Shinran

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Statue von Shinran

Shinran (jap. 親鸞; * 1173; † 1263), Stifter der dem Amidismus („Reines-Land-Buddhismus“) zugehörigen Schule der Jōdo-Shinshū des japanischen Buddhismus. Shinran gehörte erst der Tendai und der Jōdo-shū an, auf der er sein System begründete und von der er sich durch die Verwerfung des Mönchtums abgrenzte.

Shinran zählt zu den großen Erneuerern des Buddhismus und gilt als Vater der buddhistischen Laienbewegung, die seither als Fundament des Buddhismus und wesentlicher Teil der vierfachen Gemeinschaft - bestehend aus Mönchen, Nonnen, Laienschülern und -schülerinnen angesehen wird. Seine Schule, die Jōdo-Shinshū, ist die nach der Nichiren-shū größte Denomination des japanischen Buddhismus und tief im Volksglauben des Landes verankert. In dieser Lehre wird das Reine Land von Shinran auf eine gänzliche neue Art und Weise interpretiert, wobei er sich vor allem auf die drei Sutren des Reinen Landes stützt: die Großes-Reine-Land-Sutra (jap. Muryōju-kyō), die Kleines-Reine-Land-Sutra (jap. Amida-kyō) und die Meditationssutra (jap. Kanmuryōju-kyō).

Im deutschen Sprachraum hat sich insbesondere der Religionsphilosoph Volker Zotz in verschiedenen Werken mit Shinran und seinen Lehren auseinandergesetzt. Als religiöse Lehre wurde Shinrans Lehre in Europa in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Harry Pieper eingeführt, der seine Interpretation auf den japanischen Text Tannishō stütze, der gesammelte Aussprüche Shinrans enthält.

Die amerikanische Schriftstellerin Ruth Tabrah schrieb einen Roman über Shinran.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Yoshifumi Ueda, Dennis Hirota: Shinran: An Introduction to His Thought. With Selections from the Shin Buddhism Translation Series. Hongwanji International Center, Kyoto 1989.
  • Shinran Shonin, Hisao Inagaki (Übers.): Kyōgyōshinshō: On Teaching, Practice, Faith, and Enlightenment. Numata Center for Buddhist Translation and Research, Berkeley 2003, ISBN 1-886439-16-8.
  • Takamaro Shigaraki: Sogar der Gute wird erlöst, um wie viel mehr der Böse. Der Weg des buddhistischen Meisters Shinran. Übersetzt und mit einem Vorwort versehen von Volker Zotz. Kairos Edition, Luxembourg 2004, ISBN 2-9599829-2-4.
  • Volker Zotz: Der Buddha im Reinen Land. Shin-Buddhismus in Japan. München 1991, ISBN 3-424-01120-7.
  • S. Yamabe, L. Adams Beck (Übers.): Buddhist Psalms of Shinran Shonin. John Murray, London 1921. (PDF) (4.9 MB) e-book
  • Alfred Bloom: The Essential Shinran: A Buddhist Path of True Entrusting, World Wisdom, 2007, ISBN 978-1-933316-21-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Ausführliche Biografie mit Illustrationen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ruth Tabrah: The Monk who dared. A Novel about Shinran. Kailua (Hawaii): Press Pacifica 1995