

Mount McKinley[Bearbeiten]

Mount McKinley von Nordosten
Hauptartikel: Mount McKinley

Der höchste Berg Nordamerikas ist mit 6194 Metern Höhe der Mount McKinley, der in Alaska und Kanada offiziell den Namen Denali (athapaskisch ‚der Hohe‘) trägt.[12] Als höchster Punkt der Alaskakette liegt er im Denali-Nationalpark im zentralen Alaska und damit auf dem Hoheitsgebiet der Vereinigten Staaten. Gemessen an seiner Dominanz und seiner Schartenhöhe ist der Mount McKinley jeweils der dritthöchste Berg der Erde nach Mount Everest und Aconcagua.[9] Der Berg gilt als einer der klimatisch extremsten der Erde und wird durch schlechtes Wetter, starke Winde und besonders tiefe Temperaturen charakterisiert. Die Temperatur auf dem Gipfel steigt selten über −15 °C; Temperaturen unter −30 °C und orkanartige Winde mit Geschwindigkeiten über 120 km/h sind in den Höhenlagen keine Seltenheit.[13][14]

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Besteigungsversuche unternommen. Als Erste erreichten der US-Amerikaner Hudson Stuck und die Briten Henry Peter Karstens, Walter Harper und Robert Tatum am 7. Juni 1913 den Gipfel.[12][15] Seither steigt die Zahl der Besteigungen an. In den 1990er und 2000er Jahren versuchten sich zwischen 1000 und 1300 Bergsteiger im Jahr am McKinley; rund die Hälfte erreicht ihr Ziel.[16]

Kibo[Bearbeiten]

Kibo
Hauptartikel: Kibo

Der höchste Berg Afrikas und vierthöchste der Seven Summits ist der Kibo (swahili ‚der Helle‘) im Nordosten von Tansania, nahe der kenianischen Landesgrenze. Er wird oft auch „Kilimandscharo“ genannt – dieser Name steht jedoch dem Gebirge zu, in dem er liegt und das zur einfacheren Unterscheidung auch als „Kilimandscharo-Massiv“ bezeichnet wird. Das komplette Massiv wurde zum Nationalpark erklärt. Der Schichtvulkan erreicht eine Höhe von 5895 Metern über dem Meer. Aus der ihn umgebenden Steppe erhebt er sich über 4000 Meter, weswegen der „Kilimandscharo“ häufig als höchster freistehender Berg bezeichnet wird.[17] In den Listen der höchsten Berge, gemessen anhand ihrer Dominanz bzw. Schartenhöhe nimmt er jeweils den vierten Platz ein.[9] Bekannt ist der Kibo auch für seine vergletscherten Gipfelregionen, die keine 350 Kilometer südlich des Äquators das Landschaftsbild am Kilimandscharo prägen.

Nach seiner Entdeckung durch Johannes Rebmann im Jahr 1848 erreichten erstmals Ludwig Purtscheller und Hans Meyer am 6. Oktober 1889 den höchsten Punkt des Kibo, den Uhuru Peak (Uhuru ist Swahili für ‚Freiheit‘, peak Englisch für ‚Gipfel‘).[18] Die Zahl derer, die einen Aufstieg versuchen, ist von Mitte der 1990er Jahre binnen eines Jahrzehnts von etwa 15.000 auf rund 25.000 gestiegen. Davon erreicht etwa die Hälfte den Uhuru Peak. Viele scheitern mangels guter Vorbereitung oder infolge geringer Akklimatisation an Erschöpfung, verstärkt durch die Höhenkrankheit. Dazu kommen spürbare Temperaturunterschiede während des Aufstiegs: Am Fuß des Berges herrschen regelmäßig über 30 °C, auf seinem Gipfel oft unter −20 °C.[19][20]

Elbrus[Bearbeiten]

Die Nordseite des Elbrus
Hauptartikel: Elbrus

Der Elbrus ist mit 5642 Metern Höhe der höchste Berg im Kaukasus und der höchste Berg Russlands. Zählt man ihn zu Europa, ist er der höchste Berg des Kontinents. Der Doppelgipfel ist ein momentan nicht aktiver, stark vergletscherter Vulkan. Die Entfernung zwischen beiden Gipfeln beträgt 1500 Meter, der höchste Punkt liegt auf dem südlichen Kraterrand. In der Antike war Elbrus bekannt als Strobilus, in der Mythologie das Gefängnis des Prometheus, nachdem er den Menschen das Feuer gebracht hatte.[21] Der Elbrus liegt im Prielbrusie Nationalpark.[22]

