Sherkhan Farnud

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Sherkhan Farnud (* 1961 in der Provinz Kunduz[1]) ist ein afghanischer Pokerspieler und Geschäftsmann. Er gründete mit der Kabul Bank die erste Privatbank seines Landes,[2] nach einem Korruptionsskandal und Bank Run 2010 wurde er im November wegen Unterschlag zur Gefängnisstrafe von 15 Jahren verurteilt[3].

Leben[Bearbeiten]

Aufstieg[Bearbeiten]

Farnud stammte aus einer armen Familie im Norden von Afghanistan.[2]

In den 1980er ging Farnud nach Russland wo er ein Unternehmen gründete, das auf Geldtransfers für den Import afghanischer Textilien nach Russland spezialisiert war. In den folgenden 15 Jahren soll er ein Finanznetzwerk mit verbindungen nach Zentralasien, Pakistan, Iran und China, Europa und Kalifornien aufgebaut haben, das auf dem Hawala-System aufgebaut war. Laut der Drug Enforcement Administration (DEA) hatte dieses auch Geldwäsche für die Taliban, Drogenhändler und al-Qaida durchgeführt.[2]

Kabul Bank[Bearbeiten]

2004 bewilligte die afghanische Regierung Farnud eine Lizenz für die Kabul Bank.[2]

Farnud kaufte zusammen mit Mahmud Karsai in den 2000ern einen Fernsehsender um 1,8 Millionen US-Dollar, ein Tankstellennetz um etwa 21 Millionen und viele Immobilien in Kabul.[2]

2008 ging ihm in einem Geschäft mit der ersten afghanischen Airline, der Pamir Airways, etwa 98 Millionen US-Dollar verloren. Das Geld war über einen Kredit der Kabul Bank investiert worden.[2]

Farnud investierte etwa 160 Millionen Dollar in Palm Islands.[2]

Prozess[Bearbeiten]

Im August 2010 verfügte die Zentralbank Afghanistans die Entlassung von Farnud und Khalilullah Ferosi aus dem Vorstand der Kabul Bank. Hintergrund waren massive betrügerische Vorgänge bei der Kreditvergabe. Beide wurden in Haft genommen aber im September 2011 von Präsident Karsai mit Haftverschonung freigelassen.[2] Im März 2013 wurde er wegen Unterschlagung zuerst zu 5 Jahren Haft verurteilt, das Berufungsgericht erhöhte die Strafe auf 15 Jahre.[3]

Poker[Bearbeiten]

Farnud lebte als Profipokerspieler. Die World Series of Poker Tour beziffert seine Gewinne zwischen 2005 und 2008 mit 400 000 US-Dollar.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hervé Asquin: „La Guerre la plus longue: L'Occident dans le piège afghan“, Calmann-Lévy, 2013, ISBN 2702150268, Kapitel 7, S. 1.
  2. a b c d e f g h i Luis Imbert: Die Räuberbank von Kabul. In: die tageszeitung. 13. November 2011, abgerufen am 15. November 2011 (deutsch, Übernommen aus Le Monde diplomatique).
  3. a b Kabul Bank fraud: Afghan court increases jail terms. In: BBC News Asia vom 11 November 2014, Abruf 14. November 2014