Shaksgam-Tal

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Shaksgam-Tal
Shaksgam valley.jpg
Lage Kaschmir
Gebirge Karakorum
Geographische Lage 36° 6′ 32,7″ N, 76° 38′ 48,5″ O36.10908976.646805Koordinaten: 36° 6′ 32,7″ N, 76° 38′ 48,5″ O
Shaksgam-Tal (China)
Shaksgam-Tal
Gewässer Shaksgam-Fluss

Das Shaksgam-Tal ist ein zu China gehöriges Territorium. Es liegt in der umstrittenen Region Kaschmir auf der Nordostseite des Karakorum. Zum Gebiet des Shaksgam-Tal zählen der Oberlauf des Shaksgam-Flusses sowie einige Seitentäler, darunter das Tal des Sarpo-Laggo-Gletschers auf der Nordseite des K2.

Politische Gliederung[Bearbeiten]

Lage des Shaksgam-Tals in der umstrittenen Region Kaschmir

Bis 1947 stand das Shaksgam-Tal unter indischer Kontrolle. Mit der Staatsgründung Pakistans gehörte es zu dessen Staatsgebiet. Im Rahmen des Trans-Karakoram Tract wurde 1963 der Grenzverlauf zwischen Pakistan und China verhandelt, die Staatsgrenze verläuft seitdem über die Wasserscheide von Indus (Indischer Ozean) und Tarimbecken; Das Shaksgam-Tal gehört damit vollständig zu chinesischem Staatsgebiet.[1] Es liegt im Kreis Kargilik und im Tadschikischen Autonomen Kreis Taxkorgan des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang. Im Gegensatz zu Indien erhebt Pakistan heute keine territorialen Ansprüche auf das Gebiet.

Entdeckungs- und Erkundungsgeschichte[Bearbeiten]

Francis Younghusband

Der erste Europäer, der das Shaksgam-Tal bereiste, war 1887 der britische Offizier Francis Younghusband. Er kam von Osten aus dem Tal des Yarkant über den 4780 m hohen Aghil-Pass. Indem er das Tal über das Seitental des Sarpo-Laggo-Gletschers und den Östlichen Muztaghpass verließ, war er ebenfalls der erste Europäer, der die Hauptkette des Karakorum von Nord nach Süd durchquerte. Zwei Jahre später kehrte Younghusband zurück, um den Oberlauf des Shaksgams zu erkunden. Ein vom Karakorum kommender Gletscher versperrte das Tal in voller Breite, gefolgt von einem weiteren, dahinter liegenden Gletscher, den Younghusband als Hauptquelle des Shaksgam-Flusses deutete. Die Wetterverhältnisse verhinderten ein weiteres Vordringen und damit die Entdeckung, dass die Quelle des Shaksgam-Flusses noch weiter entfernt lag.[2]

Kamelkarawane im Shaksgam-Tal. Links im Hintergrund der K2.

Der Versuch des Italieners Filippo de Filippi, der 1909 bereits mit dem Herzog der Abruzzen das Gebiet des Baltoro-Gletschers auf der Südseite des K2 erkundet hatte, das Shaksgamtal 1912 zu erkunden, scheiterte am Hochwasser des Yarkant. Wie Filippi wollte auch der englische Major Kenneth Mason 1926 das Shaksgam-Tal vom Karakorum-Pass von Süden aus erreichen. Er plante, die Quelle des Shaksgam-Flusses zu suchen und dem Tal stromabwärts zu folgen. Der erste Teil des Vorhabens glückte, doch als mehrere Gletscher das Tal versperrten und umgangen werden mussten, gelangte Mason's Expedition in ein ähnlich aussehendes Tal parallel nordöstlich zum Shaksgam-Tal. Als Mason den Fehler erkannte, war es zu spät, die Vorräte gingen zur Neige, es blieb nur der Rückmarsch. Dennoch war seine Erkundung in das unbekannte Tal, das er Zug Shaksgam (falscher Shaksgam) taufte, nicht ohne Erfolg, denn er konnte die Achttausender der Gasherbrum-Gruppe über der Westseite des Shaksgamtals vermessen und kartografieren.[3][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grenzabkommen zwischen Pakistan und China von 1968 (PDF; 260 kB)
  2. Andreas Schulze, Bernd Neubauer: Durch Westchina zum K2. Expedition ins Grenzland. Rottach-Egern 1988, S. 55f.
  3. Andreas Schulze, Bernd Neubauer: Durch Westchina zum K2. Expedition ins Grenzland. Rottach-Egern 1988, S. 58f.
  4. G. O. Dyhrenfurth: Zum Dritten Pol. Die Achttausender der Erde. München, 1952, S. 235

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Diemberger: Aufbruch ins Ungewisse. Abenteuer zwischen K2, Sinkiang und Amazonas. München 2007.
  • Andreas Schulze, Bernd Neubauer: Durch Westchina zum K2. Expedition ins Grenzland. Rottach-Egern 1988.
  • Rollo Steffens: Faszination Karakorum. Die wilden Berge Asiens. Bruckmann, München 2000.