In der Liste von Messner ist der Elbrus derjenige Berg, der als Erster bestiegen wurde: am 28. Juli 1874 durch die Engländer Frederick Gardiner, Florence Crauford Grove, Horace Walker und den Schweizer Führer der Expedition, Peter Knubel.[23][24] Der Elbrus ist heute touristisch gut erschlossen – Seilbahnen führen auf etwa 3800 Meter, auf 4200 Metern gibt es eine Hütte – und gilt daher als vergleichsweise leicht zu besteigen.[21] Auch aus technischer Sicht ist der Aufstieg nicht allzu schwierig. Der Elbrus stellt aber höhere Ansprüche an die körperliche Fitness als der vergleichbar hohe Kibo.[25] Pro Jahr sterben etwa 15 bis 30 Bergsteiger am Elbrus. Die meisten sind schlecht vorbereitet und ausgerüstet, ohne Bergführer unterwegs und nehmen sich nicht die Zeit, sich an die Höhenluft zu gewöhnen.[26][27] Weil die Winter am Elbrus extrem kalt sind, wird der Berg in der Regel nur zwischen Mai und September bestiegen.[28]

Mont Blanc[Bearbeiten]

Mont Blanc vom Wallis aus
Hauptartikel: Mont Blanc

Der Mont Blanc (französisch; italienisch: Monte Bianco, beides ‚weißer Berg‘) ist mit 4810 Metern Höhe (4792 Meter ohne Eiskappe[29]) der höchste Berg der Alpen und der höchste auf dem Gebiet der Europäischen Union. Ordnet man den Elbrus zu Asien und listet die Carstensz-Pyramide als höchsten Berg Australiens, wie es etwa der deutsche Himalaya-Chronist Eberhard Jurgalski vorschlägt,[1] ist er der niedrigste der Seven Summits. Sowohl Frankreich als auch Italien haben Anteil an dem Berg, wobei der Grenzverlauf auf dem Mont Blanc seit langem umstritten ist.

Von den hier aufgeführten Bergen ist der Mont Blanc derjenige, der als Erster bestiegen wurde: am 7. August 1786 durch Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard. Obwohl der Berg heute als nicht allzu schwierig zu besteigen gilt, fordert er alljährlich fünf bis zehn Todesopfer. Etwa 30.000 machen sich jedes Jahr auf zum Gipfel.[30] Für diejenigen, die die Hilfe eines professionellen Bergführers in Anspruch nehmen, steigt die Chance, den Gipfel zu erreichen von etwa 33 % auf 50 %.[31]

Mount Vinson[Bearbeiten]

Satellitenbild des Vinson-Massivs
Hauptartikel: Mount Vinson

Der höchste Berg der Antarktis ist der 4892 Meter hohe Mount Vinson. Er liegt in der Sentinel Range innerhalb des von Chile beanspruchten Teils der Antarktis. Als letzter der Seven Summits wurde er bei einem Flug der US-Luftwaffe über dieses Gebirge 1957 entdeckt.

Unter den Seven Summits ist Mount Vinson außerdem der letzte, der bestiegen wurde: 1966 durch eine gemischte Expedition des American Alpine Club und der National Science Foundation. Unter der Führung von Nicholas Clinch erreichten Barry Corbet, John P. Evans, William Long und Peter Schoening am 17. Dezember den Gipfel, in den Tagen darauf folgten ihnen weitere Expeditionsmitglieder.[32][33] Bis zur Saison 2006/2007 haben über 1100 Menschen den Mount Vinson bestiegen.[34] Die Schwierigkeiten der Besteigung liegen nicht in den technischen Anforderungen des Aufstiegs, sondern werden durch die extreme Lage (die Entfernung zum Südpol beträgt nur ungefähr 1200 Kilometer), Kälte und Stürme verursacht.

Carstensz-Pyramide[Bearbeiten]

Hauptartikel: Carstensz-Pyramide
Carstensz-Pyramide

Die indonesische Carstensz-Pyramide (in Indonesien Puncak Jaya und früher Djalaspitze genannt) ist mit 4884 Metern der höchste Berg des australischen Kontinents sowie weltweit der höchste Berg auf einer Insel. Obwohl deutlich höher als sein „Konkurrent“, der Mount Kosciuszko, ist er der niedrigste Berg in Messners Liste der Seven Summits. Er liegt im Maokegebirge im Nationalpark Lorentz, unmittelbar neben der Grasberg-Mine, der größten Goldmine der Welt.

