Shelburne (Vermont)

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Shelburne
Shelburne (Vermont)
Shelburne
Shelburne
Lage in Vermont
Basisdaten
Gründung: 18. August 1763
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Vermont
County:

Chittenden County

Koordinaten: 44° 24′ N, 73° 15′ W44.392674-73.24343432Koordinaten: 44° 24′ N, 73° 15′ W
Zeitzone: Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner: 7144 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 113,4 Einwohner je km²
Fläche: 116,7 km² (ca. 45 mi²)
davon 63,0 km² (ca. 24 mi²) Land
Höhe: 32 m
Postleitzahl: 05482
Vorwahl: +1 802
FIPS:

50-64300

GNIS-ID: 1462206
Webpräsenz: www.ShelburneVT.orgVorlage:Infobox Ort in den Vereinigten Staaten/Wartung/FormatierteWebsite

Shelburne[1] ist eine Gemeinde im Chittenden County des Bundesstaates Vermont in den Vereinigten Staaten mit 7.144 Einwohnern (laut Volkszählung von 2010).[2] Das Gebiet liegt am Westufer des Lake Champlain und etwas südlich der lokalen Metropole Burlington. Ein großer Teil der Shelburne Bay, einem natürlichen Hafen, wird von der Town umschlossen. Der einzige große Wasserlauf, der La Platte River, entspringt bei Hinesburg, fließt östlich der Hauptsiedlung Shelburnes stark mäandernd durch die Gemeinde und mündet in die Bay. Im Osten des Gebietes liegt ein großer See, der Shelburne Pond, mit einer Fläche von etwa 240 ha. Nennenswerte Erhöhungen weist die Gemeinde nicht auf.

Das durch Gouverneur Benning Wentworth im Rahmen der New Hampshire Grants zur Besiedlung ausgerufene Gebiet wurde am 18. August 1763 mit 14.272 acres (etwa 54 km²)[3] an eine Gruppe von 65 Siedlern verkauft, aber nur zögerlich besiedelt. Erste Siedler waren offenbar zwei Deutsche, die sich laut Hemenway 1768 angesiedelt hatten. Logans Point (an der Grenze zu Burlington) und Pottiers Point (heute: Shelburne Point an der Nordspitze der Halbinsel zwischen Lake Champlain und Shelburne Bay) trugen ihre Namen. Sie verdienten ihr Geld als Holzfäller für die Kanadier und wurden, wie die lokale Überlieferung berichtet, von kanadischen Soldaten, die sie vor Indianerüberfällen schützen sollten, bei einem Raubüberfall am Nordufer des Sees ermordet.

Vor der Amerikanischen Revolution waren etwa zehn Familien ansässig, die Getreide für die Briten anbauten, die Gegend aber nicht beständig bewohnten. Zur Getreideernte reisten die Farmer mit zusätzlichem Personal an, wurden aber gelegentlich durch Indianerüberfälle behindert. Zumindest bei einem derartigen Überfall gab es auch zwei Tote auf Seiten der Siedler. Nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges 1783 wurde die Besiedlung intensiviert. Die konstituierende Stadtversammlung wurde am 29. März 1787 abgehalten; zu diesem Zeitpunkt waren etwa zwei Dutzend Familien auf dem Gebiet der Town ansässig.

Die Verschiffung von Getreide über den Wasserweg bis nach New York sorgte für einen beständigen Zuwachs von Siedlern, der aber durch den Mangel an frischem Trinkwasser in Grenzen gehalten wurde. Die Ruhr-Epidemie, die 1813 in der Gegend rund um den See grassierte, führte zudem zu vielen Toten in der Town.

Die Eröffnung der Bahnstrecke Bellows Falls–Burlington am 18. Dezember 1847 erweiterte den Abnehmerkreis der Waren Shelburnes um die Gemeinden östlich der Green Mountains bis hin an die Metropolen der Ostküste.

Trotz der zusätzlichen Möglichkeiten, die die Bahnverbindung erbrachte, blieben die Einwohnerzahlen der Town in etwa auf dem gleichen Level: eine zusätzliche Industrialisierung blieb aus. Auch der erste Weltkrieg hatte keine sichtbaren Einflüsse auf die Town; doch im Zuge der Weltwirtschaftskrise kam es zu einer geringen Abwanderungsbewegung aus der Town. Die Entwicklung des nördlich benachbarten Burlington nach dem Zweiten Weltkrieg zum Industriezentrum Vermonts hatte großen Einfluss auf Shelburne. Seit dem Ende der 1940er Jahre nahm die Einwohnerzahl beständig stark zu; zugleich entwickelte sich Shelburne von der reinen Agrargemeinde zu einem weiteren Zentrum für mittelständische Industrie. Innerhalb von 70 Jahren versiebenfachte sich die Einwohnerzahl. Neben der nach wie vor bedienten Bahnstation führt die Vermont State Route 7 durch die Town und verbindet Burlington im Norden mit Vergennes, Middlebury und Rutland im Süden. Im Ort sind alle größeren christlichen Religionsgemeinschaften der Region vertreten; auch eine Grundschule und eine Waldorfschule sind ansässig. Für weiterführende Ausbildungen findet man in den umliegenden Gemeinden alle Schulformen. Das zuständige Krankenhaus liegt in Burlington.

Touristische Anziehungspunkte Shelburnes sind das Shelburne Museum, eine Kunstsammlung mit Werken bekannter Maler, der ehemalige Muster-Bauernhof Shelburne Farm sowie das Dampfschiff Ticonderoga, das als Industriedenkmal an die Bedeutung des Lake Champlain als Transportwegs erinnert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1700 1710 1720 1730 1740 1750 1760 1770 1780 1790
Einwohner 389
Jahr 1800 1810 1820 1830 1840 1850 1860 1870 1880 1890
Einwohner 1.089 1.257 1.178 1.190 1.096 1.300
Jahr 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990
Einwohner 1.202 1.097 997 1.006 1.010 1.365 1.805 3.728 5.000 5.871
Jahr 2000 2010 2020 2030 2040 2050 2060 2070 2080 2090
Einwohner 6.944 7.144  

Einwohnerzahl 1790–2010 laut Volkszählungsergebnissen

Umliegende Orte[Bearbeiten]

Alle Angaben als Luftlinien.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Almon Heath Read (1790–1844), US-amerikanischer Politiker und Vertreter Pennsylvanias im US-Repräsentantenhaus
  • Lucius Lyon (1800 - 1855), US-amerikanischer Politiker und Vertreter Michigans im US-Repräsentantenhaus
  • John L. Barstow (1832–1913), US-amerikanischer Politiker und Gouverneur von Vermont
  • Peter Lenes (* 1986), US-amerikanischer Eishockeyspieler

Literatur[Bearbeiten]

  •  Zadock Thompson: History of Vermont, natural, civil and statistical, in three parts. III, Chauncey Goodrich, Burlington 1842, S. 160f (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  •  Abby Maria Hemenway: The Vermont historical Gazetteer, Band 1. Burlington 1867, S. 854ff.
  •  Leonard Deming: Catalogue of the Prinzipal officers of Vermont. Middlebury 1851 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Shelburne im Geographic Names Information System des United States Geological Survey, abgerufen am 6. Juni 2014
  2. Einwohnerdaten aus dem US-Census von 2010 im American Factfinder
  3. Die ursprüngliche Charter, die im Wortlaut bei Hemenway (siehe Literatur) abgedruckt ist, spricht von einer Fläche von 23.500 acres, die aber von den Siedlern nicht beansprucht wurde.