Sheldon Adelson

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Sheldon Adelson 2010

Sheldon Gary Adelson (* 1. August 1933 in Boston, USA) ist ein US-amerikanischer Unternehmer, der sein Vermögen vor allem in der Immobilienbranche in Las Vegas verdient hat. Er ist Besitzer der Las Vegas Sands-Gruppe. Auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt belegte er 2014 den 8. Platz mit einem Vermögen von 38 Milliarden US-Dollar.[1]

Leben[Bearbeiten]

Adelson wurde als Sohn jüdischer Einwanderer in Boston geboren. Seine Familie wanderte vom Russischen Reich in die Vereinigten Staaten aus (Mutter aus der Ukraine, Vater aus Litauen). Als Jugendlicher arbeitete er als Zeitungsausträger und Verkäufer. Später verdiente er sein Geld als Immobilienkreditvermittler, Anlage- und Finanzberater.

Adelson ist seit 1991 in zweiter Ehe mit der israelischen Medizinerin Miriam Adelson (geborene Farbstein, verwitwete Ochshorn) verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. In erster Ehe war er mit Sandra Adelson verheiratet, die verstarb. Beide hatten drei (adoptierte) Kinder, einer der Söhne starb 2005 an einer Überdosis Drogen.[2]

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten]

1979 gründeten er und seine Partner die Computermesse COMDEX. 1988 kaufte Adelson das Sands Hotel und Casino in Las Vegas. Im folgenden Jahr baute er das Sands Expo and Convention Center, das bis heute einzige in Privatbesitz befindliche und privat betriebene Messegelände der Vereinigten Staaten.

1995 verkaufte er die COMDEX an die Softbank Corporation aus Japan für einen Preis von 860 Millionen Dollar (seit 2004 fand die Messe nicht mehr statt). Bei der Hochzeitsreise mit seiner Frau Miriam 1991 nach Venedig kam Adelson die Idee zum Bau eines Hotel-Resorts. Diese Idee verwirklichte er noch im gleichen Jahr und baute für 1,5 Milliarden Dollar das Venetian Resort Hotel. Das Luxus-Hotel wurde mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichnet.

Im Mai 2004 eröffnete das „Sands Macau“, ein Hotel mit Casino in Macao. Es ist das erste im Las-Vegas-Stil in der Volksrepublik China. Am 26. Mai 2006 erhielt Adelson die Lizenz zum Bau des 2,4 Milliarden Dollar teuren Venetian Macau Resort Hotel in der Marina-Bucht von Singapur, das am 28. August 2007 eröffnete.

Seit 2010 plant Adelson den Bau eines Eurovegas, um dessen Sitz sich sechs spanische Städte bewarben. Madrid änderte eigens einige Gesetze, die katalanische Landesregierung reiste sogar zu Sondierungsgesprächen nach Las Vegas. Im Februar 2013 wurde bekannt, dass sich Adelson für den Standort Alcorcón bei Madrid entschieden hat. Am 13. Dezember gab LVS bekannt, dass das Engagement in Spanien nicht weiter verfolgt wird.[3][4] Geplant sind Investitionen von 16,9 Milliarden Euro zum Bau von „12 Hotels, 6 Casinos, Dutzenden von Restaurants, einem Golfplatz und einem Stadion für bis zu 17.000 Zuschauer“.[5]

Politik[Bearbeiten]

Adelson steht der Republikanischen Partei nahe und hat dies wiederholt durch Wahlkampfspenden zum Ausdruck gebracht, 2005 mit einer Spende von 250.000  $ für die Wiederwahlkampagne von George W. Bush.[6][7][8] Der größte Anteil der 30 Millionen Dollar, die der Think tank Freedom’s Watch im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2008 ausgab, um den Einfluss von George Soros und demokratischer Lobbyverbände einzudämmen, stammte ebenfalls von Adelson.[9]

