Shinji Mikami

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Shinji Mikami (jap. 三上 真司, Mikami Shinji; * 11. August 1965 in Iwakuni) ist ein japanischer Spieleentwickler und der Erfinder der populären Resident-Evil-Reihe. Zurzeit ist er beim Entwicklerstudio Platinum Games (ehemals Seeds), einem unabhängigem Entwicklerstudio angestellt. Außerdem hat er an der Herstellung einiger der populärsten Capcom-Titel wie beispielsweise Viewtiful Joe und Devil May Cry als Produzent mitgewirkt.

Karriere[Bearbeiten]

Nachdem er an der Doshisha-Universität seinen Abschluss gemacht hatte, begann Mikami 1990 als Planer bei Capcom. Seine erster Titel dort war ein Quiz-Spiel für den Game Boy mit dem Titel „Capcom Quiz: Hatena? no Daiboken“, das eine Entwicklungszeit von über drei Monaten hatte. Es folgten viele Spiele basierend auf Warenzeichen von Disney: „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1991, Game Boy), „Aladdin“ (1993, SNES) und „Goof Troop“ (1994, SNES).

Nach der Veröffentlichung von „Goof Troop“ begann Mikami die Entwicklung eines Spiels mit Horrorthematik für die PlayStation, das in einem Geisterhaus spielt. Die Idee basierte lose auf Sweet Home (einem Spiel für die Famicom Konsole (Nintendo Entertainment System)). Das Ergebnis war das Spiel „Biohazard“, ein Action-Adventure, das polygonbasierte dreidimensionale Figuren und Objekte mit vorgerenderten Hintergründen kombinierte. Neben anderen Monstern enthielt das Spiel Zombies, die stark auf George A. Romeros „Dead“ Filmserie basierten. Der Titel des Spieles wurde entsprechend dem Vorschlag von Capcom USA für den westlichen Markt zu „Resident Evil“ geändert. Am 22. März 1996 erschien das Spiel in Japan und Nordamerika und wurde einer der ersten erfolgreichen Titel für die PlayStation. Obwohl es nicht das erste Spiel dieser Art war, machte Resident Evil das Genre „Survival Horror“ populär und inspirierte andere ähnliche Spiele.

Nach dem Erfolg von Resident Evil wurde Mikami zum Produzent befördert und war von nun an mehr in die geschäftliche Seite der Firma eingebunden. Als Produzent beaufsichtigte er die Entwicklung der „Resident Evil“-Fortsetzungen (Resident Evil 2, Resident Evil 3: Nemesis und Resident Evil: Code Veronica) und einen anderen Titel des gleichen Genre: „Dino Crisis“ (1999).

Mikami wurde 1999 zum Manager des Capcom Production Studio 4 befördert und arbeitete als Ausführender Produzent für diverse Spiele, darunter auch das Original „Devil May Cry“ (das ursprünglich zur „Resident Evil“-Serie gehören sollte). 2001 traf er seine wahrscheinlich am kontroversesten diskutierte Entscheidung: Mikami traf mit Nintendo eine Übereinkunft, das die Resident Evil-Spiele nur für den Nintendo GameCube erhältlich sein würden. Neben Ports von bisherigen PlayStation und Sega Dreamcast Spielen erschienen drei neue Titel der Serie: ein Remake des Original Resident Evil, Resident Evil 0 und Resident Evil 4. Spinoffs wie „Gun Survivor“ und „Outbreak“ gehörten nicht zu der Vereinbarung. Resident Evil und Resident Evil 0 erschienen beide 2002. Obwohl beide Spiele von den Kritikern gut aufgenommen wurden, entsprachen die Verkäufe nicht Capcom´s Erwartungen, weshalb sie als kommerzielle Misserfolge gewertet wurden.

Trotzdem blieb Mikami bei seiner Haltung Nintendo gegenüber und gab die Entwicklung von vier weiteren Titeln ausschließlich für den GameCube, zusätzlich zu den Spielen „Resident Evil 4“, „P. N. 03“, „Viewtiful Joe“, „Killer 7“ und „Dead Phoenix“ bekannt. Diese Aufstellung wurde als „Capcom 5“ bekannt.

Das erste dieser Spiele war „P. N. 03“. Das Spiel hatte weder bei den Kritikern noch bei den Käufern Erfolg. Deswegen verzichtete Mikami auf seinen Managerposten, blieb aber als einer der führenden Produzenten im Team. Mikami entschied sich, von nun an auf die kreativen Aspekte des Teams zu konzentrieren, übernahm „Hiroshi Shibata“s Aufgaben an der Arbeit an „Resident Evil 4“ und gab dem Projekt eine neue Richtung.

Capcom schrieb den Misserfolg des Resident Evil Remakes und Resident Evil 0 dem Vertrag mit Nintendo zu und entschied, die übrigen Capcom 5 Titel auch für die PlayStation 2 zu veröffentlichen (inklusive des später abgebrochenen Projekts „Dead Phoenix“). Angeblich wurde diese Entscheidung gegen Mikamis Willen getroffen.

Im Jahr 2005 erschien „Resident Evil 4“ und war eines der meistverkauften Spiele für den GameCube. Weltweit wurden davon über 1.2 Millionen Exemplare verkauft. Nach dem Erfolg von Resident Evil 4 verließ Mikami „Studio 4“ und wechselte zu „Clover Studio“. Nachdem Capcom die Schließung von Clover bekanntgegeben hat, eröffnete Mikami zusammen mit Atsushi Inaba und Hideki Kamiya im Februar 2007 ein neues unabhängiges Studio namens Seeds - Das Studio das nun als Platinum Games bekannt ist. Sein erstes Spiel für Platinum Games im Vertrieb von Sega hieß Vanquish und erschien am 22. Oktober 2010 für Xbox 360 und PlayStation 3. Mikami war nicht an der Produktion von Resident Evil 5 beteiligt. Im Jahr 2010 kauft ZeniMax das Studio Tango Gameworks von Shinji Mikami auf. Dort ist er weiterhin als President und Creative Director tätig und an einem weiteren Survival-Horror-Spiel namens The Evil Within, das vorher dem Arbeitstitel "Zwei" trug. [1][2]

Werke[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gefeierter Spieleentwickler Shinji Mikami geht zu ZeniMax Media. 28. Oktober 2010 auf ots.at
  2. Zwei: Survival-Horror von Shinji Mikami 27. April 2012 auf gamingcore.de