Shanghai Cooperation Organisation
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Die Shanghai Cooperation Organisation (SCO) oder deutsch Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) (chin. 上海合作組織 / 上海合作组织, Shànghǎi Hézuò Zǔzhī, chin. 上合組織 / 上合组织; russ.: Шанхайская организация сотрудничества, ШОС) ist eine Internationale Organisation mit Sitz in Peking (China). Ihr gehören (Stand: August 2007) die Volksrepublik China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan an. Seit dem 7. SOZ-Gipfel in Bischkek (Kirgisistan) am 16. August 2007 wird mit der baldigen Aufnahme mehrerer weiterer asiatischer Staaten in die Organisation gerechnet.
Derzeit vertritt die SOZ rund ein Viertel der Weltbevölkerung und stellt damit die größte Regionalorganisation dar.
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[Bearbeiten] Vorgeschichte
Vorläufer der SOZ war die Shanghai Five-Gruppe; sie wurde durch die 1996 in Shanghai erfolgte Unterzeichnung des Treaty on Deepening Military Trust in Border Regions (dt. etwa: Vertrag über die Vertiefung des militärischen Vertrauens in Grenzregionen) durch die Volksrepublik China, Russland, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan gegründet. 1997 unterzeichneten dieselben Staaten den Treaty on Reduction of Military Forces in Border Regions (dt. etwa: Vertrag über die Reduzierung der Streitkräfte in Grenzregionen) anlässlich eines Gipfeltreffens in Moskau. Jährliche Gipfeltreffen der Shanghai Five fanden 1998 in Almaty (Kasachstan), 1999 in Bischkek (Kirgisistan) und 2000 in Duschanbe (Tadschikistan) statt.
[Bearbeiten] Gründung und Gipfeltreffen
2001 kehrte das Gipfeltreffen der Shanghai Five nach Shanghai (China) zurück. Die fünf Mitgliedstaaten nahmen hier Usbekistan in die Verträge der Shanghai Five auf. Gleichzeitig unterzeichneten alle sechs Staatschefs am 15. Juni 2001 die Declaration on the Creation of the Shanghai Cooperation Organisation, in der die Gründung der Organisation verkündet wurde.
Am 7. Juni 2002 trafen sich die Staats- und Regierungschefs der SOZ-Staaten in Sankt Petersburg (Russland), um dort die SOZ-Charta zu unterzeichnen, die die Ziele, Prinzipien, Struktur und Handlungsweise der Organisation festlegte. Mit dieser Charta erhielt die SOZ ihren derzeitigen völkerrechtlichen Rahmen.
Auf dem SOZ-Gipfel in Taschkent (Usbekistan), der vom 16. Juli bis zum 17. Juli 2004 stattfand, beschloss die SOZ, ein regionales Antiterrornetzwerk einzurichten (Regional Antiterrorism Structure, RATS).
Auf dem Gipfeltreffen 2006 in Shanghai wurde das Verwaltungssekretariat der SOZ zu einem Generalsekratariat ausgebaut. Am 28. Juni 2007 fand das 7. Gipfeltreffen der SOZ-MItgliedsstaaten in Bischkek statt.
[Bearbeiten] Mitgliedstaaten
China
Kasachstan
Kirgisistan
Russland
Tadschikistan
Usbekistan, war nicht Mitglied der Shanghai Five
[Bearbeiten] Staaten mit Beobachterstatus
Mongolei, seit dem SOZ-Gipfel 2004 in Taschkent (Usbekistan)
Indien, seit dem SOZ-Gipfel 2005 in Astana (Kasachstan)
Pakistan, seit dem SOZ-Gipfel 2005 in Astana (Kasachstan)
Iran, seit dem SOZ-Gipfel 2005 in Astana (Kasachstan)
[Bearbeiten] Organisation
Seit 2004 unterhält die SOZ ein Sekretariat in Peking (China). Arbeitssprachen der Organisation sind Chinesisch und Russisch. Generalsekretär seit 1. Januar 2007 ist Bolat Nurgaliew aus Russland.
Ab 2003 wurde ein gemeinsames Zentrum zur Bekämpfung von Terrorismus in Shanghai (China) eingerichtet.
Das höchste Organ der SOZ ist der Rat der Staatsoberhäupter (Council of Heads of State).
