Sheats-Goldstein Residence

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Sheats-Goldstein-Residence

Die Sheats-Goldstein-Residence ist ein unter Federführung des US-amerikanischen Architekten John Lautner von 1961 bis 1963 erbautes Wohnhaus in Beverly Hills, Kalifornien. Das Haus wird der organischen Architektur zugerechnet und war Schauplatz mehrerer Spielfilme.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Haus wurde von Lautner, der 1960 das berühmte Chemosphere-Gebäude errichtet hatte, ursprünglich für das Ehepaar Helen und Paul Sheats und deren fünf Kinder errichtet. 1948/1949 hatte er für das Ehepaar bereits die Sheats Apartments gestaltet, ebenfalls in Los Angeles. Nach einigen Besitzerwechseln wurde das Haus 1972 vom US-amerikanischen Immobilienmogul James Goldstein erworben, der Lautner kontinuierlich mit Veränderungen am Haus beauftragte, die bis zum Tode des Architekten im Jahr 1994 andauerten. Seitdem arbeitet Goldstein mit dem Architekten Duncan Nicholson an weiteren Umbauten. Er kaufte umliegende Grundstücke zu, unter anderem die ebenfalls von Lautner konzipierte Concannon Residence, die er 2002 abreißen ließ, um Raum für einen Tennisplatz zu schaffen.

Stil[Bearbeiten]

Das Haus bohrt sich wie eine Höhle in den Sandstein eines Hügels im Benedict Canyon [1] und bietet mithin einen guten Überblick über Los Angeles. Die Originalkonstruktion wird dominiert durch Beton, Stahl und Holz. Das Wohngeschoss ist grob sanduhrförmig mit einer engen Stelle am Eingangsbereich in der Mitte und ausladenden Flügeln auf beiden Seiten. In der Mitte befindet sich auch das Esszimmer, von dem aus das Haus ziemlich klein wirkt, da durch einen perspektivischen Trick die räumliche Ausbreitung der Wohnfläche in die Flügel nicht einzusehen ist.[2] Über Küche und Esstisch befinden sich große Deckenfenster, die sich elektrisch öffnen lassen und so den Eindruck von Essen im Freien erwecken. Das Wohnzimmer war ursprünglich zur Terrasse hin offen und wurde nur durch eine Art Vorhang aus Druckluft vor Einflüssen von außen geschützt. Dadurch wurde die Grenze zwischen "drinnen" und "draußen" verwischt. Statt durch Air Condition werden die Räumlichkeiten durch natürlichen Durchzug gekühlt. Durch Kupferrohre werden sowohl der Boden der Wohnung als auch der Pool beheizt. Überdachte Wege führen zu den nicht im Haus selbst befindlichen Schlafzimmern.

Seit James Goldstein das Haus 1972 erwarb, wird es kontinuierlich umgebaut. Der Eingangsbereich wurde in den 80ern um einen Koi-Teich, einen Wasserfall und einen Plattenweg ergänzt. Im gesamten Haus wurden die Stuckarbeiten an der Decke durch Rotholz und Fensterstreben aus Stahl durch solche aus Glas ersetzt. In Küche, Esszimmer und Gästebadezimmer wurden die Decken so umgearbeitet, dass sie elektrisch eingefahren werden konnten und damit freien Blick zum Himmel eröffneten. In der Küche wurde eines der ersten erhältlichen Induktionskochfelder eingebaut.

Above Horizon[Bearbeiten]

Above Horizon ist eine Kunstinstallation in Form eines kleinen Ein-Raum-Gebäudes auf einem Abhang unterhalb des Wohnhauses. [3] Das Gebäude wurde von James Turrell in Zusammenarbeit mit Duncan Nicholson entworfen. Es ist aus dem gleichen Material erbaut wie das Wohnhaus. Ursprünglich hatte James Goldstein die Installation als Kollaboration zwischen John Lautner und James Turrell konzipiert, aber Lautner starb, bevor er sich dem Projekt intensiver widmen konnte. Mittlerweile ist die Installation fertiggestellt. In der Decke und in einer Ecke befinden sich zwei von einem lokalen Luft- und Raumfahrttechniker entworfene Blenden aus Kohlefaserverbundwerkstoff, die sich zu bestimmten Zeiten (oder manuell gesteuert) öffnen. In der Mitte des Raumes befindet sich ein fest installiertes Sofa aus Beton (mit weicher Auflage), von dem aus man Tausende von LEDs im Blick hat, die den Raum jeden Abend in verschiedenen Farben ausleuchten.

Rezeption[Bearbeiten]

Das Haus war Schauplatz mehrerer Spielfilme, so z.B. 3 Engel für Charlie – Volle Power und The Big Lebowski. Zudem wurden mehrere Musikvideos darin gedreht, so z.B. "Let's Get Blown" von Snoop Dogg.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The top houses from the movies
  2. Barbara-Ann Campbell-Lange: John Lautner, S. 85.
  3. Above Horizon bei archiplanet.org