Shinjuku

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Shinjuku-ku
新宿区
Shinjuku
Geographische Lage in Japan
Shinjuku (Japan)
Red pog.svg
Region: Kantō
Präfektur: Tokio
Koordinaten: 35° 42′ N, 139° 43′ O35.700555555556139.715Koordinaten: 35° 42′ 2″ N, 139° 42′ 54″ O
Basisdaten
Fläche: 18,23 km²
Einwohner: 333.295
(1. Juni 2014)
Bevölkerungsdichte: 18.283 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 13104-1
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Shinjuku
Baum: Japanische Zelkove
Blume: Azalee
Rathaus
Adresse: Shinjuku City Hall
1-4-1, Kabuki-chō
Shinjuku-ku
Tōkyō 160-8484
Webadresse: http://www.city.shinjuku.tokyo.jp
Lage Shinjukus in der Präfektur Tokio
Lage Shinjukus in der Präfektur

Shinjuku (jap. 新宿区 -ku, dt. „neue Unterkunft“) ist ein Bezirk (engl. City) und Verwaltungssitz der japanischen Präfektur Tokio. Er liegt im Westen Tokios.

Geschichte[Bearbeiten]

Während des 17. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Im Jahr 1634 veranlasste der damalige Daimyō Naitō den Bau einer Post- und Wegstation an der Kōshū Kaidō, einer der fünf Hauptstraßen Japans, die Edo mit den Provinzen verbanden, die den Namen Naitō-Shinjuku erhielt. Auf dem damaligen Gelände des Hotels befindet sich heute der Shinjuku Gyoen, ein öffentlicher Park.

1920 bis 1945[Bearbeiten]

1920 wurde die 1889 als Gemeinde im Landkreis Toyotama entstandene Stadt Naitō-Shinjuku (im Wesentlichen die heutigen Stadtteile Shinjuku und Naitōmachi) in die damalige Stadt Tokio eingegliedert. 1932 wurden mit der Eingemeindung der bisherigen Kreisstadt Yodobashi und weiterer Gemeinden (auf dem Gebiet des heutigen Bezirks Shinjuku die Städte Ōkubo, Totsuka und Ochiai) Gebiete westlich der heutigen Yamanote-Linie Teil der Stadt Tokio.

Vom Großen Kantō-Erdbeben 1923 blieb Shinjuku weitgehend verschont, da es in einer seismisch ungefährlichen Gegend liegt. Vor allem der Stadtteil Nishi-Shinjuku ist heute aufgrund seiner vielen Wolkenkratzer bekannt, die nach dem Umzug der Kläranlage Yodobashi entstanden.

1945 bis 2000[Bearbeiten]

Die Luftangriffe auf Tokio 1945 zerstörten etwa 90% der Gegend um den Bahnhof Shinjuku[1]. Nach dem Krieg wurde die Stadt nach beinahe identischem Plan wieder aufgebaut. Ausschließlich in Kabukichō gab es grundlegende Erneuerungen[2].

Der Bezirk Shinjuku entstand in seiner heutigen Form 1947 durch den Zusammenschluss der alten Stadtbezirke Yotsuya, Ushigome und Yodobashi.[3]

1991 wurde der Bezirk Shinjuku mit dem Umzug der Präfekturverwaltung aus Marunouchi, Chiyoda Verwaltungssitz der Präfektur Tokio.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Während der Edo-Zeit gab es fünf große Straßen, die alle von der Brücke Nihombashi ausgingen. Entlang dieser Straßen entstanden Hotels, in denen Postbeamte die Pferde ihrer Postkutsche ausruhen lassen konnten. Auch an der Koshu-Straße, die als eine der fünf Straßen nach Kōfu führte, entstanden diese, jedoch gab es eine Stelle, an der zwei Hotels in größerem Abstand zueinander standen. Daher gab der Daimyo Naito den Aufruf, ein weiteres Hotel zu bauen, das daraufhin den Namen „Naito-Shinjuku“ (dt. Neues Naito-Hotel) erhielt[4]. Als aus der Gegend 1947 eine Stadt wurde, übernahm man den Namen „Shinjuku“[5].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Skyline von Shinjuku

Rund um den gleichnamigen Bahnhof Shinjuku, der eines der höchsten Passagieraufkommen der Welt aufweist, konzentrieren sich auf nur zwei Quadratkilometern:

