Sherlock – Ein Fall von Pink

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Folge der Serie Sherlock
Titel Ein Fall von Pink
Originaltitel A Study in Pink
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Länge 88 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Einordnung Staffel 1, Folge 1
1. Folge insgesamt
Erstausstrahlung 25. Juli 2010 auf BBC
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
24. Juli 2011 auf Das Erste
Stab
Regie Paul McGuigan
Drehbuch Steven Moffat
Produktion Sue Vertue
Musik David Arnold,
Michael Price
Kamera Steve Lawes
Schnitt Charlie Phillips
Besetzung
Synchronisation

  Hauptartikel: Synchronisation

Episodenliste

Ein Fall von Pink (Originaltitel: A Study in Pink) ist die erste Episode aus der britischen Fernsehserie Sherlock. Die Erstausstrahlung lief am 25. Juli 2010 bei der BBC, die deutsche Premiere war am 24. Juli 2011 im Ersten. Zuvor hatte die deutsche Synchronfassung bereits am 26. Mai 2011 beim „Großen Fernsehen“ im Kölner Cinedom Premiere.

Handlung[Bearbeiten]

Der gerade aus dem Afghanistankrieg zurückgekehrte Militärarzt John Watson, der bei seinem Einsatz verwundet wurde, lernt durch den gemeinsamen Bekannten Mike Stamford den etwas verschrobenen Sherlock Holmes kennen. Da Watson sich aus finanziellen Gründen eine Wohnung teilen will, zieht er kurzerhand bei Holmes ein, der in der 221B Baker Street über der Vermieterin Mrs. Hudson bereits Räumlichkeiten gemietet hat.

Es gab eine merkwürdige Reihe von Todesfällen, zusammenhängende Selbstmorde, wie von Detective Inspector Lestrade vermutet wird. Holmes wird an den neuesten Tatort geholt, an dem die Leiche einer vorwiegend in Pink gekleideten Frau gefunden wurde. Er deduziert, dass die Frau eine unglückliche Ehe führte und häufig Ehebruch beging. Im Gegensatz zu den anderen Opfern hinterließ sie jedoch eine Botschaft, indem sie das Wort „Rache“ in den Boden ritzte. Entgegen dem Hinweis des Spurensicherers Anderson, die Frau sei aus Deutschland und wollte letztendlich nur Rache schwören, vermutet Holmes, dass sie den Namen „Rachel“ schreiben wollte und starb, ehe sie ihr Werk vollenden konnte. Außerdem entdeckt er Schlammflecken auf dem Bein der Frau, die von einem Koffer stammen, und folgert, dass sie nicht aus der Stadt stammt. Da von der Polizei kein Koffer gefunden wurde, macht sich Holmes selbst auf die Suche, um ihn später in einem nahegelegenen Hinterhof zu finden.

Währenddessen erhält Watson von einer Telefonzelle aus einen Anruf und wird in eine leere Lagerhalle gebracht. Dort trifft er einen Mann, der sich als Holmes' „Erzfeind“ vorstellt. Der Fremde bietet Watson Geld dafür an, ihm Informationen über Holmes Aktivitäten zu liefern, doch Watson lehnt ab. Als er in die Baker Street zurückkehrt, bittet ihn Holmes darum, eine Nachricht von seinem Handy aus an das Mobiltelefon des vierten Opfers zu schicken. Holmes vermutet, dass der Mörder im Besitz von diesem ist. In einem Restaurant bemerkt Holmes wie erwartet ein Taxi und läuft diesem hinterher. Mit seinem umfangreichen Wissen über den Londoner Stadtplan schaffen er und Watson es, das Taxi zu Fuß einzuholen. Als sie es schließlich anhalten, finden sie allerdings nur einen frisch aus Amerika angereisten Touristen vor, der den Mord nicht hätte begehen können.

Da Lestrade bereits vermutete, dass Holmes den fehlenden Koffer finden würde, führt er eine Drogenrazzia in Holmes' Appartement durch, um es zu durchsuchen, als die beiden Zimmergenossen dort ankommen. Holmes errät, dass „Rachel“ das Passwort für die E-Mail-Adresse des Opfers ist und es sein Handy dem Täter untergeschoben hatte, damit er mit GPS aufzufinden wäre. Während Mrs. Hudson Holmes mitteilt, dass ein Taxi vor der Tür auf ihn warte, sieht Watson, dass das Signal des Handys aus 221B Baker Street kommt. Holmes erkennt, dass der Taxifahrer der Mörder ist, und verlässt das Appartement, um in das wartende Taxi einzusteigen. Der Taxifahrer namens Jeff Hope gesteht die Morde, weckt Holmes' Interesse jedoch mit der Aussage, dass er seine Opfer nicht umbrächte, stattdessen redete er mit ihnen und anschließend würden sie sich selbst umbringen. Er fährt mit Holmes, der dieses Rätsel unbedingt lösen will, zu einem Schulgebäude. In einem der Räume zückt der Taxifahrer eine Pistole und zwei Fläschchen mit Pillen und behauptet, dass ein Fläschchen eine harmlose, das andere jedoch eine tödliche Pille enthalte. Seine Opfer wählten immer die tödliche Flasche. Holmes begreift, dass der Taxifahrer todkrank ist. Dieser gibt dies zu und fügt an, dass er für jeden seiner Morde von einem „Fan von Holmes“ gesponsert werde. Holmes durchschaut, dass die vorgehaltene Waffe nur ein Feuerzeug ist, und will gerade weggehen, als ihn der Taxifahrer herausfordert und ihn fragt, ob er die richtige Pille gewählt hätte.

