Sex and the City – Der Film

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Filmdaten
Deutscher Titel Sex and the City – Der Film
Originaltitel Sex and the City: The Movie
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2008
Länge 139 / 145 (Extended Version) Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 10[2]
Stab
Regie Michael Patrick King
Drehbuch Michael Patrick King
Produktion Eric M. Cyphers,
Michael Patrick King,
John P. Melfi,
Sarah Jessica Parker,
Darren Star
Musik Aaron Zigman
Kamera John Thomas
Schnitt Michael Berenbaum
Besetzung

Sex and the City – Der Film ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 2008. Sie beruht auf der Fernsehserie Sex and the City aus den Jahren 1998 bis 2004. Regie führte Michael Patrick King, der auch das Drehbuch schrieb und den Film mitproduzierte. Kinostart der Fortsetzung Sex and the City 2 war am 27. Mai 2010.[3]

Handlung[Bearbeiten]

Vier Jahre nach dem Ende der Serie scheinen noch immer alle vier Freundinnen ihr persönliches Happy End zu leben. Charlotte und Harry haben erfolgreich die kleine Lily adoptiert, Samantha ist mit Smith nach Los Angeles gezogen, um seine Karriere weiter zu fördern, Miranda und Steve leben mit dem kleinen Brady in Brooklyn und Carrie liegt noch immer in „Mr. Bigs“ Armen (auch wenn der nun auf den Namen John hört).

Auf der Suche nach einer gemeinsamen Wohnung stoßen die beiden auf ein Penthouse, das Carrie so sehr begeistert, dass Big beschließt, es zu kaufen. Der viel zu kleine Kleiderschrank wird in einen begehbaren umgebaut, in dem Carrie ein Paar teure von Manolo Blahnik gestaltete Schuhe zur Einweihung hinterlässt. Nach anfänglicher Freude äußert Carrie Sorge um den rechtlichen Aspekt eines gemeinsamen Zuhauses, und Big schlägt daraufhin vor, zu heiraten. Überrascht, aber freudig, stimmt Carrie zu. Die beiden beschließen, im kleinen Rahmen die Ehe einzugehen.

Miranda hat mehr und mehr Probleme, Familienleben und Arbeit zu jonglieren und beichtet ihren Freundinnen, dass sie seit sechs Monaten keinen Sex mehr mit Steve hatte. Eines Abends gesteht der geknickte Steve, dass er sie betrogen habe. Miranda verlässt ihn, ohne eine Chance auf ein klärendes Gespräch. Auch bei Samantha und Smith ist der Alltag eingekehrt und Sam fühlt sich zunehmend vernachlässigt. Mit Neid beobachtet sie ihren neuen Nachbarn, der ein ausgeprägtes Sexleben pflegt.

Carrie steht für eine Vogue-Fotoserie in Designerbrautkleidern Model. Als ihr anschließend ein Kleid von Vivienne Westwood zum Geschenk gemacht wird, geraten die Hochzeitsvorbereitungen schnell aus dem Rahmen. Big macht seinem Unmut darüber Luft, lässt die Hochzeitsvorbereitungen jedoch Carrie zuliebe wie geplant weiter laufen. Am Abend von Carries und Bigs Rehearsal-Dinner taucht Steve auf, um mit der ablehnenden Miranda zu sprechen. Als diese danach verletzt und wütend auf Big trifft, wirft sie ihm an den Kopf, er und Carrie wären verrückt zu heiraten, da die Ehe alles ruiniere. Big ist durch diese Aussage tief erschüttert und erzählt Carrie von seinen Zweifeln, die ihn jedoch beruhigen kann, indem sie ihm versichert, sie würden weiterhin sie selbst sein.