1623 wurde der Berg erstmals von einem Europäer gesichtet: Jan Carstensz, der später sein Namenspatron werden sollte. In der Reihenfolge der Erstbesteigungen ist er der vorletzte der Seven Summits: Am 13. Februar 1962 standen Heinrich Harrer, Philip Temple, Russel Kippax und Albert Huizenga als Erste auf seinem Gipfel.[4] Für ihre vergleichsweise geringe Höhe hat die Carstensz-Pyramide seither relativ wenige Besteigungen erlebt. Dies hat verschiedene Gründe: Durch die Lage im indonesischen Urwald ist sie schwer zu erreichen. Ihre schroffe und steile Felswand macht sie klettertechnisch zum schwierigsten der Seven Summits. Außerdem ist es schwierig, die verschiedenen für Anreise und Besteigung notwendigen Genehmigungen zu erhalten. So wurden beispielsweise zwischen 1995 und 2005 infolge politischer Unruhen gar keine Expeditionen auf den Berg zugelassen.[35][36][37]

Mount Kosciuszko[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mount Kosciuszko
Mount Kosciuszko von der Südseite

Der Mount Kosciuszko misst 2228 Meter in der Höhe und ist damit der höchste Berg des australischen Festlandes. Gleichzeitig ist er der niedrigste der hier aufgeführten Berge – mehr als 2500 Meter niedriger als der nächsthöhere, der Mont Blanc. Er befindet sich im australischen Bundesstaat New South Wales in den Snowy Mountains. Das Gebiet um den Berg wurde zum Kosciuszko-Nationalpark erklärt.

1824 von Europäern entdeckt, erlebte der Mount Kosciuszko seine erste dokumentierte Besteigung bereits am 15. Februar 1840 durch den polnischen Forschungsreisenden Paul Edmund de Strzelecki.[38] Damit ist er in der Liste von Bass der erste je bestiegene Gipfel. Bergsteigerisch ist der Mount Kosciuszko keine Herausforderung, ein einfacher Wanderweg führt auf den Gipfel. Den ersten Teil kann man sogar per Sessellift bewältigen, danach sind noch sechs Kilometer bis zum Gipfel zurückzulegen – ein Weg, den im Jahr rund 100.000 Wanderer gehen.[39] Obwohl die Besteigung aller Seven Summits in der Variante mit der Carstensz-Pyramide daher deutlich anspruchsvoller ist, wird der Berg von Seven-Summits-Sammlern nach wie vor bestiegen.[40]

Besteigungen[Bearbeiten]

Anfang der 1980er Jahre entwickelte Dick Bass, ein damals knapp 50-jähriger US-amerikanischer Unternehmer, die Idee, die höchsten Berge der sieben Kontinente zu besteigen. Bass entstammte einer Unternehmerfamilie, investierte in Öl, Gas und Kohle, und hatte während eines Winterurlaubs seine Faszination für Berge entdeckt. Für das Unterfangen tat er sich zusammen mit dem etwa gleichaltrigen Frank Wells. Wells war zu dieser Zeit im Vorstand von Warner Brothers und sollte später Präsident von Disney werden. Beide waren, was Bergsteigen betrifft, zwar nicht völlig unerfahren, aber doch eher Hobby-Abenteurer ohne die körperliche Fitness, Klettererfahrung und Kenntnis von Natur und Ausrüstung, die ihr Vorhaben erforderte.[41][42] Sie begannen 1981 mit Expeditionen; die erste führte sie zum Elbrus, an dem Wells wegen mangelnder Akklimatisierung an die Höhenluft aufgeben musste. Weitere Expeditionen blieben ohne Gipfelerfolge, bis sie im Jahr 1983 sechs der sieben Berge bewältigten: Aconcagua, McKinley, Kibo, Elbrus, Vinson und Kosciuszko. Eine besondere Leistung war die Besteigung des Mount Vinson, der, abgelegen in der Antarktis, schwer zu erreichen und bergsteigerisch noch kaum erschlossen war: Bass’ und Wells’ Expedition war erst die dritte, die den Gipfel erreichte.[43] Der Kostenaufwand war mit 125.000 US-Dollar enorm. Mit von der Partie waren Chris Bonington und Rick Ridgeway. Auch Reinhold Messner hatte Interesse bekundet; Messner hatte zu dieser Zeit aber bereits die anderen sechs Berge bestiegen und wäre damit der erste Mensch auf allen Seven Summits gewesen, daher wurde er ausgeschlossen.[44] Den verbleibenden Berg, den Mount Everest, hatten Bass und Wells bereits mehrfach in Angriff genommen, aber immer wieder wegen schlechten Wetters aufgeben müssen; 1982 hatten sie außerdem den tödlichen Sturz eines Kletterkameraden an diesem Berg miterlebt.[43] Nach drei gescheiterten Versuchen versprach Wells seiner Frau, das Vorhaben aufzugeben.[45] Bass bestieg den höchsten Berg der Erde schließlich am 30. April 1985 mit einer Expedition unter der Führung von David Breashears.[46][47] Bass hatte damit nicht nur als Erster alle Seven Summits bestiegen, sondern mit 55 Jahren auch einen neuen Altersrekord auf dem Mount Everest aufgestellt.[6] Damit war Bass nach der Meinung des Autors Jon Krakauer mitverantwortlich für eine Änderung hin zum Besteigungstourismus: War die Besteigung der höchsten Berge der Welt bis dahin noch einer erprobten bergsteigerischen Elite, die sich zuvor an niedrigeren Gipfeln hatte beweisen müssen, vorbehalten gewesen, so ging von Bass’ Everest-Besteigung das Signal aus, dass dies nun auch wenig erfahrenen, aber zahlungskräftigen Amateuren möglich war.[48]