[Bearbeiten] Anti-Terror-Großmanöver
[Bearbeiten] Friedensmission 2005
Anfang des Jahres 2005 führten China und Russland gemeinsam das Manöver "Friedensmission 2005" auf der chinesischen Halbinsel Shandong durch. Luft- und Marinelandeeinheiten übten mit anderen Waffengattungen die Invasion an einer Küste. Auf beiden Seiten nahmen jeweils fast 10.000 Soldaten teil. Im Hinblick auf den Taiwan-Konflikt besaß das Manöver politische Brisanz, aber sowohl von chinesischer als auch von russischer Seite wurde entgegengehalten, die Übung richte sich ausschließlich gegen Terrorismus und Extremismus.
[Bearbeiten] Friedensmission 2007
Vom 9. bis 17. August 2007 wurde auf den umliegenden Militärstützpunkten (u.a. Flugplatz Schagol) von Tscheljabinsk in Russland das Großmanöver "Friedensmission 2007" im Rahmen der SOZ durchgeführt, an der neben russischen Streitkräften auch Einheiten aus Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisien, Usbekistan und der Volksrepublik China teilnahmen. China entsandte eigens hierfür 14 Flugzeuge und 32 Hubschrauber rund 2.000 km weit zum Übungsgebiet. Russland setzte bis zu sechs Transportflugzeuge vom Typ Il-76, neun Kampflugzeuge vom Typ Su-25 und 31 Kampfhubschrauber der Typen Mi-24 und Mi-8 ein. Die russischen Kräfte wurden zudem durch Einheiten der 34. Schützendivision des Wolga-Ural-Militärbezirks, Armee- und Frontfliegerkräfte der Fünften Armee der Luftstreitkräfte und der Luftverteidigung, Einheiten der Fallschirmjägertruppen sowie der Bereitschaftstruppen des Innenministeriums, der Hauptverwaltung für Strafvollzug und des Grenzdienstes des FSB unterstützt. Die Anzahl der teilnehmenden Soldaten betrug etwa 6.500 Mann. Das Manöver wurde begleitet von hohen Militärvertretern und Verteidigungsministern der SOZ-Mitgliedstaaten.
[Bearbeiten] Verweise
[Bearbeiten] Siehe auch
- Gemeinschaft unabhängiger Staaten
- Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft
- Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit
- GUAM
- BRIC-Staaten
- Russisch-Chinesische Beziehungen
- Eurasien
- Seidenstraße
[Bearbeiten] Literatur
- Alyson J. K. Bailes, Pál Dunay, Pan Guang, Mikhail Troitskiy: The Shanghai Cooperation Organization, SIPRI Policy Paper No. 17, Mai 2007. Link
- Zentralasien. Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 4/2006), Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn. Link
- Mutlaq Al-Qahtani: The Shanghai Cooperation Organization and the Law of International Organizations, in: Chinese Journal of International Law 5 (2006) S. 129-147.
- Annette Bohr: Regional cooperation in Central Asia: Mission impossible?, in: Helsinki Monitor 14 (2003) S. 254-268.
- Gudrun Wacker: Gipfeltreffen der „Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit“, Von Worten zu Taten?, Stiftung Wissenschaft und Politik, SWP-Aktuell 22, Juni 2002. Link
- Shaun Walker: The First Five Years: Shanghai Cooperation Organization Reaches a Milestone, in: Russia Profile vom 21. September 2006 (Online Edition). Link
- Sean L. Yom: Power Politics in Central Asia: The Future of the Shanghai Cooperation Organization, in: Harvard Asia Quarterly 6.4 (2002) S. 48-54. Link
- Sun Zhuangzhi: New and Old Regionalism: The Shanghai Cooperation Organization and Sino-Central Asian Relations, in: Review of International Affairs 3 (2003/2004) S. 600-612.
- Greg Austin: European Union Policy Responses to the Shanghai Cooperation Organization (EIAS Publications BP 02/04, The European Institute for Asian Studies - EIAS, 2002 - PDF, 12. S.) Link
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website (chin., russ., eng.)
- Seite des SOZ-Gipfeltreffens 2007
- SOZ-Darstellung des chinesischen Außenministeriums (eng.)
- SOZ-Gipfel in Kirgisien: Special der Nachrichtenagentur RIA Nowosti (16. August 2007 - Artikelsammlung)
- Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ): Analysen, Berichte, Dokumente, Meinungen (Uni Kassel, AG Friedensforschung - Artikelsammlung)