Am nächsten Morgen wird Carrie mit viel Getöse zur als Hochzeitsort bestimmten Bibliothek (New York Public Library) gebracht. John versucht verzweifelt, Carrie zu sprechen oder wenigstens zu sehen, um sich zu versichern, dass sie dieselbe Frau ist. Doch die ist von Menschen umschwirrt und in ein riesiges Kleid samt Schleier gehüllt. Wenig später erfährt sie, dass Big sich nicht in der Lage fühlt, sie zu heiraten. Entsetzt verlässt sie mit ihren Freundinnen die Bibliothek und trifft auf der Straße auf Big, der seine Meinung geändert hat. Sie schlägt ihn mit ihrem Brautstrauß, bevor die Frauen wütend davon fahren. Die Freundinnen begleiten Carrie auf die geplante Hochzeitsreise nach Mexiko. Diese erholt sich nur langsam von dem schweren Schlag und wirft ihr Handy ins Meer, um unerreichbar zu sein. Nach der Rückkehr in ihre zwischenzeitlich bereits ausgeräumte Wohnung, entschließt sich Carrie, eine Assistentin zu engagieren, die sie in Louise (aus St. Louis) findet. Carrie bittet sie unter anderem, Bigs E-Mails verschwinden zu lassen, die daraufhin von dieser in ein anderes Postfach umgeleitet werden.

Charlotte stellt zu ihrer Verwunderung und Freude fest, dass sie schwanger ist. Nach anfänglichen Ängsten vor einem schrecklichen Ereignis in ihrem perfekten Leben, gewöhnt sie sich an ihre Umstände und lebt ihr normales Leben weiter.

Miranda, die trotz ihres schlechten Gewissens nie den rechten Zeitpunkt gefunden hat, gesteht Carrie schließlich ihre Rolle in Bigs Zweifeln. Diese wirft ihr daraufhin wütend an den Kopf, dass sie ihre Trennung von Steve für einen großen Fehler hält. Nach der Versöhnung der beiden, beginnt Miranda eine Paartherapie mit Steve, die zum Ziel hat, dass beide sich getrennt darüber im Klaren werden sollen, ob sie einen Neustart versuchen möchten. Falls ja, werden sie zu einem bestimmten Zeitpunkt auf der Brooklyn-Bridge erscheinen. Tatsächlich kommen beide und fallen sich glücklich wieder in die Arme.

Louise, die sich in ihrem Weihnachtsurlaub mit ihrem Exfreund versöhnt hat, eröffnet Carrie, dass sie nach St. Louis zurückkehren wird, um ihn zu heiraten. Samantha lebt in zunehmender Frustration, hat sich einen kleinen Hund als Ablenkung zugelegt und fährt aus der Haut, als Smith sie am Valentinsabend versetzt. Als sie ihre Freundinnen mit deutlicher Gewichtszunahme schockiert, gesteht sie, dass sie sich von ihrem Bedürfnis nach Sex mit ihrem attraktiven Nachbarn durch übermäßiges Essen abzulenken versucht, weil sie sich Smith verpflichtet fühlt. Letztendlich trennt sie sich von Smith, der ihr noch immer viel bedeutet, ihre Bedürfnisse jedoch nicht erfüllen kann.

Die hochschwangere Charlotte trifft in einem Restaurant auf Big. Es kommt zu einer wütenden Auseinandersetzung, bei der ihre Fruchtblase platzt. Big schafft sie daraufhin ins Krankenhaus. Nachdem die kleine Rose geboren ist, erfährt Carrie von den Ereignissen. Harry bittet sie, Big anzurufen, da dieser ihr geschrieben hätte, aber sie nicht antworte. Zuhause durchsucht Carrie ihre Post und Emails auf der Suche nach Bigs Nachrichten, bis sie begreift, dass Louise diese einst auf ihren Wunsch beiseitegeschafft hatte. Sie stellt fest, dass Big, der nicht die richtigen Worte finden konnte, ihr viele Liebesbriefe bekannter Männer abgetippt hatte und am Ende das von ihr vorgeschlagene Eheversprechen „Ich werde Dich immer lieben.“ Als sie noch überlegt, ob sie Big kontaktieren soll, ruft Louise an, um ihr mitzuteilen, dass die Schlösser des Penthouses in einer Stunde ausgewechselt werden. Um ihre Schuhe zu retten, springt Carrie ins nächste Taxi. Doch als sie den begehbaren Kleiderschrank betritt, steht Big vor ihr, der den gleichen Gedanken hatte. Die beiden fallen sich glücklich in die Arme und John macht ihr einen Heiratsantrag, den sie mit einem Schuh besiegeln. Die beiden heiraten alleine, aber glücklich, auf dem Standesamt. Der anschließenden, fröhlich-lauten Feier wohnen nur Carries Freunde und ihre Familien bei. Der Film endet mit Samanthas 50. Geburtstag, den sie im Kreise ihrer Freundinnen feiert.