In der Zwischenzeit hatte Reinhold Messner eine alternative Seven-Summit-Liste vorgeschlagen, die anstelle des Mount Kosciuszko die indonesische Carstensz-Pyramide als Vertreter Australiens enthielt. Der Erste, der alle Seven Summits in dieser Variante bestieg, war der Kanadier Patrick „Pat“ Morrow. Am 5. August 1986 schloss er Messners Liste mit der Besteigung der Carstensz-Pyramide ab. Da er 1983 bereits auf dem Mount Kosciuszko gestanden hatte, war er außerdem der Erste, der beide Listen vervollständigt hatte. Vier Monate später, am 3. Dezember, war Messner auf dem Mount Vinson und komplettierte damit seine Liste als Zweiter. Hätte Messner seine Liste nicht am Elbrus, sondern nach klassisch-europäischer Sicht am Mont Blanc ausgerichtet, wäre er sogar der Erste gewesen.[1][6] Messner stellte dennoch einen Seven-Summits-Rekord auf, und zwar nach beiden Listen: Er war jeweils der Erste, der alle Gipfel bestieg, ohne zusätzlichen Flaschensauerstoff verwendet zu haben.[45]

Ende 1990 stellte das neuseeländische Bergsteiger-Duo Gary Ball und Rob Hall einen vielbeachteten Rekord auf, als es die Seven Summits nach Bass’ Liste in der Gesamtzeit von nur sieben Monaten bestieg. Danach gründeten die beiden ein Unternehmen namens Adventure Consultants, in dem sie als Bergführer Expeditionen auf die Seven Summits leiteten. Beide starben später an einem Achttausender: Ball 1993 am Dhaulagiri, Hall 1996 beim Unglück am Mount Everest.[49][50] Ihr Rekord von genau 214 Tagen wurde in der Zwischenzeit mehrfach unterboten, etwa vom Dänen Henrik Kristiansen, der im Juni 2008 mit 136 Tagen einen neuen Rekord nach beiden Listen aufstellte.[7] Gemessen an der reinen Besteigungszeit nimmt der Österreicher Christian Stangl für sich in Anspruch, der Schnellste gewesen zu sein: Nach eigenen Angaben benötigte er für die Gipfel der Messner-Liste insgesamt nur 58 Stunden und 45 Minuten.[51][52]

Bis Mitte 1994 hatten knapp 30,[53] bis Mitte 1999 rund 60 Bergsteiger eine der beiden Listen komplettiert.[6] Die erste Frau auf den Seven Summits war am 28. Juli 1992 die Japanerin Junko Tabei, nach beiden Listen.[7] Bis Januar 2001 hatten etwa 80 Messners Carstensz-Variante und etwa 90 Bass’ Kosciuszko-Variante vervollständigt; rund 40 % davon hatten beide Versionen abgearbeitet.[54] Im August 2010 wies die Internetseite 7summits.com 275 Bergsteiger aus, darunter 37 Frauen, die die Seven Summits in einer der beiden Varianten bestiegen haben. 179 davon haben auf der Carstensz-Pyramide gestanden, 200 auf dem Mount Kosciuszko, 104 auf beiden.[7]

