Sexarbeit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lesbian show in Granada

Zum Bereich der Sexarbeit zählen Tätigkeiten in der Sexindustrie, insbesondere als Prostituierte[1], aber auch als Domina, Pornodarsteller[2], Stripdancer, Peepshowdarstellerin und mehr.

Der Begriff „Sexarbeiter“ bzw. „sex worker“ wurde 1978 von Carol Leigh geprägt.[3] Der Begriff soll die mit der Prostitution und ähnlichen Dienstleistungen im Bereich der Sexualität verbundenen negativen Konnotationen abbauen und diese Tätigkeiten in eine Reihe mit anderen Dienstleistungsbereichen stellen.[1][4]

Definition von regelmäßiger Prostitution als Sexarbeit (Schweiz)[Bearbeiten]

Die Schweizer Sozialarbeiterin Eva Büschi definierte 2011 Sexarbeit als „das Aushandeln und Erbringen von sexuellen Dienstleistungen gegen Entlöhnung“.[5] Die juristische Definition von Prostitution präzisiere nicht ausreichend, dass es dabei um eine Erwerbsarbeit gehe.[6]

Besonders in der Schweiz ist dieser Begriff verbreitet und hat bereits Eingang in die Legislative gefunden. Im Kanton Luzern soll ein Gesetz über die Sexarbeit verabschiedet werden, welches sich in der Vernehmlassung befindet.[7] Sexarbeit soll legal und unter guten Rahmenbedingungen für alle Beteiligten ausgeübt werden, Ausbeutungssituationen sollen weitestmöglich verhindert werden. Bei der Verwendung des Begriffes Sexarbeit statt Prostitution wird auf die Argumentation von Büschi Bezug genommen. Insbesondere soll die Einklagbarkeit von Forderungen aus sexueller Arbeit besser geregelt werden, die bei einer Auffassung der Vereinbarungen als „sittenwidrig“ nicht eindeutig genug geregelt ist. Juristische Definitionen von „Prostitution“ beinhalten auch das „gelegentliche Anbieten“ sexueller Dienstleistungen, was auch als nicht gewerbsmässige Ausübung gewertet werden kann und dadurch Ansprüche auf Entgelt relativiert.[8]

Sexarbeit in Deutschland[Bearbeiten]

Seit 2000 gilt Telefonsex als Gewerbebetrieb (Bundesfinanzhof, 23. Februar 2000 – X R 142/95).

In Deutschland existieren der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen, der die Bordellbesitzer repräsentiert, und der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen, der die Sexarbeiter repräsentiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Zitat: “Work in the sex industry, esp. prostitution” aus: Oxford English Dictionary, 1989 (online)
  2. Lukrative Sexarbeit. In: Der Spiegel, 20. März 2006 (online)
  3. The Etymology of the terms "Sex Work" and "Sex Worker". (online)
  4. Prostituierte – ein ganz normaler Beruf? In: Die Welt, 28. Dezember 2012 (online)
  5. Eva Büschi, Vortrag 2011 (online)
  6. Eva Büschi: Sexarbeit und Gewalt. Geschäftsführende von Studios, Salons und Kontakt-Bars über Gewalt und Gewaltprävention im Sexgewerbe. Tectum. Marburg. 2011. ISBN 978-3-8288-2564-2
  7. Vernehmlassungsbotschaft Gesetz über die Sexarbeit Kanton Luzern. 2013 (online)
  8. Gesetz über die Sexarbeit geht in Vernehmlassung. 30. Januar 2013 (online)