Shaanxi

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Dieser Artikel bezieht sich auf die Provinz Shǎnxī/Shaanxi (陝西省) in der Volksrepublik China, nicht zu verwechseln mit der Nachbarprovinz Shānxī (山西省).
陝西省 / 陕西省
Shǎnxī Shěng
Abkürzung: oder (Pinyin: Shǎn oder Qin)
Hauptstadt Xi’an
Fläche

 - Gesamt
 - Anteil an der
VR China

Rang 11 von 33

205.800 km²
2,14 %
 

Bevölkerung

 - Gesamt 2010
 - Dichte

Rang 16 von 33

37.720.000 Einwohner
175 Einwohner/km²

Verwaltungstyp Provinz
Gouverneur Lou Qinjian
Bangladesch Bhutan Nepal Myanmar Laos Vietnam Thailand Philippinen Japan Nordkorea Südkorea Kirgisistan Kasachstan Mongolei Afghanistan Usbekistan Tadschikistan Pakistan Indien Russland de-facto Pakistan (von Indien beansprucht) de-facto Indien (von Pakistan beansprucht) de-facto Indien (von China als Teil Tibets beansprucht) Republik China (von China beansprucht) de-facto Provinz Xinjiang, China (von Pakistan beansprucht) de-facto Provinz Tibet, China (von Pakistan beansprucht) Macao Hongkong Hainan Guangdong Guangxi Hunan Yunnan Fujian Shanghai Jiangxi Zhejiang Jiangsu Hubei Anhui Guizhou Chongqing Shaanxi Henan Shanxi Shandong Hebei Peking Tianjin Ningxia Liaoning Jilin Sichuan Tibet Heilongjiang Gansu Qinghai Xinjiang Innere MongoleiLage von Shǎnxī Shěng in China
Über dieses Bild
ISO-3166-2-Code CN-61
Bezirksebene 10 Städte
Kreisebene 80 Kreise, 24 Stadtbezirke, 3 Städte
Gemeindeebene 1136 Großgemeinden, 80 Gemeinden, 202 Straßenviertel

Shaanxi?/i (chinesisch 陝西省 / 陕西省Pinyin Shǎnxī Shěng) ist eine Provinz in der Mitte der Volksrepublik China. Sie ist die östlichste Provinz Nordwestchinas und liegt damit südlich und westlich von Nordchina. Shaanxi grenzt an die Autonomen Gebiete Innere Mongolei und Ningxia, an die regierungsunmittelbare Stadt Chongqing und an die Provinzen Shanxi, Henan, Hubei, Sichuan und Gansu. Die meisten Großstädte liegen im dicht besiedelten Tal des Wei-Flusses, wie auch die Provinzhauptstadt Xi’an. In der Wei-Fluss-Ebene leben zwei Drittel der Bevölkerung. Auf dem Lössplateau wird die Landwirtschaft durch Wassermangel und strenge Winter beeinträchtigt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Han-Chinesen, daneben gibt es noch islamische Hui, die wahrscheinlich während der Tang-Dynastie eingewandert sind. Neben dem Trommelturm in Xi’an gibt es ein islamisches Viertel, in dem bis heute eine hölzerne Moschee aus der Tang-Zeit erhalten ist.

Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts machten Hui und andere muslimische Völker Chinas über 78 % der damaligen Bevölkerung (6,5 Mio von 8,3 Mio Einwohnern)[1] aus. Heute sind es weniger als 1 %.

Name[Bearbeiten]

Nach den Regeln der offiziellen Umschrift Pinyin ist der Provinzname als Shǎnxī zu transkribieren. Da jedoch die Tonmarker oft nicht geschrieben werden, würde dies zur Namensgleichheit mit der Nachbarprovinz Shānxī führen. Aus diesem Grund wird Shǎnxī in der Umschrift ohne Tonmarker als Shaanxi wiedergegeben. In älterer Umschrift hieß die Provinz Schensi, während Shānxī als Schansi transkribiert wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Hominiden siedelten hier schon vor 1,15 Millionen Jahren und breiteten sich entlang des Gelben Flusses aus. Shaanxi gilt als eine der bedeutendsten Wiegen der chinesischen Zivilisation. Über 13 Dynastien hatten hier während mehr als 1000 Jahren ihre Residenz, darunter die Zhou-, Qin-, Han- und Tang-Dynastien.

Am 23. Januar bzw. 2. Februar 1556 kamen beim Erdbeben in Shaanxi 1556, dem schwersten Erdbeben der Geschichte, welches auch Gebiete in heutigen Nachbarprovinzen betraf, 830.000 Menschen ums Leben. Während der Dunganenaufstände wurde die Provinzhauptstadt Xi’an 1862 zunächst von in den Süden der Provinz einfallenden Taiping-Rebellen, im Jahr darauf dann von muslimischen Hui belagert. Bis 1872 kontrollierten die Hui vor allem den Norden und Westen der Provinz, aber auch weitere Gebiete im Süden Shaanxis und weite Teile Nordchinas. Während der Moslemaufstände wurden Millionen von Hui, aber auch zahlreiche Han getötet, der Großteil der muslimischen Gemeinden der Provinz war danach vernichtet oder geschwächt.

Ende 1911 wurde auch Xi’an von der Revolution erfasst, die Provinz Shaanxi sagte sich von der kaiserlichen Zentralregierung los. Nach der Errichtung der Republik China wurde Shaanxi ab 1916 in den Bürgerkrieg zwischen Nördlichen Militaristen, Nationalisten und Kommunisten hineingezogen. Stand die Provinz um 1920 unter dem Einfluss der Anhui-Clique, so dominierten um 1924 die Zhili-Generale und 1926 die Guominjun. Im Nordteil der Provinz lag 1935 die von Kommunisten errichtete „Chinesische Sowjetrepublik“ von Yan’an, im Südteil ereignete sich 1936 der Zwischenfall von Xi’an.

Geographie[Bearbeiten]

Die chinesische Provinz Shaanxi

An der Grenze zur Inneren Mongolei befindet sich eine Wüste. Südlich davon erstreckt sich das nordchinesische Lössplateau. Weiter südlich verläuft das Qin-Ling-Gebirge von Ost nach West und bildet so eine Wetterscheide. Das Klima südlich der Berge ist subtropisch. Das Gebirge ist die geographische Grenze zwischen Süd- und Nordchina. Wichtige Orte sind Lintong und Yan’an.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die Provinz Shaanxi setzt sich aus zehn bezirksfreien Städten zusammen:

Tourismus[Bearbeiten]

UNESCO-Weltkulturerbe in der Provinzhauptstadt Xi’an: Terrakottaarmee im Mausolem Qin Shihuangdis, des Reichsgründers Chinas

Die Provinzhauptstadt Xi’an ist eine der historisch interessantesten Städte Chinas. Die alte Kapitale, die ihre Blütezeit vor 1.300 Jahren erlebte, birgt nur noch zwei Bauten aus jener Ära: die große und die kleine Wildganspagode. Sehenswert ist aber auch die mächtige Stadtmauer aus dem späten 14. Jahrhundert, die Moschee, der Glockenturm und mehrere Museen. In der Nähe von Xi’an befindet sich auch die Terrakottaarmee im Mausoleum des ersten Kaisers von China Qin Shihuangdi (Weltkulturerbe).

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Shaanxi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meyers Konversationslexikon, Band 4, S. 47 (China, Bevölkerung) und S. 51 (Religionen). Fünfte Auflage, Leipzig/Wien 1897

34109Koordinaten: 34° N, 109° O