Seymour-Insel

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Dieser Artikel bezeichnet die auch Seymour Island genannte Insel in der Antarktis. Weitere siehe Seymour Island.

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Seymour-Insel
Gewässer Wedellmeer
Geographische Lage 64° 14′ S, 56° 37′ W-64.233333333333-56.616666666667187.3Koordinaten: 64° 14′ S, 56° 37′ W
Seymour-Insel (Antarktische Halbinsel)
Seymour-Insel
Länge 19,2 km
Breite 8,8 km
Fläche 100 km²
Höchste Erhebung Blackrock Ridge
187,3 m
Einwohner 75 Stationspersonal
(Winter)
(2010)
<1 Einw./km²
Hauptort Marambio-Station
Seymour-Insel (Nr. 8) innerhalb der Inselkette an der Spitze der Antarktischen Halbinsel (Nr. 1)
Seymour-Insel (Nr. 8) innerhalb der Inselkette an der Spitze der Antarktischen Halbinsel (Nr. 1)

Die Seymour-Insel (englisch Seymour Island, spanisch isla Seymour oder isla Marambio) liegt im Weddell-Meer, südöstlich der Nordspitze von Grahamland auf der Antarktischen Halbinsel. Die Insel liegt nur wenige Kilometer nordöstlich von Snow Hill Island und östlich der James-Ross-Insel. Sie ist 2,5 bis 8,8 km breit und 19,2 km lang, und hat eine Fläche von etwa 100 km².[1] Im Jahre 1843 wurde sie durch den britischen Seefahrer Sir James Clark Ross entdeckt. Er benannte die Insel nach dem Konteradmiral und späteren Flottenadmiral Sir George Francis Seymour (1787–1870).

Die Insel wird manchmal nach dem dort ansässigen argentinischen Stützpunkt in Argentinien auch isla Marambio genannt. Die Wissenschaftler dort beschäftigen sich u. a. mit dem Polarlicht (Aurora australis), mit Meteorologie, Eigenschaften der Ionosphäre, Gletscherkunde, kosmischer Strahlung und der Überwachung des Ozongehalts der Stratosphäre.

In Penguins Bay an der Südküste der Insel steht eine hölzerne Gedenktafel, die von der Besatzung der argentinischen Korvette Uruguay an der Stelle errichtet wurde, an der sie am 10. November 1903 auf zwei Teilnehmer der verschollenen schwedischen Antarktis-Expedition unter Leitung von Otto Nordenskjöld traf. Die Tafel und ein 1990 errichteter Steinhügel stehen als Historische Stätte und Denkmal HSM-60 unter dem Schutz des Antarktisvertrags.[2]

Klima[Bearbeiten]

Das Klima auf der Seymour-Insel ist kalt und trocken. An der Marambio-Station liegt die mittlere Temperatur über das Jahr bei −9,1 °C, im Dezember, dem wärmsten Monat, bei −1,7 °C und im Juli, dem kältesten Monat, bei −15,2 °C.[3] Die starken Winde und geringen Niederschläge sorgen dafür, dass die Oberfläche der Insel meistens schneefrei ist.

Fauna (Tierwelt)[Bearbeiten]

Die Seymour-Insel wird von BirdLife International als Important Bird Area (Ant031) ausgewiesen.[4] Neben großen Kolonien an Adéliepinguinen (Pygoscelis adeliae) brüten auf der Seymour-Insel auch die Antipodenseeschwalbe (Gabelschwan, Seeschwalbe bzw. Antarktische Seeschwalbe) (Sterna vittata), die Dominikanermöwe (Larus dominicanus), die Antarktische Raubmöwe (C. maccormicki), die Subantarktikskua (Stercorarius antarcticus) und die Buntfuß-Sturmschwalbe (Oceanites oceanicus).[1]

Der norwegische Kapitän Carl Anton Larsen fand 1892 auf der Insel Fossilien. Die Insel ist seitdem, wie die benachbarte James-Ross-Insel, ein bevorzugter Platz für paläontologische Feldforschung, insbesondere, weil sich in den Ablagerungen die KT-Grenze manifestiert, die mit einem massenhaften Artensterben verbunden war. Auf der Insel sind zahllose Fossilien entdeckt worden, darunter ausgestorbene Pflanzen, Wirbellose, Mosasaurier,[5] Plesiosaurier,[5] Fische, Krokodile, Wale und Pinguine.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Montalti, Diego & Soave, Guillermo E. The Birds of Seymour Island, Ornitologia Neotropical 13, 267–271, 2002 (PDF; spanisch; 344 kB)
  2. HSM 60: Corvette Uruguay Cairn in der Antarctic Protected Areas Database auf der Website des Sekretariats des Antarktisvertrags (englisch, spanisch, französisch, russisch), abgerufen am 12. Oktober 2013
  3. R. I. Lewis Smith: The vegetation of Cockburn island, Antarctica. In: Polar Biology 13 1993, S. 535–542 (englisch)
  4. C. M. Harris, R. Carr, K. Lorenz, S. Jones: Important Bird Areas in Antarctica (PDF; 11,3 MB), BirdLife International, Juni 2011 (englisch)
  5. a b Sankar Chatterjee: Late Cretaceous marine vertebrates from Seymour Island, Antarctic Peninsula. In: Antarctic Journal 17, 1982, S. 66 (englisch)