Politisch bekannt wurde Adelson auch durch seine Unterstützung der These Newt Gingrichs, dass die Palästinenser „ein erfundenes Volk“ seien.[10] Newt Gingrich erhielt für seine Bewerbungskampagne als Präsidentschaftskanditat der republikanischen Partei im Januar 2012 Spenden von rund 10.000.000$ von Adelson und dessen Frau Miriam.[11][12][13]

Im US-Wahlkampf 2012 zählte Adelson zu den größten Geldgebern und Unterstützern des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Mitt Romney. Im August 2012 begleitete er Mitt Romney auf seiner Reise nach Israel.[14] Adelson kündigte öffentlich an, dass er bis zu 100 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen dafür ausgeben wolle, um die Wiederwahl des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama zu verhindern.[15]

Engagement in der israelischen Medienlandschaft[Bearbeiten]

2006 gründete Adelson gemeinsam mit dem israelischen Unternehmer Schlomo Ben-Zwi, der als Herausgeber fungierte, die Gratiszeitung Israeli mit dem Ziel, ein Gegengewicht zu ihrer Meinung nach linkslastigen israelischen Medienlandschaft zu erzeugen. Bereits nach 18 Monaten endete das gemeinsame Engagement durch eine Meinungsverschiedenheit und Adelson stieg aus dem Projekt aus. Im selben Jahr unterbreitete er ein erfolgloses Angebot, um eine Mehrheitsbeteiligung an der israelischen Zeitung Maariw zu erwerben. Er beschloss daher, seine eigene Zeitung zu gründen. Am 30. Juli 2007 wurde die erste Ausgabe von Israel HaYom (deutsch: Israel Heute) veröffentlicht. Mitte 2010 erlangte die Gratiszeitung in Israel einen Leseranteil von mehr als 35 % und löste Jedi’ot Acharonot als meistgelesene Zeitung ab.[16]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Forbes.com: Profil von Sheldon Adelson
  2. Amir Zohar, The Adelson Method, Haaretz, 13. März 2008, (englisch)
  3. Alcorcón, de ciudad dormitorio a capital de juego europea. elpais.com vom 8. Februar 2013 (span.), abgerufen am 8. Februar 2013
  4. Sebastian Schoepp: US-Milliardär baut Las Vegas in der spanischen Wüste nach. sueddeutsche.de vom 11. September 2012, abgerufen am 7. Februar 2013
  5. El Periódico vom 14. Februar 2012, Seite 2 bis 6.
  6. Jim Drinkard: Donors get good seats, great access this week. USA Today, 17. Januar 2005 (abgerufen 20. Februar 2012)
  7. Financing the inauguration. USA Today, 16. Januar 2005 (abgerufen 20. Februar 2012)
  8. Some question inaugural's multi-million price tag. USA Today, 14. Januar 2005 (abgerufen 20. Februar 2012)
  9. Luo Michael: Great Expectations for a Conservative Group Seem All but Dashed. New York Times, 12. Abril 2008 (abgerufen 20. Februar 2012)
  10. Revital Blumenfeld: Sheldon Adelson to Birthright group: Gingrich is right to call Palestinians 'invented people'. Haaretz, 26. Dezember 2012 (abgerufen 28. Januar 2011)
  11. Gabriel Trip, Nicolas Confessore: PAC Ads to Attack Romney as Predatory Capitalist. New York Times, 8. Januar 2012.
  12. Cynthia McFedden: Billionaire Expects 'Nothing' For His Millions to Gingrich Super PAC, Source Says. ABC News, 24. Januar 2012
  13. Nicolas Confessore: Super PAC for Gingrich to Get $5 Million Infusion. New York Times, 23. Januar 2012
  14. http://thecaucus.blogs.nytimes.com/2012/07/25/sheldon-adelson-to-meet-with-romney-during-israel-trip/
  15. http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/wahl-in-amerika/milliardaer-sheldon-adelson-100-millionen-dollar-fuer-mitt-romney-11893638.html
  16. FAZ vom 11. August 2010 Seite 31