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in New York, in Malibu (Kalifornien) und in Beverly Hills gedreht. Die Silvercup Studios im Stadtteil Long Island City wurden bereits für die Produktion der Fernsehserie verwendet. Die Dreharbeiten begannen am 19. September 2007 und endeten am 22. Januar 2008.[4][5][6] Die bereits in der Fernsehserie gezeigten Filmsets der Wohnungen von Carrie Bradshaw, Miranda Hobbes und Charlotte York Goldenblatt wurden wiederhergestellt, während für Samantha Jones und John James Preston neue Wohnungen entworfen wurden. Bradshaws Arbeitstisch wurde nach dem Ende der Dreharbeiten der Serie einem Museum der Smithsonian Institution übergeben, die Rückgabe wurde abgelehnt. Nach schwierigen Verhandlungen wurde der Tisch dem Filmteam für eine begrenzte Zeit ausgeliehen.[5]

Der Film startete unter anderem in Frankreich und in Großbritannien am 28. Mai 2008. Der deutsche Kinostart fand am 29. Mai 2008 statt und der US-amerikanische am 30. Mai 2008.[7] Bei einem geschätzten Budget von 65 Millionen US-Dollar spielte der Film am Startwochenende in den USA 55,7 Millionen Dollar ein.[8] Dies macht den Film zur bisher erfolgreichsten Kinoauswertung einer Fernsehserie.[8] Der Film hat ein Gesamteinspielergebnis von 415 Mio US-Dollar.

Kritiken[Bearbeiten]

In einer positiven Kritik sah der film-dienst den Kinofilm stilistisch und inhaltlich als eine nahtlose Fortschreibung der Fernsehserie und hielt das Märchenhafte des bewährten Erfolgskonzepts für legitim. „Das wird auch jetzt wieder in unverkrampfter, fast schon lakonischer Art mit Ironie, Witz, Sex, Sentiment und Lebensweisheit in eine Handlung gehüllt, der man wie selbstverständlich folgt.“[9]

In einer gemischten Kritik meinte Spiegel Online, der mit unzähligen Modemarken versehene Streifen sei ein Garderobenzirkus, bei dem selbst die romantischste der romantischen Gesten, das Heiraten, sofort vermarktet wird. Man fand unter anderem einen Dialog vor, der „die Warenförmigkeit des modernen Menschen“ unübertroffen zum Ausdruck bringe. Der perfekte Partner für diese Frauen sei jedoch nicht ein Mann, sondern die Metropole New York.[10]

Für epd Film war es müßig, festzustellen, dass der Film eine auf Kinofilmlänge aufgeblasene Episode sei. Wie die Serie sei der Film „völlig absurd lächerlich und andererseits durchaus spritzig und amüsant“. Die Handlung wirke zum Teil arg konstruiert, und neben den schillernden Frauen verblassten die Männer.[11]

Die meisten Kritiken fielen ungünstig aus. Für die Frankfurter Rundschau bietet der Film nur Altbekanntes und verbleibt unentschieden zwischen herkömmlichem Spielfilm, gestreckter Einzelfolge und verwesentlichter Serienstaffel. „Vielleicht wirken aber auch die Ermüdungserscheinungen einer Fernsehserie nach, die ihre Idee schlichtweg zu lange überlebte und ihre Figuren in immer absurdere Verwicklungen trieb. Der Film schafft in dieser Hinsicht keine Abhilfe, bietet aber eine würdige Alternative zum allgemein als enttäuschend empfundenen Serienfinale.“ Die schon in der Serie nicht recht überzeugende Konsumfixierung vermöge auch den Film nicht zu tragen.[12]