Währenddessen kann Watson Holmes' Aufenthaltsort orten und macht sich auf den Weg, um ihn zu finden. Nachdem er ein Gebäude durchsucht hat, sieht er durch das Fenster, wie Holmes im gegenüberliegenden Gebäude eine Pille schlucken will, und erschießt den Taxifahrer, um anschließend zu flüchten. Holmes will von dem sterbenden Taxifahrer wissen, ob er die richtige Pille gewählt hatte. Zwar lässt er diese Frage offen, offenbart aber unter ihm zugefügten Schmerzen den Namen seines geheimnisvollen Sponsors: Moriarty.

Nachdem Scotland Yard eingetroffen ist und den Tatort untersucht, deduziert Holmes, dass Watson es war, der den Schuss auf den Taxifahrer abfeuerte. Im Weggang stoßen die beiden auf den mysteriösen Fremden, der Watson zuvor Geld angeboten hatte, um Holmes auszuspionieren. Es stellt sich dabei heraus, dass es sich bei dem Mann um Sherlock Holmes' Bruder Mycroft handelt. Nachdem die beiden den Tatort verlassen haben, weist Mycroft seine Assistentin an, Sherlock Holmes' und John Watsons Überwachungsstufe zu erhöhen.

Anmerkungen und Besonderheiten[Bearbeiten]

  • Bevor die eigentliche Serie in Produktion ging, wurde bereits eine 60-minütige Pilotversion dieser Episode produziert. Diese wurde nie im Fernsehen ausgestrahlt, ist jedoch als Bonus auf der DVD- und Blu-ray-Box enthalten.

Kanon-Verweise[Bearbeiten]

  • John ist wie sein literarisches Vorbild pensionierter Militärarzt. Beide kamen kurz vor ihrem ersten Treffen mit Sherlock Holmes gerade aus einem Einsatz in Afghanistan zurück, der zum Zeitpunkt der jeweiligen Entstehung dort wirklich gerade stattfand.
  • Die erste Begegnung zwischen Sherlock und John sowie die Auflösung des Falles nehmen starke Anlehnung an Eine Studie in Scharlachrot.
  • 'Rache' bedeutet nicht das deutsche 'Rache' - wie von Scotland Yard vermutet - sondern ist ein nicht zu Ende geführtes 'Rachel'. In der Geschichte "Eine Studie in Scharlachrot" ist es andersherum: Scotland Yard vermutet den Namen Rachel hinter der Schrift, während Holmes Fremdsprachenkenntnis beweist und das deutsche "Rache" annimmt.
  • Die Deduktionen an Johns Handy finden sich in Das Zeichen der Vier identisch an Watsons Uhr wieder.
  • Das zweite Opfer James Phillimore verstarb, als es unterwegs war, um sich einen Regenschirm zu holen. In Das Rätsel der Thor-Brücke berichtet Watson von einem Mann gleichen Namens, der nach Hause ging um einen Schirm zu holen und anschließend spurlos verschwand.
  • Sherlock heftet einige Zettel mit einem Messer an den Kaminsims.
  • Mrs. Hudsons Nachbarin Marie Turner trägt den gleichen Namen wie Holmes’ Haushälterin aus Ein Skandal in Böhmen.
  • Die SMS, die John während des Gesprächs mit Mycroft bekommt, stehen wortwörtlich auch in einem Telegramm aus Der Mann mit dem geduckten Gang.
  • John hat nach seiner Rückkehr aus Afghanistan eine Verletzung am Bein, die aber nur psychosomatisch ist. Gegen Ende der Episode erwähnt er jedoch, dort tatsächlich eine Kugel abgekriegt zu haben, und zwar in der Schulter. Dies verweist auf Watsons Kriegsverletzung, die sich laut Eine Studie in Scharlachrot in der Schulter, in späteren Geschichten jedoch im Bein befindet.
  • In Die Liga der Rotschöpfe bezeichnet Holmes ein kompliziertes Problem als Drei-Pfeifen-Problem. Der neue Sherlock hat das Rauchen aufgegeben und ist auf Nikotinpflaster ausgewichen. Daher spricht er in dieser Episode auch von einem Drei-Pflaster-Problem.
  • Auch in Eine Studie in Scharlachrot kommen eine 'gute' und eine 'schlechte' Pille vor.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]