Sexindustrie

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Sexshop in Paris

Die Sexindustrie ist ein Geschäftsbereich, in dem Waren und Dienstleistungen für den Bereich der Sexualität produziert und angeboten werden. Zu ihr zählen Prostitution, Sextourismus, Sexkinos, Pornographie, Pornofilme (Softcore, Hardcore usw.), Sexshops, Stripclubs, Männermagazine, Sexkanäle im Fernsehen, Hotlines für Telefonsex, Webcamangebote und Erotikmessen. Zu den Beschäftigten in diesen Bereichen zählen die Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter. Angebote der Sexindustrie machen auch einen großen Teil des Übertragungsvolumens des Internets aus.[1]

Umfang[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Die Bundesregierung schätzt die Zahl der Menschen, die in Deutschland in der Prostitution arbeiten auf etwa 400.000. Ihre Dienstleistungen werden täglich von bis zu 1,2 Millionen Kunden in Anspruch genommen. Der Umsatz im Bereich der Prostitution beläuft sich auf geschätzte 14,5 Milliarden Euro jährlich.[2]

In Deutschland erscheinen monatlich mehr als tausend Porno-DVDs; der Umsatz mit Pornofilmen wurde 2007 auf etwa 800 Millionen Euro jährlich geschätzt.[3]

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten werden insbesondere im San Fernando Valley Pornos erstellt, die pro Jahr 12 Mrd. Euro einbringen.[4]

Kritik[Bearbeiten]

Inna Shevchenko, Sprecherin der ukrainischen Frauenrechtsbewegung Femen, kritisierte vor dem Hintergrund der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine:[5] „Die Sexindustrie funktioniert nach dem Vorbild der Fast Food-Industrie, es ist billig, leicht verfügbar und überall erhältlich.“

Problematisch sind sexuelle Ausbeutung, Pornografie, Prostitution von und der Handel mit Kindern, Heranwachsenden und jungen Erwachsenen. Der Europarat verabschiedete 2007 ein Übereinkommen zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch.[6] Der Menschenhandel zur Zwangsprostitution bringt jährlich 32 Milliarden US-Dollar Profit ein und umfasst 2,4 Millionen geschleppte Personen, davon 140.000 Fälle in Europa.[7] Die Welt-Aids-Konferenz kritisierte, dass ungeschützter Geschlechtsverkehr in der Sexindustrie die Zahl der Aids-Erkrankungen erhöhe.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MailOnline, 2012 (online)
  2. http://www.sw.fh-jena.de/dat/publikationen/Schriftenreihe_2_Prostitution.pdf
  3. Spiegel (online)
  4. Wo die US-Sexindustrie Milliarden verdient
  5. euraktiv.de (online)
  6. Übereinkommen des Europarats zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch. (online)
  7. Zwangsprostitution: Sexindustrie boomt
  8. Weltaidskonferenz in Washington beschäftigt sich mit Sexindustrie