Sherardisieren

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Sherardisieren, Sherard-Verzinkung oder auch Diffusionsverzinken, ist ein Zink-Diffusions-Verfahren um Zink-Eisen-Schichten auf eisenhaltigen Werkstücken zu bilden. Es dient dem Korrosionsschutz. Benannt ist es nach dem Entwickler Sherard Cowper-Coles, welcher dieses Verfahren um 1900 in England erfand, er selbst hat dieses Verfahren „Vapour galvanizing“ (Dampfverzinken) genannt. Einige Hersteller nennen dieses Verfahren auch Zink-Thermodiffusion, mit der Thermodiffusion hat das Sherardisieren allerdings nichts zu tun.

Verfahren[Bearbeiten]

Die zu verzinkenden Bauteile, die vorher durch Strahlen oder Beizen (weniger üblich) von störenden Verunreinigungen befreit wurden, werden mit Zinkpulver und meist einem inertem Füller, wie Quarzsand oder Korund in eine rotierende Trommel gegeben. Ab 300 °C verdampft ausreichend Zink und diffundiert in das Metallsubstrat ein und bildet zusammen mit der eisenhaltigen Oberfläche festhaftende Zink-Eisen-Legierungen. Die üblichen Prozesstemperaturen liegen unterhalb von 419 °C, dem Schmelzpunkt des Zinks. Prozesstemperaturen oberhalb von 419 °C finden seltener Verwendung. Die Schichtdicke beträgt bis zu 80 Mikrometer.

Vorteile[Bearbeiten]

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  • dichte, gleichmäßige und sehr beständige Schichten
  • gut geeignet für komplizierte Geometrien und Hohlräume
  • sehr gute Haftung
  • ideal als Grundlage für Farben oder Gummierungen
  • geeignet für hochfeste Stähle
  • keine Wasserstoffversprödung
  • gute Temperaturbeständigkeit
  • relativ preisgünstig
Sherardisierte Münze von 1921

Anwendung[Bearbeiten]

Sherardisieren wird vorwiegend für Massenprodukte aus Stahl, wie Schrauben, Nieten und Schellen verwendet. Auch Produkte, die durch Sintern oder Stanzen hergestellt werden, können mit dieser Methode konturschlüssig verzinkt werden. Die zu beschichtenden Bauteile sind nur durch die Größe des Reaktionsraumes begrenzt. So werden auch Rohre bis zu 6m Länge, Blechteile oder große Schmiedeteile sherardisiert. Beispielsweise wurde dieses Verfahren auch in der Münzherstellung in Deutschland während des Ersten Weltkrieges und auch noch kurz danach, eingesetzt. Dies bei folgenden Münzen:

  • 5 Pfennig, 1915-1922 (Jäger Katalog Nr. 297)
  • 10 Pfennig 1916–1922 (Jäger Katalog Nr. 298)

Normen[Bearbeiten]

Das Sherardisieren ist in folgenden europäischen Standards festgelegt:

  • DIN EN 13811: 2003

Sherardisieren - Zink-Diffusionsüberzüge auf Eisenwerkstoffen - Anforderungen

  • DIN EN ISO 14713-3: 2010

Zinküberzüge - Leitfäden und Empfehlungen zum Schutz von Eisen- und Stahlkonstruktionen vor Korrosion - Teil 3: Sherardisieren

Weblinks[Bearbeiten]