Sharaf al-Din al-Tusi

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Sharaf al-Din Al-Muzaffar ibn Muhammad ibn Al-Muzaffar al-Tusi (* um 1135 bei Tūs, Provinz Chorasan, Iran; † 1213 im Iran) war ein persischer Mathematiker und Astronom.

Über sein Leben ist wenig bekannt. Um 1154 ist er in Damaskus, wo er Mathematik und Astronomie (Euklid, Claudius Ptolemäus) unterrichtet, und er lehrte auch in Aleppo, wo er sowohl Juden als auch Muslimen Unterricht gab. Danach ging er nach Mosul, wo er Kamal al-Din ibn Yunus unterrichtete, den Lehrer von Nasir ad-Din at-Tusi. Um die Zeit der Eroberung von Damaskus durch Saladin (1174) kehrte er in den Iran zurück. Gegen Ende seines Lebens unterrichtete er in Bagdad, wo er 1209 auch sein Werk über Algebra schrieb. Es ist in einer Bearbeitung eines unbekannten Autors erhalten.

In seiner Algebra behandelt er Gleichungen bis zum dritten Grad, wobei er Anwendungen in der Geometrie im Auge hat (Roshdi Rashed). In der Diskussion der Existenz von Lösungen einzelner kubischer Gleichungen verwendete er schon implizit die Ableitung einer Funktion (in diesem Fall eines Polynoms bei der Bestimmung von dessen Maximalwert).

Bei ihm findet sich auch schon das Horner-Schema zur Nullstellenberechnung kubischer Polynome.

Er erfand auch ein Stab-Astrolabium und veröffentlichte darüber.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roshdi Rashed Sharaf al-Din Al-Tusi. Oeuvres mathématique. Algèbre et géométrie au XIIe siècle, 2 Bände, Paris 1986

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Massimo Goretti The linear astrolabe of Al-Tusi, pdf