  • das bedeutendste Kommerz- und Verwaltungszentrum Japans mit dem größten Wolkenkratzerviertel des Landes in Nishi-Shinjuku. Dort stehen neben den größten Hotels der Stadt unter anderem, jeweils mit eigenem Hochhaus, die Sitze von Mitsui und das Tokyo Metropolitan Government Building, in dem die Verwaltung der Präfektur Tokio (Tōkyō-to) ihren Sitz hat. Die Präfektur Tokio vertritt den 1943 vollzogenen Zusammenschluss der ehemaligen Präfektur Tokio (Tōkyō-fu) mit der Stadt Tokio (Tōkyō-shi). Die Verwaltung der Präfektur Tokio erfüllt somit Aufgaben einer Präfekturverwaltung und eines Rathauses.
  • der größte Einkaufsdistrikt Japans mit fast einem Dutzend riesiger Kaufhäuser (darunter das 15-stöckige Takashimaya-Kaufhaus).
  • der Kaiserliche Park Shinjuku, einer der bekanntesten Parks in Japan, der für seine Kirschblüte berühmt ist.
  • Kabukichō, das größte (und eines der ältesten) Vergnügungsviertel Japans mit den meisten Kinos der Stadt, unzähligen Restaurants und Kneipen und vor allem einem riesigen Rotlichtbezirk sowie mehreren Dutzend sog. Love Hotels und dem Rathaus von Shinjuku.
  • Shinjuku ni-chōme, das Amüsierviertel für Schwule in Tokio.
Das 250 m hohe Gebäude der Präfekturverwaltung im Stadtteil Nishi-Shinjuku
Das Rathaus von Shinjuku in Kabukichō

Daneben liegen in Shinjuku mehrere bedeutende Universitäten, z. B. die Waseda-Universität. Unweit vom Bahnhof Shinjuku entfernt liegt das Stadtviertel Ōkubo. Ōkubo ist das Zentrum der koreanischen Bewohner Tokios.

Statistik[Bearbeiten]

Zum 1. Juni 2014 hatte der Bezirk eine gemeldete Bevölkerung von 333.295 und bei einer Fläche von 18,23 km² eine Bevölkerungsdichte von 18.283 Personen pro km². Wegen der zentralen Funktion des Bezirks wird jedoch geschätzt, dass die tatsächliche Bevölkerung zu jeder Tages- und Nachtzeit über einer Million liegt. Shinjuku hat mit fast 10 % einen der höchsten Ausländeranteile aller japanischen Gemeinden.

Stadtviertel (Auswahl)[Bearbeiten]

Für eine vollständige Aufzählung aller heutigen Stadtteile Shinjukus, siehe Liste der Stadtteile des Tokioter Bezirks Shinjuku.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Fraktionen im Parlament
(Stand: 2013)[6]
      
Von 35 Sitzen entfallen auf:
  • LDP: 9
  • Kōmeitō: 9
  • KPJ: 8
  • Minshu/Mushozoku Club: 4
  • Kumin shuken no kai: 3
  • Sonstige Fraktionen (je ein Mitglied): 2

Amtierende Bürgermeisterin von Shinjuku ist Hiroko Nakayama; 2002 wurde sie die erste Bürgermeisterin eines Tokioter Bezirks. Ihre dritte Amtszeit läuft im November 2014 aus. Das Parlament von Shinjuku hat regulär 38 Mitglieder und wird bei einheitlichen Regionalwahlen (zuletzt 2011 gewählt).

Für das Präfekturparlament bildet der Bezirk einen Viermandatswahlkreis. Bei der letzten Wahl 2013 gewannen die Sitze zwei Liberaldemokrat und je ein Mitglied von Kōmeitō und KPJ.

Für das nationale Abgeordnetenhaus bildet Shinjuku zusammen mit Chiyoda und Minato den Wahlkreis Tokio 1, der lange zwischen dem Liberaldemokraten Kaoru Yosano und dem Demokraten Banri Kaieda umkämpft war. Seit 2012 wird der Wahlkreis nach dem Rückzug Yosanos durch die Liberaldemokratin Miki Yamada vertreten.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstadt Berlin-Tiergarten

Shinjuku unterhält Partnerschaften mit folgenden Verwaltungseinheiten:

Angrenzende Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Shinjuku – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte des Bezirks Shinjuku
  2. Ichikawa, 2003
  3. Bezirk Shinjuku: 新宿区について
  4. Geschichte der Namensherkunft von auf der Website von Shinjuku. In: Offizielle Website von Shinjuku. Abgerufen am 27. Juli 2012.
  5. Geschichte der Namensherkunft von Shinjuku. 4. Mai 2009. Abgerufen am 27. Juli 2012.
  6. Bezirksparlament Shinjuku: Fraktionen