Der bisher Jüngste, der die Seven Summits nach beiden Versionen schaffte, ist der US-Amerikaner Jordan Romero, der am 24. Dezember 2011 im Alter von 15 Jahren den letzten Gipfel bestieg. Romero ist zugleich der jüngste Absolvent der beiden Einzellisten von Bass und Messner.[55] Die entsprechenden Altersrekorde halten der Spanier Ramón Blanco, der mit 70 Jahren Bass’ vervollständigte, und der Japaner Takao Arayama, der mit 74 Jahren Messners Liste komplettierte. Blanco schloss diese im Alter von 73 Jahren ebenfalls ab, sodass er außerdem der älteste Absolvent beider Listen ist.[7] (Stand: Dezember 2011)

Seven Second Summits[Bearbeiten]

Hauptartikel: Seven Second Summits

Als schwieriger als die Besteigung aller Seven Summits gilt die der jeweils zweithöchsten Berge eines jeden Kontinents. Diese werden unter der Bezeichnung Seven Second Summits gelistet. Auch hier können wegen der unklaren Grenzen Europas und Australiens jeweils verschiedene Berge in Betracht gezogen werden.[52]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Eberhard Jurgalski: The (Eleven) Seven Summits. In: 8000ers.com. Abgerufen am 22. August 2010 (englisch).
  2. Markus Mähner: 3. August 1787: De Saussure vermisst den Mont Blanc. In: Internetseiten des Bayerischen Rundfunks. 3. August 2010, abgerufen am 22. August 2010.
  3. Siehe Artikel Innereurasische Grenze
  4. a b Seven Summits - Facts & Figures of the Seven Summits. In: abc-of-mountaineering.com. Abgerufen am 22. August 2010 (englisch).
  5. Seven Summit definitions. Abgerufen am 1. September 2010 (englisch).
  6. a b c d History of the Quest for the Seven Summits. In: abc-of-mountaineering.com. Abgerufen am 28. August 2010 (englisch).
  7. a b c d e f Harry Kikstra: Statistics. In: 7summits.com. Abgerufen am 22. August 2010 (englisch).
  8. Eberhard Jurgalski: Everest. In: 8000ers.com. Abgerufen am 22. August 2010 (englisch, Besteigungsstatistiken).
  9. a b c World Top 50: 50 Most Prominent Peaks on Earth. Abgerufen am 22. August 2010 (englisch).
  10. Mount Aconcagua - Tipps und Statistiken. Abgerufen am 17. Oktober 2010.
  11.  Eckehard Radehose: Traumberge Amerikas: von Alaska bis Feuerland. 2 Auflage. Bergverlag Rother, 1996, ISBN 9783763330065, S. 180.
  12. a b McKinley - Climbing History. In: abc-of-mountaineering.com. Abgerufen am 23. August 2010 (englisch).
  13.  R. J. Secor: Denali Climbing Guide. Stackpole Books, 1998, ISBN 9780811727174, S. 22 ff..
  14. Mount McKinley, Alaska. In: Peakbagger.com. Abgerufen am 18. Oktober 2010 (englisch).
  15. Historical Timeline. In: Internetseiten des National Park Service. Abgerufen am 23. August 2010 (englisch).
  16. Mount McKinley South Peak (20,320 feet) Attempts and Summits. In: Internetseiten des National Park Service. Abgerufen am 23. August 2010 (PDF; 36 kB, englisch).
  17. Mt. Kilimanjaro Facts. Archiviert vom Original am 28. Februar 2011, abgerufen am 25. August 2010 (englisch).
  18. Kilimanjaro. In: 7summits.com. Abgerufen am 25. August 2010 (englisch).
  19.  Alexander Stewart: Kilimanjaro: A Compete Trekker's Guide. Cicerone Press Limited, 2004, ISBN 9781852844134, S. 12 f., 18 ff., 22 ff..
  20. Mount Kilimanjaro. Abgerufen am 25. August 2010 (englisch).
  21. a b Howard Tomb: Getting to the Top In the Caucasus. In: Online-Ausgabe der New York Times. Abgerufen am 25. August 2010 (englisch).
  22. National Park "Prielbrusie". Abgerufen am 26. August 2010 (englisch).
  23. Elbrus - Climbing History. In: abc-of-mountaineering.com. Abgerufen am 25. August 2010 (englisch).
  24. Mount Elbrus: History. Abgerufen am 25. August 2010 (englisch).
  25.  Simon Richmond: Russia. 5. Auflage. Lonely Planet, 2009, ISBN 9781741047226, S. 526.
  26. Interview with Boris Tilov - the Chef of the rescue service of Elbrus region. In: summitpost.org. Abgerufen am 25. August 2010 (englisch, Interview mit Boris Tilov, Leiter der Rettungskräfte am Elbrus).
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