Auch der Tagesspiegel verglich den Film mit der Serie: „Natürlich ist im Film alles noch eine Nummer größer.“ Leider konzentriere er sich auf die Beziehungskonflikte. New York spiele im Unterschied zur Serie nur noch eine Nebenrolle, und damit gehe der metropolitane Anstrich flöten. Obendrein bleiben die Dialoge viel braver. Ein Muss sei der Film ausschließlich für die Fans der Serie.[13]

Die Presse stellte fest, der Regisseur des nur leidlich unterhaltsamen, mit 2½ Stunden zu lang geratenen Streifens bediene Serienerwartungen und versuche gar nicht, Kino zu machen. „Trist ist bei aller Suderei über unbedingte weibliche Selbstbestimmtheit das Einbiegen all der Femmes fashionables in die konservative Lebensplanung.“[14]

Die Stuttgarter Zeitung vermisste jede geistige Erneuerung der Serienwelt, fand die Dialoge braver und stellte in Frage, ob die Vergötterung von Konsummarken wirklich eine Form von Feminismus ist, denn man solle sich auf „permanent kreischende Vierzigjährige vorbereiten, die sich kleiden wie Zwanzigjährige und viel Zeit und wenig Sinn in ihrem Leben haben.“[15]

Anhang[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 81 kB) der FSK, abgerufen am 15. Jänner 2012
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission, abgerufen am 15. Jänner 2012
  3. Vgl. Parker verrät Details über die Fortsetzung, abgerufen am 10. Januar 2010
  4. Filming locations for Sex and the City: The Movie, abgerufen am 11. Mai 2008
  5. a b Besprechung vom 6. Mai 2008 auf www.emanuellevy.com, abgerufen am 11. Mai 2008
  6. Box office / business for Sex and the City: The Movie, abgerufen am 11. Mai 2008
  7. Release dates for Sex and the City: The Movie, abgerufen am 11. Mai 2008
  8. a b Boxoffice USA auf spiegel.de, abgerufen am 2. Juni 2008
  9. film-dienst Nr. 12/2008, S. 31–32, von Jörg Gerle: Sex and the City: The Movie
  10. Spiegel Online, 27. Mai 2008, von Daniel Haas: Labels, Liebe, Katastrophen
  11. epd Film Nr. 6/2008, S. 35, von Anke Sterneborg: Sex and the City
  12. Frankfurter Rundschau, 28. Mai 2008, S. 29, von Michael Kohler: Mehr Kaufrausch als Schaulust
  13. Der Tagesspiegel, 29. Mai 2008, Ticket S. 3, von Frederik Hanssen: Gute Zeiten, schlechte Zeiten
  14. Die Presse, 29. Mai 2008, von Markus Keuschnigg: Schneidern und schustern
  15. Stuttgarter Zeitung, 29. Mai 2008, S. 36, von Iris Benker: Shoppen, shoppen, Männer

Kritikenspiegel[Bearbeiten]

Positiv
Eher positiv
  • Cinema, Nr. 7/ 2008, von Alex Attimonelli, S. 56 (herzergreifend, gutes Zusammenspiel, Damen charmant und witzig, aber übertriebene Romantik)
Gemischt
  • epd Film Nr. 6/2008, S. 35, von Anke Sterneborg: Sex and the City (3 von 5 Sternen; den Erwartungen an die TV-Serie entsprechend)
  • Spiegel Online, 27. Mai 2008, von Daniel Haas: Labels, Liebe, Katastrophen
  • Stern, 29. Mai 2008, S. 135, Lesen Schauen Hören (der Film sei reifer als die Serie und alles vorhersehbar)
Eher negativ
Negativ

Weblinks[Bearbeiten]