Sherwin B. Nuland

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Sherwin B. Nuland (* 8. Dezember 1930 in New York; † 3. März 2014 in Hamden, Connecticut) war ein US-amerikanischer Arzt, Chirurg, Professor für Medizingeschichte an der Yale University (School of Medicine) und Sachbuchautor.

Leben[Bearbeiten]

Sherwin B. Nuland (ursprünglich: Shepsel Ber Nudelman) wurde 1930 in der Bronx, New York City als jüngster der drei Söhne des jüdischen Immigranten Meyer Nudelman und dessen Frau Vitsche geboren. Die Eltern waren Anfang des 20. Jahrhunderts aus Bessarabien, das zu dieser Zeit zu (Russland) gehörte, in die USA eingewandert. [1] [2] Im Oktober 1947 ließen Sherwin und sein älterer Bruder Harvey ihre Namen offiziell in „Nuland“ ändern. Er wuchs mit einer traditionellen orthodoxen jüdischen Erziehung auf.

Nach seinem Abschluss an der Bronx High School of Science studierte Nuland Medizin, zunächst an der New York University, dann an der Yale School of Medicine. Ab 1962 praktizierte und lehrte er am Yale-New Haven Hospital (YNHH) in New Haven. In dieser Zeit verfasste er bereits Sachbücher (Doctors: The Biography of Medicine, 1988). Ab 1992 wandte er sich ganz dem literarischen Schaffen zu. [3]

Nuland lebte mit seiner zweiten Frau Sarah (geb. Peterson) in Connecticut. Er ist Vater von vier Kindern.[4] Eine Tochter ist die Diplomatin Victoria Nuland.

Nuland war Mitglied bei der amerikanischen Skeptics Society, einer Gesellschaft, die sich für wissenschaftliches und skeptisches Denken einsetzt.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Autor von Wie wir sterben erklärte einer breiten Öffentlichkeit, was auch in den 90ern kaum jemand über das Ende des Lebens weiß. Er schreibt gegen die oft anzutreffende Mythologisierung des Sterbens, indem er sachlich auf die Trivialität und Normalität einiger Vorgänge beim Sterben hinweist. Er berücksichtigt dabei immer die Persönlichkeit und Würde der Patienten - auch wenn das Sterben, nach seiner Ansicht, zu oft ohne Würde stattfindet. Nuland schreibt über die verschiedenen Todesarten und das Sterben bei Herzinfarkt, Krebs, Schlaganfall und Alzheimer.

Schriften[Bearbeiten]

  • (1994) Wie wir sterben. Ein Ende in Würde? Aus dem Amerikanischen von Enrico Heinemann und Bernhard Tiffert; Kindler Verlag, München: 400 S. Als TB 1996 ISBN 342677237X. Titel der Originalausgabe: How We Die. Reflections on Life's Final Chapter . Originalverlag: Alfred A Knopf, New York - 1994 dafür Preisträger in der Kategorie Sachbuch (Nonfiction) des US-National Book Award
  • (1997) Wie wir leben. Das Wunder des menschlichen Organismus. Übers. Sebastian Vogel; Kindler, München: 512 S. 47.- ISBN 3463403218
  • (2006) Ignaz Semmelweis. Arzt und großer Entdecker. München: Piper. ISBN 3-492-04825-0
  • (2007) Die Kunst zu altern. Weisheit und Würde der späten Jahre. DVA. München. 336 Seiten, ISBN 3421059322. Werner Roller, Übersetzung. (Englisch bei Vintage Books, 2007. ISBN 1400064775 – The Art of Aging: A Doctor's Prescription for Well-Being)

Nicht ins Deutsche übersetzte Titel:

  • Doctor's: The Biography of Medicine
  • The Wisdom of the Body
  • The Mysteries Within
  • Lost in America: A Journey with My Father
  • The Doctors’ Plague
  • Maimonides (Jewish Encounters)
  • Leonardo Da Vinci (Penguin Lives) inzwischen übersetzt [1]
  • Lost in America: A Journey with My Father. 2003

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Yalemedicine 2003: In Lost in America, a Yale surgeon opens up memories of his father
  2. Jerusalem Post 13. Januar 2007: Writing books on medicine can be therapy
  3. TEDMED: Sherwin B. Nuland
  4. Jerusalem Post 13. Januar 2007: Writing books on medicine can be therapy