Sewsk

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Stadt
Sewsk
Севск
Wappen
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Brjansk
Rajon Sewsk
Erste Erwähnung 1146
Stadt seit 1778
Fläche 15 km²
Bevölkerung 7282 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 485 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 170 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 48356
Postleitzahl 242440
Kfz-Kennzeichen 32
OKATO 15 248 501
Geographische Lage
Koordinaten 52° 9′ N, 34° 29′ O52.1534.483333333333170Koordinaten: 52° 9′ 0″ N, 34° 29′ 0″ O
Sewsk (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Sewsk (Oblast Brjansk)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Brjansk
Liste der Städte in Russland

Sewsk (russisch Севск) ist eine Kleinstadt in der Oblast Brjansk (Russland) mit 7282 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt etwa 150 km südlich der Oblasthauptstadt Brjansk am Flüsschen Sew im Flusssystem des Dnepr.

Sewsk ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 1146 als nach dem Fluss benannte Siedlung Sewsko des Fürstentums Tschernigow urkundlich erwähnt.

Ab 1356 gehörte die Stadt zum Großfürstentum Litauen, kam 1585 zum Großfürstentum Moskau und wurde für zwei Jahrhunderte zu einer der wichtigsten Festungen dieses Landesteils (das sogenannte Gorodok, Städtchen, existierte bis 1780). 1634 hielt die Festung einer zweiwöchigen Belagerung durch polnisch-litauische Truppen stand. Nach 1698 wurde ein Teil der Strelizen, die am sogenannten Zweiten Strelizenaufstand gegen Peter den Großen teilgenommen hatten, nach Sewsk verbannt.

1778 wurde das Stadtrecht als Verwaltungszentrum eines Kreises (Ujesds) verliehen. Nach Verlust ihrer militärischen Bedeutung wurde die Stadt zu einem regionalen Handelszentrum.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Sewsk am 1. Oktober 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt und am 2. März 1943 von Truppen der Zentralfront der Roten Armee vorübergehend zurückerobert. Am 27. März 1943 gelang es der Wehrmacht erneut, die Stadt zu erobern, bis sie am 27. August 1943 endgültig von Truppen der Zentralfront während des Vorrückens auf Tschernihiw und Prypjat eingenommen wurde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 9248
1926 8600
1939 6900
1959 6159
1970 7222
1979 7484
1989 7820
2002 7660
2010 7282

Anmerkung: Volkszählungsdaten (1926–1939 gerundet)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Sewsk sind die Himmelfahrtskirche (Вознесенская церковь/Wosnessenskaja zerkow) von 1765, die Peter-und Pauls-Kirche (Петропавловская церковь/Petropawlowskaja zerkow) von 1809 und die Kirche der Ikone der Gottesmutter von Kasan, kurz Kasaner Kirche (Казанская церковь/Kasanskaja zerkow) von 1760 erhalten, außerdem die Glockentürme der ehemaligen Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale (Успенский собор/Uspenski sobor) von 1811 und der Dreifaltigkeitskathedrale (Троицкий собор церковь/ Troizki sobor) von 1782. Viele Wohnhäuser stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Stadt besitzt ein Heimatmuseum.

In Stadtnähe befindet sich das 1631 als Festung gegründete Christi-Verklärungs-Kloster (Спасо-Преображенский монастырь/Spasso-Preobraschenski monastyr).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Sewsk als Zentrum eines Landwirtschaftsgebietes dominieren Betriebe der Lebensmittelindustrie (insbesondere Obst- und Gemüsekonserven).

Sewsk liegt an der Fernstraße M3 Moskau–Brjansk–ukrainische Grenze und weiter nach Kiew.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sewsk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien